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Bericht: Mittlerweile 55 Tote durch Coronavirus in China

Trotz drastischer Gegenmassnahmen nach dem Ausbruch der neuen Lungenkrankheit in China gibt es immer mehr Todesfälle in der Volksrepublik. Die Zahl der bestätigten Todesopfer sei inzwischen von 41 auf 55 gestiegen.

Agentur
sda
Sonntag, 26. Januar 2020, 05:17 Uhr Peking
Die durch das Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit aus China verbreitet sich weiter - überall auf der Welt schützen sich Menschen mittlerweile wie hier im Bild in Peking mit Schutzmasken.
Die durch das Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit aus China verbreitet sich weiter - überall auf der Welt schützen sich Menschen mittlerweile wie hier im Bild in Peking mit Schutzmasken.
KEYSTONE/EPA/wh GT

Dies berichtete die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» am Sonntag. Insgesamt hätten sich 1785 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt, der die neuartige Lungenkrankheit auslöst. Zuletzt war von knapp 1400 Infizierten die Rede gewesen.

Ausbreitung Stück-für-Stück

Weltweit kommen nach bisherigen Informationen rund 30 bestätigte Fälle hinzu - darunter drei Patienten in Frankreich, bei denen es sich um die ersten bekanntgewordenen Erkrankungen in Europa handelt. Nach Fällen unter anderem in Thailand, Singapur, Vietnam, Japan gaben auch die USA, Kanada und Australien bestätigte Coronavirus-Erkrankungen bekannt.

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping berief am Samstag in Peking ein Krisentreffen ein. Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Coronavirus höchste Priorität einräumen, sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Partei habe eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um das Vorgehen zu lenken. Teams würden in die Provinz Hubei entsandt, um die Arbeit vor Ort zu steuern.

Notstand in Hongkong

Im gesamten öffentlichen Verkehr würden Fieber-Messstationen eingerichtet, gab die nationale Gesundheitsbehörde am Samstag bekannt. Passagiere mit Verdacht auf eine Infektion müssten «sofort» in eine medizinische Einrichtung gebracht werden. Hongkong rief derweil den Notstand aus. Die beiden grössten Vergnügungsparks in Hongkong, Disneyland und Ocean Park, schliessen wegen des Virus ab Sonntag ihre Pforten. In der bevorstehenden Ferienwoche zum chinesischen Neujahrsfest hatten die Parks eigentlich mit einem Besucheransturm gerechnet.

Die Provinzhauptstadt von Hubei, die Millionenmetropole Wuhan, ist besonders stark vom Coronavirus betroffen: Dort war der Erreger vor wenigen Wochen vermutlich auf einem Tiermarkt auf Menschen übergesprungen. Inzwischen wurden mehr als 40 Millionen Menschen in gut einem Dutzend Städten im Herzen Chinas weitgehend von der Aussenwelt abgeschottet, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Amerikaner und Franzosen reagieren

Die Mitarbeiter des US-Konsulats in Wuhan sollen ausgeflogen werden, teilte das Aussenministerium in Washington in der Nacht auf Sonntag mit. Es werde ein Flug arrangiert, um US-Behördenpersonal und weitere US-Staatsbürger aus Wuhan nach San Francisco zu bringen, hiess es weiter. Der Flug sei für Dienstag geplant. Für Privatpersonen gebe es aber nur begrenzte Kapazitäten, schränkte die US-Behörde ein. Es werde den Menschen Vorrang eingeräumt, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, erklärte das US-Aussenministerium weiter. Auch Frankreich plane eine Evakuierungsaktion seiner Bürger aus der Hubei-Provinz, hiess es aus Paris. Sie solle per Bus erfolgen.

Jeder mit dem Virus Infizierte steckt Studien zufolge zwei bis drei weitere Personen an. Ob die Ansteckungsrate so bleiben werde, hänge von der Wirksamkeit der Gegenmassnahmen ab, sagten Wissenschaftler vom Imperial College in London und der Universität Lancaster. Um die Krankheit einzudämmen, müssten künftig mindestens 60 Prozent der Neuansteckungen verhindert werden.

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