Vier Favoriten und eine Wundertüte
Mit Titelverteidiger Fribourg-Gottéron, Sparta Prag, dem Team Canada und dem HCD greifen zwischen Weihnachten und Neujahr am 97. Spengler Cup in Davos gleich vier Teams nach der Siegertrophäe. Die grosse Unbekannte bilden bei ihrer Turnierpremiere die US Collegiate Selects. Als Aussenseiter gilt IFK Helsinki.
Mit Titelverteidiger Fribourg-Gottéron, Sparta Prag, dem Team Canada und dem HCD greifen zwischen Weihnachten und Neujahr am 97. Spengler Cup in Davos gleich vier Teams nach der Siegertrophäe. Die grosse Unbekannte bilden bei ihrer Turnierpremiere die US Collegiate Selects. Als Aussenseiter gilt IFK Helsinki.
Die Sorgen des Team Canada
Einen ersten Aufschluss über die Kräfteverhältnisse wird man gleich am ersten Turniertag erhalten. Denn im Abendspiel treffen die US Collegiate Selects im nordamerikanischen Derby auf das Team Canada. Die Kanadier sind gemeinsam mit dem HC Davos mit je 16 Titeln Rekordsieger. In den letzten drei Jahren schaffte das Team Canada allerdings den Vorstoss in den Final nicht mehr. Diese Negativserie soll gestoppt werden. Das Gerippe der Mannschaft bilden jeweils Spieler, die bei National-League-Clubs in der Schweiz unter Vertrag stehen. Für den kanadischen Eishockeyverband wird es allerdings immer schwieriger, eine überragende Truppe zusammenzustellen. Denn in der National League spielen in dieser Saison nur noch rund 30 Kanadier. 2012/13 waren es noch 62. Und von den 30 kommen auch nicht alle in Frage, sei es wegen Verletzungen oder weil sie von ihren Schweizer Clubs nicht freigegeben werden. Das Kader des Team Canada wird jeweils kurzfristig gemeldet. Am Stolz der Spieler, das Nationaltrikot tragen zu dürfen, und folglich am totalen Engagement fehlt es aber nie. Als GM führt Marc Bergevin die kanadische Delegation an, sein Assistent ist Stacy Roest. Als Verteidiger bestritt Bergevin von 1984 bis 2004 total 1271 NHL-Partien. Michel Therrien wird als Headcoach amtieren.
Sparta Prag mit Starbesetzung
Der HC Sparta Prag will sich mit einem erfolgreichen Spengler Cup den Schwung für einen weiteren Angriff auf den tschechischen Meistertitel holen. Letzte Saison scheiterte er nach einer überragenden Qualifikation im Playoff-Halbfinal am späteren Meister Kometa Brno. Headcoach ist seit Oktober die Clublegende Jaroslav Nedved. Für Qualität im Kader garantiert eine ganze Armada ehemaliger NHL-Profis: Josef Korenar (Torhüter), Mark Pysyk (Verteidiger) sowie die Stürmer Roman Hora, Jakob Klepis, Tomas Hyka, Adam Raska, Michal Replik und Devin Store. Aus ihrer Ambri-Zeit sind die kongenialen Stürmer Filip Chlapik und Michal Spacek bekannt. Und Niko Seppälä sowie Jani Lajunen gewannen mit Finnland WM-Gold.
Sparta Prag eröffnet den 97. Spengler Cup am 26. Dezember um 15 Uhr mit dem Knüller gegen Titelverteidiger Fribourg-Gottéron. Für die Freiburger war der Spengler-Cup-Triumph der erste Titelgewinn überhaupt in der Clubgeschichte. Bei Stürmer Christoph Bertschy und seinen Teamgefährten ist die Vorfreude auf die erneute Teilnahme «sehr gross. Die Titelverteidigung ist unsere Mission. An diesem Turnier ist jeder Gegner stark. Die Teams werden auch geholt, um den Zuschauern gute Spiele zu zeigen. Uns macht es natürlich Spass, uns mit internationalen Teams zu messen.» Pikant ist bei Gottéron eine Veränderung an der Bande: Lars Leuenberger führte die Freiburger als Headcoach zum Spengler-Cup-Sieg. Jetzt ist er Assistent des neuen Cheftrainers Roger Rönnberg.
Der HCD wie 2023?
Vor zwölf Monaten setzte sich Fribourg-Gottéron im Spengler-Cup-Halbfinal erst in der Schlussphase gegen den lange führenden HCD durch. Als Leader in der National League treten die Davoser diesmal mit besonders viel Selbstvertrauen zum Heimturnier an. Nur allzu gerne wollen sie an den Triumph von 2023 anknüpfen. «Wir sind gut genug, um zu gewinnen, das ist das Ziel», sagt HCD-Captain Matej Stransky.
Eine schwierige erste Saisonhälfte weist das sechste Spengler-Cup-Team, IFK Helsinki, auf. Eine extrem lange Verletztenliste hinderte den finnischen Traditionsclub lange daran, sein Potenzial auszuschöpfen. In den letzten Wochen hat er aber zum Siegen gefunden. Da kommt der Spengler Cup gerade zum richtigen Zeitpunkt, um neuen Elan zu tanken und den Teamspirit zu festigen – so, wie es im letzten Turnier beim damals angeschlagenen Fribourg-Gottéron der Fall war. Bei IFK Helsinki steht mit Olli Jokinen der prominenteste Mann an der Bande. Als Stürmer hatte er nicht weniger als 1237 Partien in der NHL absolviert.
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