Ein Einblick in die Welt der Chirurgie
Im Rahmen der «AO Davos Courses» erhielten sechs Schülerinnen und Schüler der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos (SAMD) mit Vertiefungsfach Biologie die Gelegenheit, das Kongresszentrum zu besuchen und unter Anleitung eines Experten des Spitals Davos eine Schienbeinfraktur an einem künstlichen Knochen zu behandeln.
Im Rahmen der «AO Davos Courses» erhielten sechs Schülerinnen und Schüler der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos (SAMD) mit Vertiefungsfach Biologie die Gelegenheit, das Kongresszentrum zu besuchen und unter Anleitung eines Experten des Spitals Davos eine Schienbeinfraktur an einem künstlichen Knochen zu behandeln.
Selbst Hand anlegen
Nun folgte der Höhepunkt des Besuches – der praktische Teil. In einem vorbereiteten Übungsraum warteten vier Arbeitsstationen auf die Schülerinnen und Schüler, an denen sie die Herausforderung einer doppelten Schienbeinfraktur zu meistern hatten. Als Hilfsmittel standen Handwerkskoffer voller Instrumente zur Verfügung.
In Zweierteams ging es an die Arbeit. Die beiden Brüche wurden zunächst mit einer Weberzange – einer Art grosser Klammer, die wie eine Schere aussieht – fixiert, um die Stabilität zu gewährleisten. Anschliessend bohrten die Schülerinnen und Schüler mit möglichst grosser Präzision Spickdrähte in den Knochen. Doch das war nur der Anfang: Nun musste ein Loch vertikal durch den gesamten Knochen gebohrt werden. Mit einem Tiefenmesser wurde die exakte Länge überprüft, um die passende Schraubengrösse auszuwählen.
Dem wachsamen Auge von Hans-Curd Frei, Chefarzt Chirurgie/Orthopädie am Spital Davos, entging nichts. «Wenn du im OP meinen Knochen so durchbohren würdest, wäre ich nicht zufrieden», meinte er. «Da bräuchten wir Plan B.» Immer wieder war der Rat von Frei gefragt – etwa, wenn Schrauben zu lang waren oder schräg gebohrt wurde.
Trotz Zeitdruck ist Präzision gefragt
Der nächste Schritt war das Anbringen der proximalen lateralen Tibiaplatte, mit der die Fraktur stabilisiert werden sollte. Bohrer, Tiefenmesser und Schrauben wurden erneut präzise ausgewählt, um die Platte korrekt zu fixieren. Ganze sechs Mal wurde dies wiederholt, und alle kamen ins Schwitzen.
«Im OP muss es oftmals schnell gehen, aber trotzdem muss sehr genau gearbeitet werden», erklärte Frei. Die Schülerinnen und Schüler hätten gerne noch länger an den Brüchen gearbeitet, doch die Zeit reichte nicht aus.
Lange Tradition
Der Besuch der «AO Davos Courses» in Davos ist Teil einer langjährigen Tradition. Bereits im Vorfeld hatten zwei Klassen der SAMD das AO-Zentrum und das Spital Davos besucht. Bei einer Führung durch das «AO Research Institute» erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Forschung. Eine Woche später besuchten sie das Spital, um mehr über die Geschichte der Osteosynthese zu erfahren. Im «Skills Lab», einem Übungsraum, konnten sie gemeinsam mit Peter Däscher, «Senior Project Manager Education Platforms and Implementation» bei der AO, erkunden, dass das Operieren viel handwerkliches Geschick und Feingefühl erfordert.
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