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Das Avers bekommt für die nächste Woche eine Luftbrücke

Am Montagabend lösten sich bei der Kantonsstrasse im Avers grosse Brocken Felsen und Geröll. Die Strasse wird voraussichtlich eine Woche gesperrt sein, das Tal ist somit abgeschnitten. Der zuständige Revierförster und sein Team kamen knapp mit einem Schrecken davon.

Anna
Nüesch
Dienstag, 13. August 2019, 17:00 Uhr Nach Steinschlag
Auch einen Tag nach dem Steinschlag ist die Strasse ins Avers noch verschüttet.
TANJA EGLI

Heftige Niederschläge suchten Graubünden in den letzten Tagen heim. Im Avers führten die Regenfälle zu einem Felssturz, der das Tal für voraussichtlich eine ganze Woche von der Aussenwelt abschneidet, wie der regionale Betriebsleiter des Tiefbauamts Graubünden am Dienstagnachmittag bestätigt. Der lokale Förster und sein Team waren zum Zeitpunkt des Abgangs vor Ort und hatten Glück im Unglück.

Dass sich der Felsen oberhalb der Hauptstrasse bei Innerferrera löste, wurde bereits am Montagmorgen bemerkt. Das Team von Riccardo Ryffel, Betriebsleiter Forstbetriebe der Gemeinde Ferrera, arbeitete den ganzen Tag auf dieser Strasse. «Wir haben dort an einem Holzschlag gearbeitet.» Die Gefahr eines Steinschlags war Ryffel bewusst. «Wir haben die Veränderungen nach dem Wochenende bemerkt», erklärt er auf Anfrage.

Und hinter ihnen der Fels

Sein Team arbeitete danach im hinteren Teil der Strasse und meldete die Beobachtungen dem Tiefbauamt. Ryffels Arbeiter hatten dann auch dementsprechend Glück: «Nach dem Mittag ist mein Team vom hinteren Teil nach vorne gefahren. Sie haben gemerkt, dass immer mehr Material auf die Strasse kam. Unmittelbar danach löste sich der Felsen hinter dem Forstteam und schnitt die Strasse ab», sagt der Förster gegenüber Radio Südostschweiz. «Die Natur zeigt einem einmal mehr, wie klein man eigentlich ist.»

Wie Riccardo Ryffel die Situation empfunden hat, schilderte er Tanja Egli von Radio Südostschweiz:

Luftbrücke einrichten

Bereits am Sonntag habe sich die Situation abgezeichnet, sagt Paul Eicher, Leiter Betrieb Bezirk 7 des Tiefbauamts Graubünden. «Aufgrund der starken Niederschläge kam bereits am Wochenende Material über die Strasse. Am Montag kamen dann die grossen Brocken.»

Die Kantonsstrasse bei Innerferrera ist nun eine Woche gesperrt, bestätigt Eicher. «Während dieser Woche können die Leute weder ins Tal fahren noch laufen. Wir versuchen eine Luftbrücke einzurichten, denn ohne Helikopter haben die Leute keine Chance ins Tal oder heraus zu kommen.»

Es wird aufgeräumt

Die Räumung der Gefahrenstelle läuft wie folgt ab: Zuerst werden laut Eicher die Bäume im Gefahrenbereich gefällt. Danach werden die losen Steine oberhalb der Strasse gelöst und erst zum Schluss werde die Strasse aufgeräumt. «Momentan ist der Bereich auch auf der Strasse gefährlich. Deshalb mussten wir die Strasse sperren, denn es kommt immer noch Material runter.»

Die Kosten kann der Betriebsleiter noch nicht einschätzen. «Man sieht bisher nur, dass der Steinschlagschutz beschädigt ist.» Die beiden grossen Felsbrocken wegzuräumen, sei schnell gemacht. Die beiden grossen Steine sind jeweils rund zehn Tonnen schwer und werden laut Eicher weiter ins Tal gelassen. Die Strassenräumung selbst sei dann in einem halben Tag beendet.

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