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Jetzt ist das Volk an der Reihe

Vorschau auf die kommunalen Abstimmungsthemen

Davoser
Zeitung
20.10.25 - 11:43 Uhr
Graubünden
Ein Abstimmungscouvert wird eingeworfen
Ein Abstimmungscouvert wird eingeworfen
bg
Wenn die Schweiz etwas kann, dann ist es Abstimmungen abhalten. Unsere kleine Alpennation ist einsam an der Spitze, wenn es um Volksentscheide geht. Zugegeben sind nicht alle gleich bedeutend oder lebensverändernd. Doch ist es schön, können die Bürgerinnen und ­Bürger hierzulande über fast alles mit­entscheiden. Zwei wichtige Abstimmungen finden aber am nächsten Termin in Davos statt. Beide haben mit nicht unwesentlichen Veränderungen des Ortes zu tun.

Ein neuer Knotenpunkt für Davos Dorf

Eine neues Eingangstor nach Davos könnte sich als echter Meilenstein erweisen. Die «Verkehrsdrehscheibe», über deren Projektierungskredit im November abgestimmt wird, hat das Potenzial, den stark belasteten Verkehrsknoten zwischen Bahnhof Davos Dorf, Parsennbahn und dem Parkplatz grundlegend zu entflechten. Heute treffen dort Fussgänger, Autos, Busse und Skitouristen auf engstem Raum aufeinander – ein unübersichtliches Durcheinander mit Rückstaus, Chaos und Gefahrenstellen. Die geplante Neuorganisation soll diesem Missstand nun endlich den Garaus machen.

Bahnhof als Herzstück aber da soll noch mehr kommen

Das Herzstück bildet der neue Hochbahnhof mit barrierefreiem Zugang, ergänzt durch ein modernes Busterminal und eine Tiefgarage. Damit soll nicht nur das Umsteigen zwischen den Verkehrsmitteln erleichtert werden – auch zwei gefährliche Bahnübergänge sollen verschwinden. Namentlich die an der Mühlen- und Dischmastrasse. Die Verkehrsführung wird neu organisiert, der Individualverkehr verläuft künftig unter dem Bahnhof hindurch. So entsteht Raum für Fussgänger, Velofahrer – und für einen aufgewerteten Freiraum rund ums Seehofseeli.

Im Fokus steht aber nicht nur die Mobilität. Mit dem Projekt soll auch das ­Landwasser renaturiert und ein neuer Kindergarten realisiert werden. Kostenpunkt für die Planung: 2.1 Millionen Franken. Erst wenn dieser Kredit von der Stimmbevölkerung genehmigt wird, kann das detaillierte Bauprojekt erarbeitet werden. Über den eigentlichen Baukredit soll die Bevölkerung dann voraussichtlich im Jahr 2027 abstimmen können.

Entschuldung des Spitals

Ebenfalls steht im Gesundheitsbereich ein wegweisender Entscheid an: Die Ent­schuldung der Spital Davos AG. Das Spital ist zentral für die medizinische Ver­-sorgung und trägt wesentlich zur Attraktivität von Davos als Wohn-, Arbeits-, ­Tourismus- und Kongressort bei. Damit das Spital auch künftig den steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen gerecht werden kann, braucht es bauliche Erneuerungen – ein Um- und Neubau ist unausweichlich. Voraussetzung für die Weiterentwicklung ist jedoch ein finanzieller Befreiungsschlag. Die Gemeinde Davos will dazu Bankdarlehen von 8.45 Millionen Franken ablösen und auf bestehende Gemeindeforderungen in der Höhe von 5.66 Millionen Franken ver­zichten. So soll der finanzielle Spielraum geschaffen werden, um Investitionen in eine moderne Infrastruktur zu ermöglichen. Das Spitalgebäude ist heute zu gross, veraltet und in Teilen ­sanierungsbedürftig. Am bestehenden Standort soll deshalb ein neues, effizienteres Akutspital mit 28 nutzbaren Zimmern entstehen – verbunden mit einem Hausärztezentrum und der Umnutzung alter Gebäudeteile zu rund 60 Wohnungen.

Mit der Entschuldung soll der Grundstein für die nächste Etappe gelegt werden. In einem zweiten Schritt wird dem Grossen Landrat und in der Folge dem Souverän ebenfalls im Jahr 2027 nach der Durchführung der Detailplanung eine Vorlage für den Um- und Neubau eines Akutspitals am bestehenden Standort vorgelegt. Diese Vorlage wird die de­taillierten Baupläne, eine vollständige Finanzplanung – inklusive Wirtschaftlichkeit und Finanzierungsmöglichkeiten – sowie die Eigentümerstrategie mit dem zukünftig vorgesehenen medizinischen Leistungsangebot enthalten.

Der Kleine Landrat empfiehlt, beide Vorlagen anzunehmen

Ja, es sind zwei Vorlagen, welche das ­Gesicht von Davos nachhaltig prägen könnten. Die Davoser Regierung empfiehlt daher, beiden zuzustimmen. So wurden auch beide im Grossen Landrat ziemlich klar angenommen. Der Planungskredit für die Verkehrsdrehscheibe hatte bei elf Ja- nur fünf Gegenstimmen. Die Entschuldung des Spitals kam gar ohne Gegenstimme durch. Nun liegt es an der Politik, dem Davoser Souverän die Vorlagen schmackhaft zu machen. (von Yves Weibel)

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Es steht ein heisser Abstimmungsherbst ins Haus und so manche Meinung wird vertreten sein. Wir freuen uns immer, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser aktiv an Diskussionen teilnehmen. Allerdings gibt es bezüglich Leserbriefen auch einige Spielregeln.– Kurz gefasste Zuschriften werden bei der Auswahl bevorzugt.– Die Redaktion kann frei über den Abdruck von Leserbriefen entscheiden.– Die Redaktion behält sich vor, Manuskripte ohne Rücksprache zu kürzen.– Bei persönlichen Angriffen behält sich die Redaktion vor, die Betroffenen zu kontaktieren und allenfalls gleichzeitig deren Stellungnahme zu publizieren.– Jede Zuschrift muss mit dem vollständigen Namen und Wohnort (inklusive Fraktion) versehen sein.– Der Inhalt eines Leserbriefes muss nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.Leserbriefe – nicht nur bezüglich der Abstimmungen – können entweder an ­davoserzeitung@somedia.ch oder die im Impressum auf Seite 2 angegebene Postadresse gesendet werden. (wey)

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