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Wenn ein Helikopter praktischer und günstiger ist als ein Kran

Das 100-jährige Schulhaus in Igis wird saniert. Die Ziegel für die Deckung des Daches wurden mit dem Helikopter hinaufgeflogen, was bei Anwohnern für Kopfschütteln gesorgt hat.

Nadine
Hinder
Samstag, 06. Juli 2019, 04:30 Uhr Sanierung Schulhaus Igis
40 Tonnen transportierte der Helikopter insgesamt. GIAN ANDREA ACCOLA

In Igis wird das alte Schulhaus saniert. Am Freitag schwebte dabei etwa eine Stunde lang ein Helikopter über der Baustelle und hob Material aufs Dach. Wäre das nicht einfacher - und günstiger - gegangen? Das Dach des Altbaus sei sehr steil und relativ hoch, erklärt Sepp Föhn, der Gemeindepräsident von Landquart. In diesem Fall sei, gemäss dem zuständigen Dachdecker, der Transport mit dem Helikopter die einfachste und effizienteste Methode, um die Ziegel auf das Dach zu bringen. So konnten die Steine gezielt auf dem Dach verteilt werden, dort, wo sie gelegt werden müssen.

Ein Kran sei während der ganzen Bauphase nicht im Einsatz gewesen. Wenn einer benötigt wurde, reichte ein kleiner Lastwagenkran. So einer wäre aber zu wenig hoch, um auf das Dach zu kommen. 40 Tonnen habe der Helikopter insgesamt auf das Dach geflogen. «Dieses Gewicht von Hand hinauftragen – keine Chance», sagt Föhn. Aber ein Kran sei nicht wirklich zur Wahl gestanden, da dieser für den Transport eines solchen Gewichts zu der jeweils benötigten Position riesig hätte sein müssen.

«Man hätte einen festen Kran aufbauen müssen, das hätte mehr Zeit und mehr Geld in Anspruch genommen», erklärt Föhn. Zudem stehe man mit der Sanierung unter Zeitdruck. Ein Jahr soll die Gesamtsanierung dauern, ein sehr ehrgeiziges Ziel für so ein Haus. Durch das heisse Wetter letzte Woche verzögerten sich die Arbeiten bereits, da die Arbeiter bei diesen Temperaturen nicht auf dem Dach arbeiten konnten. «So ging bereits viel wertvolle Zeit verloren», sagt der Gemeindepräsident. Die Wetteraussichten für dieses Wochenende setzten die Arbeiter zusätzlich unter Druck, denn Regen ist angesagt. Es mussten diese Woche also noch so viele Ziegel wie möglich verlegt und eine so grosse Fläche wie möglich gedeckte werden, bevor der Regen kommt.

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