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Wer friert – verliert

Am Samstag, 8. Februar ab 19 Uhr, wagen sich in der Arena Klosters junge Unternehmerinnen und Unternehmer ins kalte Wasser. Dass Innovationen Investoren vorgestellt werden, kennt man zur Genüge, doch ist das «Polar Bear Pitching», nicht nur, was die Art der Präsen­tation angeht, einzigartig.

Davoser
Zeitung
08.02.25 - 07:00 Uhr
Ereignisse
Polar Bear Pitching
Mit dem «Polar Bear Pitching» kommt ein einzigartiger Event nach Klosters.

Die Start-Ups präsentieren bei diesem Format ihre Ideen nämlich im Eiswasser – dafür ohne Zeitlimit. Wir haben mit den Inititiierenden des Events gesprochen.

Yves Weibel: Wie kam es zur Idee, einen «Polar Bear Pitch» in der Arena in Klosters zu organisieren?

Marc Kunz: Basil Rüedi und ich waren im Juni 2024 an der Europakonferenz der Jungen Wirtschaftskammern (JCI) in Oulu, Finnland. Während der Konferenz sahen wir per Zufall einen Videoausschnitt vom «Polar Bear Pitching» sowie eine zehnminütige Kurzpräsentation des Events. In einem Nebensatz wurde erwähnt, dass eine solche Veranstaltung auch als Satelliten-Event ausgetragen werden kann. Der Optimismus und die positive Energie der gezeigten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Videoausschnitt wirkten einfach so motivierend, dass die Idee eines solchen Satelliten-Events in unserer Region geboren wurde und uns nicht mehr los liess. So entschlossen wir uns, diesen Event innerhalb der Jungen Wirtschaftskammer Davos-Klosters zu organisieren. Glücklicherweise bekamen wir sehr früh Unterstützung in der Person von Julia Hatt, JCI-Mitglied aus der Kammer Sarganserland. So wurde aus der Idee schliesslich ein gemeinsames, spannendes Projekt der zwei Kammern Davos-Klosters und Sarganserland. Neben der Veranstaltung in Klosters fanden dieses Jahr bereits Satelliten-Events in Tokyo und Neu-Delhi statt.

«Der Optimismus und die positive Energie wirkten einfach so motivierend»

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Gab es einen solchen Event schon einmal in der Nähe?

Julia Hatt: Nach unseren Informationen findet ein solcher Event gar zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz statt.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher am Event?

Marc Kunz: Eine geballte Ladung Unternehmertum und Ideenreichtum. Der Event ist so konzipiert, dass Investoren neue Investitionsopportunitäten kennenlernen und sich gegenseitig austauschen können. Zuschauer können sich vom Mut der Start-ups inspirieren lassen. Egal, ob sie selber ein Geschäft führen oder angestellt sind. Von Start-ups kann sich jeder etwas abschauen, im Sinne von Ideen sammeln, Zukunftsluft schnuppern, etwas wagen, an seine eigenen Ideen glauben. Denn ein wenig Start-up-Mentalität tut uns allen gut, um gerüstet für die Zukunft zu sein. Es ist ein einzigartiger Event, bei dem Leute wie du und ich, Start-ups und Investoren aufeinandertreffen. Und das alles kombiniert mit einer tollen Show. Zusätzlich wird dank der Zusammenarbeit mit der finnischen Handelskammer der Schweiz und dem Hauptevent in Oulu dem Event eine internationale Strahlkraft verliehen.

Wie viele Start-Ups nehmen teil, was machen diese, und woher kommen sie?

Basil Rüedi: Wir hatten rund 40 Bewerbungen aus der Schweiz, Indien, Skandinavien, Österreich und Grossbritannien. Dies zeigt die enorme Strahlkraft des Events. Für die Teilnahme am Event wurden die besten elf Bewerbungen von Schweizer Unternehmen durch die Jury ausgewählt. Es wird dem Publikum eine extrem grosse Palette an Geschäftsideen aus diversen Brachen geboten werden. Die Namen der Start-Ups möchten wir allerdings bis zum Event geheim halten, um die Spannung weiter zu steigern.

Was sind die Chancen für die teilnehmenden Start-Ups?

Julia Hatt: Die Gewinnerinnen oder Gewinner erhalten ein Preisgeld von 1000 Franken und zusätzlich die Chance, zu zweit ans Weltfinale nach Oulu zu reisen. Dort haben sie die Möglichkeit, nochmals die Geschäftsidee vorzustellen. Weiter erhält man die Möglichkeit, am Start-up -Programm im «Innoqube» in Chur teilzunehmen.

Was bringt ein solcher Event dem Forschungsstandort Davos Klosters?

Basil Rüedi: Da gibt es verschiedene Punkte. Erstens fördern solche Veranstaltungen Innovationen und Netzwerkbildung, so bringen Start-Ups neue Ideen und Technologien in die Region. Zudem kommen lokale Unternehmen, Investoren und junge Gründer zusammen, was langfristig zu neuen Kooperationen führt. Zweitens steigern solche Events ebenfalls die Standortattraktivität für Unternehmen und Investoren. Dies, indem sie Talente und Fachkräfte anziehen und auch Investoren anlocken. Drittens kann die Wirtschaft jenseits des Tourismus diversifiziert werden. Gerade für alpine Regionen ist es wichtig, sich nicht nur auf den Tourismus zu verlassen, sondern auch andere Wirtschaftssektoren zu entwickeln. Solche Events können Davos Klosters als innovativen Wirtschaftsstandort über den Wintersport- und die WEF-Reputation hinaus positionieren.

«Ein wenig Start-up-Mentalität tut uns allen gut»

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Sind weitere ähnliche Events geplant?

Julia Hatt: Ja, wir möchten diesen Event langfristig in der Region etablieren. Dank den vielen grosszügigen Sponsoren können wir den Event kostenlos der breiten Bevölkerung zugänglich machen. Gerne möchte die JCI Davos-Klosters alles daran setzen, den Event als festen Bestandteil in der Region zu verankern.

Mehr Informationen zum Event unter: www.polarbearpitching.ch

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