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Wo sind die Bündnerinnen und Bündner des Jahres 2020?

Wo sind die Bündnerinnen und Bündner des Jahres 2020?

Die «Südostschweiz»-Medienfamilie sucht wieder den Bündner, die Bündnerin des Jahres. Wegen des aussergewöhnlichen Jahres 2020 aber erstmalig in einer etwas anderen Form.

Mara
Schlumpf
vor 2 Wochen in
Ereignisse
Auch dieses Jahr verleihen wir die Auszeichnung «Bündner des Jahres», aber etwas anders als bisher.
OLIVIA AEBLI-ITEM

von Mara Schlumpf und Kristina Schmid

Das Jahr 2020 war wahrlich kein besonders schönes Jahr. Ein neuartiges Virus hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Menschen sind gestorben, Jobs wurden gekündigt, Veranstaltungen verboten und das Leben, wie wir es kannten, war vorbei. Da stellte sich bald die Frage, ob die «Südostschweiz»-Medienfamilie unter solchen Umständen überhaupt einen Bündner, eine Bündnerin des Jahres wählen lassen sollte. Ist es angebracht, einen einzelnen Menschen für seine Leistungen auszuzeichnen, in einer Zeit, die von uns allen mehr abverlangt, als wir zu geben vermögen? Dafür gibt es nur eine Antwort: Nein. Nein, das wäre nicht angebracht. Dennoch möchten wir eine Auszeichnung verleihen. Wir alle haben im vergangenen Jahr Grosses geleistet. Und das gehört ausgezeichnet. Auch in Krisenzeiten.

Den Leistungen aller Menschen in Graubünden können wir nicht gerecht werden. Dessen waren wir uns stets bewusst. Grundsätzlich seid Ihr alle unsere Bündnerinnen und Bündner des Jahres 2020. Ihr alle habt es verdient, dass man Euch auszeichnet, lobt, Eure Bemühungen und Anstrengungen wertschätzt. Alle Eltern, die neben Haushalt, Homeoffice und Kindererziehung auch das Homeschooling gestemmt haben, alle enttäuschten Veranstalter, die ihre Events absagen mussten, alle Sportler, die ihre Leistungen nicht an einem offiziellen Wettkampf messen konnten, Ihr alle, die Ihr Tag für Tag mit Zukunftssorgen kämpft und trotzdem so viel leistet: Wir sehen Euch und wir verneigen uns vor Euch. Wenn wir jeden Einzelnen von Euch zu uns ins Medienhaus bitten und mit einer Medaille behängen könnten – glaubt uns, wir würden es tun.

Um möglichst vielen Menschen in Graubünden gerecht zu werden, ohne aber den Blick auf die Umsetzbarkeit zu verlieren, mussten wir uns auf vier Kategorien beschränken. Diese Personengruppen werden wir Euch ab Montag in einer Serie genauer vorstellen. Hier gibt es einen kleinen Ausblick darauf, was Euch in den nächsten Tagen erwartet, und für wen Ihr schon bald abstimmen können.

Die nominierten Personengruppen für den Bündner des Jahres 2020

Die Entscheidungsträger

Selten war die Politik so gefragt wie im Jahr 2020. Gebannt warteten wir alle auf neue Entscheidungen, Massnahmen, Lockerungen. Immer wieder wurden wir überrascht, enttäuscht und vor vollendete Tatsachen gestellt. Nicht selten richteten sich sämtliche Emotionen der Bevölkerung auf sie: die Entscheidungsträger. Sie mussten mit ihrem Namen und ihrem Gesicht hinhalten für etwas, das die wenigsten Menschen für gut befanden. Die Entscheidungsträger wurden zur Zielscheibe von Frust, Schuldzuweisungen und blieben gleichzeitig Symbol der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Das Gesundheitspersonal

Die Arbeit des Gesundheitspersonals war schon vor Corona keine einfache. Doch die Lage spitzte sich 2020 zu – und die ganze Welt wandte ihren Blick insbesondere auf die Intensivstationen in den Spitälern. Schlagartig wurde den Menschen bewusst, wie unverzichtbar die Arbeit des Gesundheitspersonals wirklich ist. Von Balkonen aus der ganzen Welt wurde den Männern und Frauen zum Dank applaudiert. Beruhigt hat sich die Situation allerdings noch nicht. Sie kämpfen weiterhin an vorderster Front gegen das Virus – zu den gleichen Bedingungen wie davor.

Die Wirtschaft

Zwei Lockdowns musste die Bündner Wirtschaft im Jahr 2020 über sich ergehen lassen. Dazwischen wurde von den Gastronomen und Detailhändlern die Ausarbeitung eines Schutzkonzepts verlangt, es wurde erwartet, dass Investitionen zur Sicherheit aller getätigt werden und wer Gelder von Bund oder Kanton benötigte, musste sich durch einen bürokratischen Urwald kämpfen. Nicht alle Geschäfte und Gastrobetriebe haben die finanziellen Einbussen wegstecken können. Bis heute sind Restaurants und Läden geschlossen. Eine Besserung der Situation scheint in weiter Ferne.

Die Kinder

Kinder brauchen Struktur, Stabilität und ein Umfeld, auf das sie sich verlassen können. Im Jahr 2020 wurde den Kindern all dies zwischenzeitlich genommen. Sie sahen ihre Freunde in der Schule nicht mehr, durften ihre Vereinsaktivitäten nicht mehr ausüben und mussten ihr Kinderzimmer zum Klassenzimmer umfunktionieren. Die Kinder waren laufend gezwungen, sich mit neuen Situationen zu arrangieren. Kein Besuch beim «Nani» mehr, keine Schulreise, keine Geburtstagsparty. Ohne die Tragweite der Pandemie zu verstehen, haben die Kinder verzichtet – zum Wohle der ganzen Bevölkerung.

 

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