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Das Karfreitags-Konzert begeisterte komplett

Davoser
Zeitung
07.04.24 - 14:00 Uhr
Ereignisse
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Chor, Orchester und Solisten vermochten am Karfreitag zu überzeugen.

Es wurde so ruhig in der von Mesmer Marco Kuhn konzertgerecht hergerichteten Kirche, dass man das Schmelzwasser vom Dach tropfen hörte. Aus dieser Stille heraus schob das Orchester, warm und einladend, das weite Tor zum faszinierenden Klangkosmos von Johannes Brahms auf. Mit dem deutschen Requiem in sieben Sätzen schuf Brahms keine klassische Totenmesse, sondern Musik des Trostes für die Hinterbliebenen. Ulrich Weissert führte mit erfahrener Hand durch die hochkomplexe Komposition. Der Chor überzeugte durch präzise Einsätze und klar vollzogene Wechsel in Rhythmus, Harmonie und Dynamik. Untermalt und begleitet wurde der Gesang vom versierten Spiel des, in Davos bestens bekannten, Kammerorchesters Cappella Vivace aus Rottweil. In überraschenden Akzenten traten die Spielfreude und das grosse Können der Musiker wunderbar hervor. Mit Bravour lösten die Gesangssolisten ihre äusserst anspruchsvollen Aufgaben. Der Zusammenklang der kraftvollen Baritonstimme von Nikolaus Fluck und des Chors, im dramatischen Höhepunkt des dritten Satzes «Herr, lehre doch mich», gehörten zu den berührendsten Momenten. Der Sopranistin Sidonie Otto gelang es, innig bekräftigt vom Chor, der tiefen Liebe des Komponisten zu seiner Mutter und der Trauer um sie bis in himmlische Höhen Ausdruck zu geben.Am Schluss bedankte sich das Publikum bei allen Mitwirkenden mit gefühlten 4:33 Minuten Applaus, der in einer «Standing Ovation» endete. Chor und Orchester antworteten darauf mit der Wiederholung des vierten Satzes «Wie lieblich sind deine Wohnungen». Darin werden mit tänzerischer Leichtigkeit und Zuversicht «die Freude von Leib und Seele in dem lebendigen Gott» gefeiert. Mit Sicherheit wurden die von den Musizierenden erbrachten Opfer an Zeit und Arbeit – gemäss den von Ulrich Weissert zitierten Worten des bulgarischen Philosophen Aivanhov – in Gold und Licht verwandelt.

Konzertbericht von Helen Steiner

Das Konzert in der Kirche St. Johann war ausgezeichnet besucht.
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