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«Davos blüht auf»

Mit dem von der Grossen Landrätin Linda Zaugg (SP) eingereichten Postulat «‹Davos blüht auf›, Biodiversität im Siedlungsraum gezielt fördern», soll ein Konzept zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum erarbeitet werden. Das Ziel ist klar: mehr ökologische Vielfalt sorgt für sichtbaren Mehrwert für die Bevölkerung.

Davoser
Zeitung
13.07.25 - 07:00 Uhr
Politik
Auch wenig Aufwand kann zu einem grossen Ergebnis führen.
Auch wenig Aufwand kann zu einem grossen Ergebnis führen.
wey
Einheimische haben sie längst bemerkt: die naturnahen Beete beim Kirchner Museum. Entstanden durch die Zusammenarbeit des Vereins Freunde Alpinum Schatzalp, GreenUp und des Museums selbst, zeigen sie eindrücklich, was mit wenig Aufwand möglich ist. Die Beete benötigen keine Bewässerung, gepflegt wurden sie letztes Jahr deshalb an nur zwei halben Tagen in der Woche. Das Resultat aber lässt sich sehen. Trotz nur einiger weniger eingesetzter Ressourcen entstanden artenreiche, optisch ansprechende Flächen, die auch von Gästen und Passanten geschätzt werden.

Ähnlich positiv wurde die Bepflanzung von Kübeln am Arkadenplatz aufgenommen. Die Beispiele zeigen, dass Biodiversität im öffentlichen Raum funktioniert, wenn sie gut geplant ist – auch in einem alpinen Ort wie Davos. Sie wertet das Ortsbild auf, schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere und spricht zugleich ein wachsendes Bedürfnis in der Bevölkerung an.

Das nun eingereichte Postulat will eine langfristige Strategie entwickeln. Es fordert die Gemeinde auf, ein umfassendes Konzept zu erarbeiten, das die vorhandenen Flächen im Siedlungsraum systematisch erfasst und bewertet. Drei zentrale Fragen stehen im Zentrum: Wie viel ­Fläche steht zur Verfügung? Wie sind die Flächen verteilt und miteinander vernetzt? Und welches ökologische Potenzial steckt in ihnen?

Mehr Vielfalt durch gezielte Massnahmen

Dabei soll sich Davos an bestehenden Fachgrundlagen orientieren – etwa an der kantonalen Biodiversitätsstrategie Graubündens oder den Empfehlungen der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz. Entscheidend ist jedoch die ­lokale Umsetzung: mit klaren Zielwerten, Qualitätskriterien und konkreten Massnahmen, die sich an die realen Bedingungen im Ort anpassen lassen.

Der Grundsatz «So wenig Pflege wie möglich, so viel wie nötig» steht im Zentrum. Denn artenreiche Wiesen und naturnahe Pflanzungen benötigen nach einer Umstellungsphase weniger Unterhalt als herkömmliche Rabatten oder Zierrasen. Langfristig entstehen dadurch sogar Einsparungen, argumentieren die Postulanten – sowohl finanziell als auch personell. Ein zusätzlicher Gewinn: Die Flächen sollen sich mit der Zeit dynamisch weiterentwickeln und tragen zur langfristigen ökologischen Stabilität bei.

Vorgeschlagen werden erste Pilotflächen im Stadtgarten Beelipark, beim Bubenbrunnenplatz, im Kurpark, entlang des Landwassers oder beim Golfplatz sowie der Bereich zwischen Bahnhof Platz und Postplatz. Auch private Gärten sollen mittelfristig einbezogen werden. Entscheidend sei dabei, dass alle Beteiligten eingebunden werden: Behörden, Vereine, Fachstellen und die Bevölkerung.

Das Postulat soll aufzeigen, dass naturnahe Gestaltung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch gestalterisch ­attraktiv und wirtschaftlich tragbar ist. So bleibt abzuwarten, was sich daraus ergibt, und ob Davos bald noch mehr aufblüht und sich in Sachen Biodiversität einen Schritt weiterentwickeln wird.

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