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Nur eines ist klar: Die Stadt war es nicht

Nur eines ist klar: Die Stadt war es nicht

Die kürzlich installierte Badeverbotstafel beim Schiffssteg bei der Rapperswiler Hochschule ist weg. Wer sie entfernt hat, ist der Stadt unbekannt. Zwischenzeitlich hing ein mysteriöses Plakat dort.

Pascal
Büsser
18.08.21 - 04:30 Uhr
Ereignisse
«Verloren»: Anstelle der Badeverbotstafel hängt zwischenzeitlich ein rätselhaftes Plakat beim Schiffssteg der Hochschule.
BILD PASCAL BÜSSER

Sie sorgte für Diskussionen: die Badeverbotstafel beim neuen Schiffssteg bei der Liegewiese der Hochschule Ost. Erst auf diesen Sommer hin war der Steg installiert worden. Für die Oberseefähre, welche während zwei Wochen zwischen Rapperswil und Siebnen Fahrgäste beförderte. Rund eine halbe Million liess sich die Stadt die neue Anlegestelle kosten. Mit ihr wurde erstmals ein Badeverbot signalisiert. Das Gesetz sieht laut Kanton ein solches auch wegen der nahen Einfahrt zum Hafen Garnhänke bei der Hochschule ohnehin vor.

Polizei: Kein Kavaliersdelikt

Nun ist die Tafel schon wieder weg. Hat die Stadt damit auf die Kritik am Badeverbot reagiert? «Nein», sagt Stadtschreiber Stefan Eberhard auf Anfrage. Man wisse nicht, wer die Tafel entfernt habe. Die Stadt habe am 9. August davon Kenntnis erhalten. Was sich daraus für Konsequenzen ergeben, sei noch offen. Sprich: Ob man allenfalls Anzeige erstatte oder einfach eine neue Tafel aufhänge, müsse noch intern geklärt werden.

Am Samstag war der leere Rahmen der Tafel mit einem Plakat überklebt. Darauf war das Logo der Hochschule Ost zu sehen. Versehen mit dem Wortspiel Lost, also englisch für verloren. Ob allenfalls Studierende der Hochschule sich auf diese Weise einen Scherz erlaubt haben oder jemand anderes dahinter steckt, ist nicht bekannt. Bei der Kantonspolizei St. Gallen ist bis dato keine Meldung über den Verlust der Tafel eingegangen, wie Kapo-Sprecher Florian Schneider auf Anfrage sagt. Ein Bubenstreich ist die Entfernung einer behördlichen Tafel gemäss Schneider nicht. In der Regel ziehe das eine Busse nach sich.

Beliebte Badezone

Fakt ist, dass der Uferbereich rund um den Steg ein beliebter Badeort ist, nicht nur für Studierende der Ost. Auch am heissen vergangenen Wochenende hielten sich zahlreiche Personen dort auf. Und badeten im See.

Neben dem neuen Schiffssteg gibt es seit Langem einen Badesteg. Diesen hatte der Ruderclub Rapperswil-Jona vor rund 15 Jahren der Stadt beziehungsweise indirekt der Hochschule überlassen, als der Verein ins Lido übersiedelte und den Steg deswegen nicht mehr als Einstiegsstelle benötigte.

«Klares Ziel war es, mit dem Steg den Studenten das Schwimmen hinter der Hochschule zu ermöglichen», sagte Moritz Schnecko, ehemaliger Präsident und heute Vorstandsmitglied des Ruderclubs, gegenüber der «Linth-Zeitung» (Ausgabe vom 3. August). Dass nun genau dort ein Schwimmverbot gelte, könne er nicht nachvollziehen, sagte Schnecko Anfang Monat.

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