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Val Parghera: Ein Rückblick

Rund sechs Jahre ist der Murgang von Val Parghera her. Heute Montag übergibt der Kanton Graubünden das Schutzbauwerk Val Parghera der Gemeinde Domat/Ems. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

Mara
Michel
Montag, 12. August 2019, 04:30 Uhr Erdrutsch 2013
PK Val Parghera Tobel
Ein immenser Murgang rutschte talwärts.
ROLF CANAL

Im Herbst 2012 verzeichnete die Val Parghera die ersten intensiveren Bewegungen. Durch die Schneeschmelze im Frühjahr 2013 rutschten mehrere 100'000 m3 loses Erdmaterial talwärts. Die ersten Murgänge erreichten am 20. April 2013 den Geschiebefang im Gebiet Purchera der Gemeinde Domat/Ems.

Die Kapazität des Geschiebefangs war schnell erschöpft, die Rüfe musste schnellstmöglich umgeleitet werden. Priorität hatte die Sicherung der RhB, Autobahn A13 und des Industriegebiets Paleu Sura. Dazu wurde im Geschiebefang eine Bresche geschlagen und das Rüfenmaterial über die Kantonsstrasse in landwirtschaftliches Gebiet geleitet. Das Landwirtschaftsgebiet unterhalb der Kantonsstrasse fungierte so als Notauffangraum.

Um die Strasse dem Verkehr möglichst rasch wieder zugänglich zu machen, errichtete man eine Notbrücke. Deren Bau gestaltete sich aufgrund der andauernden Murgänge schwieriger als geplant. Zwei Wochen nach den ersten Murgängen konnte die Brücke in Betrieb genommen werden.

Val Parghera 1946 Val Parghera 1946 Quelle: Bundesamt für Landestopografie Val Parghera 2014 Val Parghera 2014 Quelle: Bundesamt für Landestopografie

Anschliessend musste der Geschiebefang oberhalb der Kantonsstrasse erweitert werden. Zusätzlich erstellte man diverse Schutzdämme. Ausserdem richtete man ein Überwachungssystem ein.

Seit Beginn der Rüfe wurden die Schachstellen wie Kegelhals, Auffangräume, Auslaufbauwerk, Geschiebefang und die flache Kanalstrecke unterhalb des Geschiebefangs rund um die Uhr durch einen Picketdienst überwacht. Die Val Parghera war weiterhin aktiv, allerdings waren die vielen anschliessenden Murgänge jeweils nur so gross, dass sie alle in den Geschiebefängen aufgehalten werden konnten.

Mit einem Weichensystem wurden die Murgänge jeweils in die freien, provisorischen Auffangräume geleitet. War ein Geschiebefang voll, und das darin enthaltene Material transportfähig, wurde es in die Deponie Plarenga gebracht, und somit Platz geschaffen für allfällige neue Murgänge.
Bis heute sind alle Auffangräume mehrmals geleert worden.

Seit dem Frühling 2018 kann der neue Geschiebefang nach mehrjähriger Bauzeit seine Funktion erfüllen.

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