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Auch für Katz und Kuh wirds brenzlig

Die grosse Hitze ist da und macht neben Mensch auch Tier sehr zu schaffen. Gerade die Tiere, die stark vom Halter abhängig sind, brauchen besondere Aufmerksamkeit und müssen entsprechend umsorgt werden.

Nadine
Hinder
Dienstag, 25. Juni 2019, 09:10 Uhr Hitzeperiode
Auch Hunde und Katzen müssen vor der Sonne geschützt werden.
ARCHIV

Dass Tiere bei hohen Temperaturen nicht im Auto gelassen werden dürfen, sollte mittlerweile jedem bekannt sein. Trotzdem gibt es immer wieder solche Vorfälle. Dies sei ein Spezialfall bei den Heimtieren in Bezug auf die Hitze. Einer, der zu Katastrophen führen kann und deshalb nie vergessen werden darf, wie Giochen Bearth, Kantonstierarzt und Leiter des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden, erklärt. Die Temperaturen im Auto steigen bei Sonneneinstrahlung enorm und schnell an. Dafür sind nicht einmal Hitzetage nötig, denn bereits bei 20 Grad steigt die Temperatur im Auto nach einer Stunde auf lebensgefährliche 46 Grad.

Die Temperatur im Auto steigt auch ohne Hitzetage sehr schnell sehr hoch an und stellt eine grosse Gefahr dar.
SUSY UTZINGER STIFTUNG FÜR TIERSCHUTZ

Kühler Sommer auf der Alp

Heimtiere, also Hunde, Katzen und auch exotische Tiere, seien unter normalen Umständen aber nicht gefährdet, sagt Bearth. Denn diese werden vom Tierhalter gut betreut und können jederzeit rein- und rausgehen oder auch mal ein Bad nehmen. Bei Nutztieren hingegen sieht die Situation schon kritischer aus.

Gut versorgt sind die Nutztiere im Sommerbetrieb auf der Alp. Dort ist es bedeutend kühler und jetzt, im Vorsommer, gibt es auch noch Weiden, die bewaldet sind und die Tiere somit Schatten finden können. Anders bei den Nutztieren, die eingezäunt im Heimbetrieb sind. Auf diese müsse man jetzt gut schauen, so Bearth.

Nicht alle Tiere können schwitzen

Dabei müsse auch beachtet werden, dass es rein von der Anatomie her verschiedene Varianten gibt, wie Tiere mit Hitze umgehen. Es gebe Tiere, die schwitzen können wie wir Menschen. Andere müssen den Wärmeaustausch anders regeln, beispielsweise mit Hecheln wie bei den Hunden. Dann gebe es Tiere, die können gar nicht schwitzen. So beispielsweise Schweine. Diese müssen sich im Dreck suhlen oder brauchen ein Bad, um sich abzukühlen. Auch bei der Haltung von Pferden müsse besonders Acht gegeben werden, wie auch bei Schafen, die mit ihrer Wolle sehr gut isoliert sind und die Hitze sich somit anstauen kann.

Auch eine Sonnenbrandgefahr besteht

Neben der Hitze sei aber auch die Kraft der Sonnenstrahlen nicht zu unterschätzen. Denn neben uns Menschen gibt es auch bei gewissen Tieren ein Sonnenbrandpotenzial. Schweine beispielsweise haben je nach Rasse eine sehr helle Hautfarbe und dünne Borsten, welche keinen Sonnenschutz bieten.

Auch Haustiere wie Hund und Katze sind betroffen. Besonders diejenigen mit weissem Fell, wenig Behaarung und sehr kurz geschorenem Fell. Oder auch jene mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet, wie die Veterinärmedizinische Universität Wien gegenüber Tierwelt Schweiz erklärt. Bei Hund und Katze betreffe dies vor allem die Ohren, die Nase, den Bereich um die Augen und den Rücken. Bei Tieren, die gerne den Bauch in die Sonne strecken, sei auch dieser gefährdet. Besonders empfindliche Tiere benötigen einen Sonnenschutz in Form von Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Bei längeren Wanderungen im Gebirge, wo die Sonnenstrahlung besonders intensiv ist, sollten die empfindliche Tiere gar Schutzkleidung tragen, wie Tierwelt Schweiz weiter schreibt.

Was man als Halter beachten muss

Solche Tiere sind stark auf uns Menschen angewiesen. Dabei ist besonders auf zwei Punkte zu achten, wie Bearth erklärt.

Punkt 1 ist der Witterungsschutz. Das heisst, die Tiere dürfen nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden, sondern brauchen Schattenmöglichkeiten. Wichtig dabei sei, dass die Tiere jederzeit in den Schatten gehen können. Eine Baumreihe, die nur bei einem gewissen Sonnenstand Schatten bietet, reiche keineswegs aus.

Punkt 2 ist das Trinken. Wie für uns Menschen sei es auch für Tiere enorm wichtig, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nutztiere, die in einem Zaun eingeschlossen sind und somit nicht selber entscheiden können, was sie tun wollen, müssen ständig Zugang zu Wasser haben.

Weiter gilt es, an den Wärmeaustausch der betroffenen Tiere zu denken. Schweinen muss also beispielsweise eine Suhle oder ein Bad zur Verfügung stehen.

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Viele der aus zweckentframdetem Volksvermögen nach Giesskannenprinzip hoch subventionierten Schweizer Luxusbauern scheren sich einen Deut um das Wohl der ihnen anvertrauten Kreaturen.

Ist man an den heissen Sommermonaten über Land unterwegs, fällt auf, dass Bauern und andere Tierhalter Schafen, Rindern und vereinzelt auch Pferden aus Nachlässigkeit, Desinteresse oder weil es dafür keine Subventionen gibt, öfter keine Möglichkeit des Rückzugs in schattige Zonen bereitstellen und die Tiere in krassen Fällen sogar noch ohne genügende Wasserversorgung, auf den Weiden halten.

Ich apelliere vergebens regelmässig an die Medien persönlich, mit der Bitte, über ihre jeweiligen Meteo-Kanäle, Staatsfernsehen und andere Kommunikationsmittel, Landwirte und Tierhalter aufzufordern ihren Pflichten den Tieren gegenüber angesichts der extremen Hitze besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Anscheinend findet es von den „Fachleuten“ niemand wichtig, sich der „Sache Tier“ anzunehmen. Gibt halt weder Honorar, noch Quote.

Traurige Gesellsch