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Hoffen und Bangen nach Rutsch im Niderental

Zwei Jahre nach dem Rutsch im Niderental oberhalb von Schwanden ist die Erde dort wieder in Bewegung geraten. Wieder mit Folgen für die Gastrobetriebe.

Martin
Meier
10.04.23 - 18:00 Uhr
Ereignisse

Die Hiobsbotschaft erreichte den Hüttenwart des «Naturfründehuus Mettmen» am Karfreitag. «Kurz vor 18 Uhr wurde mir mitgeteilt, dass unsere Zufahrt, die Strasse durchs Niderental, gesperrt werden musste», sagt Andreas Zimmermann. Ein Anwohner habe auf der Höhe der im Jahre 2021 sanierten Rutschfläche Wagenrunse in der Niderenstrasse Risse festgestellt», sagt Zimmermann. «Die Strassensperrung kommt zum schlechtesten Zeitpunkt. Wir stecken mitten in den Vorbereitungen.»

Rutschung hat sich grossflächig reaktiviert

Die ausgerückten Experten stellten fest, dass sich die Rutschung Wagenrunse unterhalb der Niderenstrasse grossflächig reaktiviert hat. Als Sofortmassnahme musste die Strasse gesperrt werden. Sicherheitshalber wurden vorsorglich fünf Häuser geräumt. Insgesamt mussten neun Personen evakuiert werden. Zusätzlich bleibt der Betrieb der Luftseilbahn Kies-Mettmen bis auf Weiteres eingestellt.

«Das Ganze macht mir schon Bauchweh»

Andreas Zimmermann, Hüttenwart «Naturfründehuus Mettmen»

Auf einmal steht Zimmermann wie im luftleeren Raum da. Kurz vor der Strassensperrung habe er noch eine Hüttenhilfe angestellt. «Am 1. Mai hätte sie anfangen sollen, sagt Zimmermann. Jetzt wisse er nicht, wie weiter: «Nicht nur mit der Hüttenhilfe, sondern auch mit der zwölfköpfigen Gruppe, die sich auf Ende Monat angesagt hat.»

«Zufahrt über Tannenberg ist keine Superlösung»

Sorgen bereiten dem Hüttenwart aber auch all jene Gäste, die sich sonst noch angemeldet haben. Und das sind nicht wenige: «Die Saison ist jetzt schon zu über 90 Prozent gebucht.» Über die Wochenenden sei praktisch keines seiner insgesamt 45 Betten mehr frei. «Was, wenn die Strasse wieder wie vor zwei Jahren für längere Zeit zu ist?», fragt Zimmermann. «Das könnte zu finanziellen Problemen führen.» Das Ganze mache ihm schon Bauchweh.

Die Zufahrt über den Tannenberg sei eine, wenn auch keine Superlösung, sagt Zimmermann weiter. Das habe man vor zwei Jahren gesehen. «Die Tagesgäste sind zu 50 Prozent ausgeblieben.» Hoffnung macht dem Hüttenwart aber die Tatsache, dass die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner am Samstag in ihre Häuser zurückkehren konnten. Ein Augenschein vor Ort hat ergeben, dass sich die Rutschung beruhigt hat. 

«Zurzeit nehmen die involvierten Fachpersonen verschiedene Messungen vor», schreibt Richard Schmidt, der Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus. «Die Sperrung der Niderentalstrasse dauert voraussichtlich aber noch einige Wochen.» Eine Zufahrt via Haslen sei provisorisch in Betrieb genommen worden. Sie stehe jedoch nur für Notfälle zur Verfügung», so Schmidt.

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