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RhB-Zug wird geblitzt

Im Prättigau wurde Anfang Mai ein Zug der RhB von einem mobilen Radargerät mit knapp 90 Stundenkilometern geblitzt. Der Lokführer filmte den Moment - und erlebte kurz darauf einen Schrecken fürs Leben.

Oliver
Fischer
Donnerstag, 06. Juni 2019, 17:07 Uhr 90 in der 50er-Zone
Zweimal die gleiche Stelle auf der RhB-Strecke im Prättigau bei Schiers.
LESERREPORTER/SCREENSHOTS

Handy-Filmchen aus Führerkabinen – da war ja erst kürzlich eine kleinere Geschichte am Laufen. Und jetzt geht bereits das nächste Video aus einem Führerstand und aus Graubünden viral. Diesmal stammt der Clip von einem Lokführer der RhB, der in der Nähe von Schiers filmt, wie sein Zug von einem mobilen Radargerät der Kantonspolizei Graubünden geblitzt wird. «Tätätä - knappe 90 und das in der 50er-Zone. Achtung - und Foti», kommentiert der Lokführer den Moment, als er geblitzt wurde.

 

LESERREPORTER

Während das Video aus dem Lastwagen den Fahrer seinen Job gekostet hat, ist der RhB-Lokführer mit dem Schrecken davon gekommen. Das dafür gleich doppelt. Denn zunächst hatte der Mann den Clip nur im kleinen Freundeskreis einigen Personen geschickt, wie RhB-Mediensprecherin Yvonne Dünser gegenüber «suedostschweiz.ch» sagt: «Er war selber überrascht und auch erschrocken, dass es immer weiter und unkontrollierbar geteilt wurde. Es wird ihm eine Lehre sein.»

Wie der Vorgesetzte des Lokführers auf das Video im Detail reagiert hat, entzieht sich unserer Kenntnis, allzu sehr dürfte sich der Mann aber nicht auf das Vier-Augen-Gespräch gefreut haben. Damit der Vorfall aber nicht nur für den Lokführer eine Lehre sein wird, nutzt die RhB das Video, «um generell die Belegschaft wieder einmal darauf aufmerksam zu machen, dass ein bewusster Umgang mit den sozialen Medien angebracht ist», sagt Yvonne Dünser.

Sicherheit war nie in Gefahr

Nicht zu vergleichen ist das RhB-Lokführer-Blitzer-Video mit dem Lastwagen-Velofahrer-Fluchtiraden-Video in rechtlicher Hinsicht oder in Sicherheitsfragen. Denn: Die Lokführer dürfen, und müssen manchmal sogar, während der Arbeit das Handy benutzen. «Das Handy ist auch ein Arbeitsgerät und wird in ähnlichen Situationen auch zur Hand genommen, wenn beispielsweise mit der Leitstelle kommuniziert wird», erklärt Dünser. «In ihrer verantwortungsvollen und verantwortungsbewussten täglichen Arbeit wissen die Lokführer, wann sie es zur Hand nehmen können oder müssen, und wann sie es bleiben lassen.»

Bei konstanter Fahrt und auf übersichtlichen Strecken könne der Lokführer alle relevanten Funktionen auch wahrnehmen, wenn er die Bedienelemente der Lok nicht ständig festhalte, sagt Dünser. «Andere Gegenstände oder eben auch ein Handy festzuhalten und zu bedienen, ist gut möglich. Die Sicherheit der Zugfahrt war beim betreffenden Video also nicht beeinträchtigt», betont die Mediensprecherin.

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