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Schau in den Himmel und wünsch dir was

Wer in diesen Tagen nachts in den Himmel schaut, hat gute Chancen, eine Sternschnuppe zu entdecken. Grund dafür sind die Perseiden.

Jasmin
Schnider
12.08.22 - 16:46 Uhr
Ereignisse
Alle Jahre wieder: Die Perseiden-Sternschnuppen waren im letzten Jahr am 11. August am Flüelapass besonders gut zu erkennen.
Alle Jahre wieder: Die Perseiden-Sternschnuppen waren im letzten Jahr am 11. August am Flüelapass besonders gut zu erkennen.
Bild Mayk Wendt

Von Adrienne Krättli und Jasmin Schnider

Jeweils von Anfang bis Mitte August gibt es am Himmel viel zu entdecken. In klaren Nächten lassen sich nämlich zahlreiche Sternschnuppen beobachten. Diese gehören zu den Perseiden, welche in der Nacht auf Samstag ihren Höhepunkt erreichen sollten.

Leuchtende Staubteilchen

Wie Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews auf Anfrage von Radio Südostschweiz erklärt, handelt es sich dabei um einen Sternschnuppenschwarm. «Jeweils zu dieser Jahreszeit zieht ein Komet an unserem Sonnensystem vorbei.» Dabei handle es sich um den Kometen «109P/Swift Tuttle». 

Der Komet besitze eine Art Schweif, bestehend aus Staubteilchen, und davon lasse er auf seiner Reise einige fallen. Die Staubteilchen treffen dabei mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und bringen so die Luftmoleküle zum Leuchten. «Daher gibt es dann eben Sternschnuppen.»

Magische Stimmung: Der Blick in den Sternenhimmel mit Sternschnuppe über Lantsch/Lenz am 12. August 2015.
Magische Stimmung: Der Blick in den Sternenhimmel mit Sternschnuppe über Lantsch/Lenz am 12. August 2015.
Bild Archiv

Voraussetzungen

Sternschnuppen sind jedoch nicht bei jedem Wetter sichtbar. «Es kommt immer darauf an, wo man sich befindet», so Perret. Beispielsweise in der Stadt sei die Chance deutlich geringer, dass Sternschnuppen am Himmel zu sehen sind, als in den Bergen.

Das liege an der Lichtverschmutzung. Demnach seien in Städten, wo es nachts viel künstliches Licht habe, etwa 20 bis 40 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Auf den Bergen hingegen werden in der Nacht auf Samstag 80 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde erwartet.

Hier geht es zum Beitrag von Radio Südostschweiz über das Thema:

Trotzdem könnte es gemäss Perret auch in den Bergen schwierig werden, Sternschnuppen zu sehen. Der Grund: In dieser Nacht herrscht Supermond. Das ist ein Vollmond, der heller und grösser wirkt wie ein normaler Vollmond, da er sich im oder nahe beim erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn um die Erde befindet.

Es braucht Zeit und Geduld

Jemand, der sich bestens mit astronomischen Ereignissen wie den Perseiden auskennt, ist Franco Joos. Er ist Präsident der Astronomischen Gesellschaft Graubünden und er weiss auch, wie man Sternschnuppen am besten entdecken kann.

«Die meisten Menschen, die Sternschnuppen beobachten wollen, nehmen sich zu wenig Zeit», so Joos. Er empfiehlt darum: «Man muss sich wirklich viel Zeit nehmen und mit einer Decke nach draussen gehen.» Am besten eignen sich dabei höhere Lagen wie Berge, weil es dort dunkler ist. «Dann legt man sich auf die Decke und schaut in den Himmel.» So habe man gute Chancen, etwas zu entdecken. Ein bisschen Glück gehört jedoch auch dazu. Manche Menschen können eine Minute in den Himmel schauen und schon würden sie etwas entdecken. Bei anderen hingegen dauere es etwas länger, bis sie eine Sternschnuppe am Himmel vorbeiziehen sehen. Joos ist jedoch überzeugt: «Wer sich wirklich genug Zeit nimmt, der wird die Schönheit des Nachthimmels erkennen können.»

Und wer eine Sternschnuppe entdeckt, der hat einen Wunsch frei – der Volksmund besagt nämlich, dass diese Wünsche auch in Erfüllung gehen. Vorausgesetzt, dass man den Wunsch niemandem verraten hat.

Jasmin Schnider produziert als redaktionelle Mitarbeiterin Beiträge und Interviews für Radio Südostschweiz, zudem schreibt sie Geschichten für die Zeitung «Südostschweiz» und für «suedostschweiz.ch». Sie kommt aus Obersaxen und ist seit August 2020 Teil der Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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