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Nach den übermächtigen Flammen in Schiers

Nach den übermächtigen Flammen in Schiers

In der Nacht auf Dienstag ist der Güterschuppen beim Bahnhof Schiers in Vollbrand geraten. Zwölf Stunden später sind das Feuer und seine Folgen noch allgegenwärtig. Ein Augenschein vor Ort. 

Simone
Zwinggi
vor 2 Monaten in
Ereignisse

Als ob ein riesiger Kohlegrill direkt vor einem stünde. So riecht es am frühen Dienstagnachmittag auf dem Bahnhofsparkplatz in Schiers. Weiss-rote Bänder sperren das Bahnhofsgebäude ab, das je etwa zur Hälfte aus einem Güterschuppen und einem Haus mit Bistro, Kundenschalter und einer Mietwohnung besteht. Die Tafel mit dem Postautofahrplan ist noch intakt, auch die Bank, die stirnseitig vor dem Gebäude steht. Doch heute darf niemand auf dieser Bank Platz nehmen. Männer beginnen, die heruntergefallenen, halb verbrannten Dachziegel wegzuräumen.

«Das muss im Dorf sein»

Die drei rüstigen Rentnerinnen, die Richtung Bahnhof spazieren, kommen vom Zmittag. Es sei kurz nach Mitternacht gewesen, als sie die Sirenen gehört habe, erzählt die jüngste der drei Frauen, die 83-jährige Annamarie Gerber. «Als die Sirene ganz laut wurde und dann plötzlich stoppte, wusste ich: Es ist hier im Dorf etwas geschehen.» Von ihrem Balkon im nahe gelegenen Wohnhaus habe sie zuerst den Rauch gesehen, der aufgestiegen sei. Zu diesem Zeitpunkt sei die Feuerwehr bereits im Einsatz gestanden. «Erst später begannen auch die Flammen sichtbar zu lodern.»

Zum Glück kein Wind

Unmengen an Wasser habe die Feuerwehr gespritzt, erzählt Gerber, aber: «Die Flammen waren unglaublich stark, die Feuerwehr kämpfte lange mit ihnen». Zum Glück, sagt sie, habe wenigstens der starke Wind der vergangenen Tage nicht mehr geweht. «Sonst wären die Flammen womöglich noch auf andere Gebäude übergegangen.»

Rund vier Stunden dauerte es, bis der Brand vollständig gelöscht war, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilt. Die Feuerwehr habe versucht, ein Übergreifen des Feuers auf das Bahnhofsgebäude zu verhindern. Bis auf einen kleinen Teil der Wohnung sei diese Vorhaben auch geglückt.

Kundenschalter im Container

Beim Güterschuppen ist der grösste Teil des Dachs niedergebrannt, die Wände sind gleisseitig fast komplett verkohlt. Die darin gelagerten Gerätschaften für die Gleisarbeiten seien kaputt, erklärt Simon Rageth von der RhB. Obwohl nur ein kleiner Teil der Mietwohnung im oberen Stock des Bahnhofsgebäudes durch das Feuer zu Schaden gekommen sei, sei diese unbewohnbar – wegen des Wassers und des Rauchs. «Für die Mieter konnten wir bereits eine vorübergehende Bleibe finden», erklärt Rageth. Das Bistro im Erdgeschoss musste geschlossen werden, für den Kundenschalter wird ein Container neben der Bahnhofsunterführung platziert, «der bis am Dienstagabend eingerichtet sein wird».

Die Brandursache wird derzeit von der Kantonspolizei noch abgeklärt.

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