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Patrik Degiacomi: «Die Bedürfnisse der Familie stehen im Vordergrund»

Nachdem der 14-jährige David an der Maiensässfahrt tödlich verunglückt ist, findet heute in der Stadt Chur ihm zugunsten ein Trauermarsch statt. Stadtrat und Schulvorsteher Patrik Degiacomi kam dem Wunsch der Opferfamilie nach und stellte innert kürzester Zeit den Marsch und die Trauerfeier auf die Beine.

Jürg
Huber
Sonntag, 26. Mai 2019, 14:17 Uhr Trauermarsch für David
Chur Gemeinderatssitzung Gemeinderat
Der Stadtrat Patrik Degiacomi unterstützt die Gedenkveranstaltung und übernimmt deshalb die Organisation.
Olivia Item / OLIVIA ITEM

Am Samstagabend hat die Stadtkanzlei bekannt gegeben, dass es heute einen Trauermarsch für den verstorbenen David geben wird (suedostschweiz.ch berichtete). Der Schüler stürzte am Donnerstag an der Maiensässfahrt oberhalb der Stadt Chur 200 Meter in die Tiefe. Die Bestürzung und Trauer über den Todesfall ist auch nach vier Tagen noch immer gross. Nun rufen Bekannte der Opferfamilie zu einem Trauermarsch auf. Patrik Degiacomi, Stadtrat und Schulvorsteher, unterstützt die Gedenkveranstaltung und übernimmt die Organisation. 

«Eine Bekannte aus der Opferfamilie, die meine Frau kennt, kam mit der Idee für den Trauermarsch. Meine Frau teilte mir dies mit und dann ging alles relativ schnell. Ich habe mit dem Stadtpräsident gesprochen und alles Polizeiliche abgeklärt», sagt Patrik Degiacomi gegenüber suedostschweiz.ch.  

Ursprünglich hätte der Trauermarsch am Montag stattfinden sollen. Aufgrund der morgigen schlechten Wettersituation wurde es auf heute Abend vorverlegt. «Wir wollten nicht, dass sich der Marsch mit dem Charityevent «Ruedirennt» kreuzt. Dennoch war das nicht der Hauptgrund, warum wir ihn gegen 17 Uhr angesetzt haben. Die Bedürfnisse der Familie standen hier ganz klar im Vordergrund. Nach Absprache stimmten sie dem Zeitpunkt für den Marsch und der Trauerfeier zu», bestätigt der Stadtrat. 

Kerzen und Bilder von David

Besammlung ist heute um 17 Uhr bei der Stadthalle Chur. Die Route des Trauermarschs ist eng an die Maiensäss-Tradition angelehnt. Gemäss Degiacomi werden bei der Besammlung Kerzen und Plakate mit Bilder von David, welche während dem Marsch hochgehalten werden, verteilt. Ob die Trauerfamilie auch vor Ort sein wird, kann Degiacomi noch nicht definitiv sagen: «Ich habe mit dem Vater telefoniert. Möglicherweise soll ein Bekannter der Familie ein paar Worte sagen. Bestätigen kann ich das aber nicht, weil es von der aktuellen Verfassung der Familie abhängig ist.» Die Trauerfeier soll auf der Quaderwiese stattfinden. 

«Ich wünsche mir, dass möglichst viele Leute heute kommen. Nachdem David der einzige war, der nicht mit den anderen zurückkehrte, soll er symbolisch von allen Mittrauernden zurück in die Gemeinschaft der Churer Stadtbevölkerung getragen werden,» sagt der Stadtrat und fügt folgendes noch hinzu: «Dieser Trauermarsch ist für David, für ihn ganz allein.»

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