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Die Äschen im Engadin stehen unter Beobachtung

Ende April hat das Amt für Jagd und Fischerei rund 100 Äschen mit einem elektronischen Passivsender versehen. Das Ziel: Man will den Ursachen des starken Fangrückgangs auf die Schliche kommen.

Simone
Zwinggi
Mittwoch, 22. Mai 2019, 04:30 Uhr Weil Bestand stark zurück geht
Die markante Rückenflosse der Äschen sieht man immer weniger in Graubünden.
ARCHIV

Kürzlich hat das Amt für Jagd und Fischerei dazu aufgerufen, den Fang markierter Äschen zu melden. Ein Aufruf, der auch auf Facebook die Runde macht:

In den vergangenen Jahren ist in Graubünden ein klarer Einbruch beim Fangerfolg der Äschen verzeichnet worden, wie Fischereibiologe Marcel Michel erklärt. «Nun wollen wir herausfinden, was der Grund für diesen Rückgang von rund 75 Prozent ist.» Ende April hat das Amt für Jagd und Fischerei deshalb rund 100 Äschen markiert und im Engadin zwischen Celerina und Zernez im Inn ausgesetzt.

Ausgedehnte Untersuchung

Das Amt für Jagd und Fischerei möchte in einer vertieften Studie herausfinden, wie es um den Äschenbestand im Engadin steht. Dazu gehören gemäss Michel verschiedene Massnahmen. «Wir machen diverse Abfischungen und setzen markierte Fische aus, um zu sehen, wo sie sich wann aufhalten.» Es müsse nicht zwingend von einem schlechten Zustand der Äschenpopulation ausgegangen werden, sagt Michel. «Vielleicht verteilen sich die Äschen einfach in einem grösseren Gebiet.» Auch die Schwall-Sunk-Problematik, also die Abflussschwankungen in der Nähe von Wasserkraftwerken, oder andere, bislang unbekannte Gründe könnten zum Rückgang der Äschen beigetragen haben. «Aber um die Ursachen eines Rückgangs zu erforschen, müssen wir zuerst belegen, dass die Population tatsächlich zurückgegangen ist», erklärt der Fischereibiologe.

Das Projekt ist erst gerade angelaufen und soll über die nächsten drei Jahre weitergeführt werden. «Das Projekt ist relativ aufwendig. Wir haben Antennen im Inn und beim Einstieg in Seitengewässer ausgelegt, welche die Bewegungen der elektronischen Sender der Äschen einfangen», so Michel. Ebenso sollen Jungfische umquartiert werden. «Die verschiedenen Massnahmen setzen wir schrittweise um», so Michel.

Äschen kommen in Graubünden hauptsächlich im Inn, vereinzelt auch im Alpenrhein vor. Die 30 bis 50 Zentimeter grossen Speisefische sind schwierig zu fangen. Sie dürfen erst ab 1. Juni gefangen werden.

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Zur Zeit halten sich wohl so um die 20 Aeschen bei der Surlejbrücke zwischen Silvaplanersee und dem Lej Suot zum Laichen auf. Die hätten gestern zwei Jungfischer glatt rausgeholt, wenn ich sie nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, dass das Aeschenfischen erst ab dem 1. Juni erlaubt ist. Kurze Videos der Aeschen sind zu sehen auf Instagram #everydayengadine