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Ofen im Krematorium muss saniert werden

Das Krematorium in Davos ist zwar nicht wirtschaftlich, doch wichtig für die ganze Region. Nun muss der Ofen Mitte November während rund zwei Wochen saniert werden. Doch was passiert während dieser Zeit mit den Verstorbenen, und lohnt sich die Investition in eine defizitäre Anlage?

Davoser
Zeitung
16.10.24 - 07:00 Uhr
Ereignisse
Der Ofen muss im November während zwei Wochen saniert werden.
Der Ofen muss im November während zwei Wochen saniert werden.
wey
Was bleibt nach dem Tod? Aus spiritueller Sicht eine sehr grosse Frage. Doch weltlich gesehen sind es bei fast 90 Prozent der Verstorbenen nur ein bisschen Asche. Kremieren ist mit Abstand die ­beliebteste Bestattungsmethode in der Schweiz. Tendenz steigend. In der Schweiz stehen rund 30 Krematorien mit insgesamt über 55 Öfen zur Verfügung. Einer der Öfen befindet sich in Davos. Doch wirtschaftlich ist dieser nicht. «Das Krematorium schreibt jährlich ein Defizit, das stimmt. Doch ist es sehr wichtig für die Menschen der Stadt und der Umgebung», erklärt Robert Walter, Betriebsleiter des Krematoriums Davos.

Dies zeigte sich auch in der Abstimmung vom Jahr 2013. Über 84 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten damals dem Einbau einer Rauchgasreinigungsanlage zu. 1.85 Millionen Franken kostete diese.

Und schon damals hiess es im Abstimmungstext: «Das Amt für Natur und Umwelt Graubünden hat die Fraktionsgemeinde aufgefordert, das Krematorium Davos auf einen gesetzeskonformen Stand zu bringen, sodass alle Emissionsbegrenzungen eingehalten werden können. Gemäss dem Fraktionsgemeinderat ist die Weiterführung des Krematoriums für Davos wertvoll und somit von allgemeinem Interesse. Überdies wird die Zahl der Feuerbestattungen in Zukunft weiter zunehmen.»

Sanierungen unvermeidbar, um den Betrieb weiter zu gewährleisten

Die grosse Zustimmung bei der Abstimmung zeige sehr gut auf, wie wichtig das Krematorium für die Bevölkerung sei, meint Walter. Doch brauche es auch immer wieder Sanierungsarbeiten im und um den Ofen. Nun wird Mitte November die Ausmauerung der Brennkammer für circa 175 000 Franken erneuert. Dies, weil sich die Steine in der Brennkammer aufgrund der grossen Hitze über die Jahre abnutzen. Der Betriebsleiter erklärt:  «Eigentlich muss diese Arbeit alle 10 Jahre, oder alle 10 000 Kremationen, in Angriff genommen werden. Da wir aber sehr rücksichtsvoll und gewissenhaft mit unseren Geräten umgehen, konnten wir die Sanierung der Ausmauerung lange hinauszögern.» So wurde diese zuletzt vor über 20 Jahren gemacht. Man sei sich bewusst, dass das Krematorium nicht wirtschaftlich sei. «Aus diesem Grund optimieren wir die Prozesse laufend und versuchen den Betrieb so kostensparend, sprich effizient wie möglich zu gestalten.»

Gute Zusammenarbeit zwischen Krematorien in der Region

Fast 10 500 Kremationen hat das Krematorium bisher durchgeführt. Rund 250 sind es jährlich. Während der Arbeiten am Ofen werden die Aufträge nach Chur überstellt. «Wir haben einen sehr guten Kontakt mit unseren Kollegen in Chur. Während wir den Ofen abstellen müssen, kommen unsere Särge in die Kantonshauptstadt. Allerdings ist dies auch umgekehrt der Fall», erläutert Walter. Dies zeige ebenfalls auf, dass ein Krematorium in Davos gebraucht wird. Die nächsten Anlagen nach Chur befinden sich in St. Gallen oder Rüti ZH.

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