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Frostkerzen stehen unverbraucht in den Rebbergen

Die Temperaturen haben in der Nacht auf Sonntag die Nullgradgrenze knapp nicht erreicht. In der Bündner Herrschaft haben sich mehrere Winzer auf das Szenario von Temperaturen im Minusbereich vorbereitet und Frostkerzen aufgestellt. Und sie lassen sie vorerst stehen.

Philipp
Wyss
Sonntag, 05. Mai 2019, 13:56 Uhr Winzer bangen weiter

Wie Ueli Liesch, Präsident des Branchenverbandes Graubünden Wein, auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» sagte, haben in den vergangenen Tagen mehrere Winzer zwischen Fläsch und Malans Frostkerzen aufgestellt. Die Nacht auf Sonntag war die erste kritische, so Liesch. Da drohten die Temperaturen unter die Nullgradmarke abzusinken. 

Der Fläscher Winzer Christian Hermann postete am Samstag folgendes auf Facebook:

Angezündet hat Hermann die Kerzen in der Nacht auf Sonntag nicht. Er glaubt nicht, dass dies beim staken Wind in Fläsch viel Sinn gemacht hätte. Viele Winzer könnten ihre Kerzen aber in der Nacht auf Montag anzünden.

«Die Kaltfront macht uns Winzern etwas Sorgen. Aber in der Nacht auf Sonntag sanken die Temperaturen nicht in den Gefrierbereich», so Liesch. An verschiedenen Orten seien zwar Frostkerzen aufgestellt, aber nicht angezündet worden. Von Schäden hat Liesch keine Kenntnisse. Und auch wo Frostkerzen angezündet wurden, konnte Liesch nicht sagen. In Malans haben laut einem Leserreporter Frostkerzen gebrannt. Liesch selbst hat ebenfalls Frostkerzen bereit gestellt, sie aber nicht angezündet.

Für die Nacht auf Sonntag haben die Prognosen keine Temperaturen unter null Grad angesagt. Heikel würden aber die kommenden beiden Nächte. Aktuell sagen die Prognosen Temperaturen um null Grad voraus. «Wenn aber die Bewölkung verschwinden würde und es klare Nächte geben würde, könnten die Temperaturen sinken und dann würde es kritisch», so Liesch weiter.

Minustemperaturen bei fortgeschrittenen Austrieb bringt Rebtriebe zum Erfrieren. Dadurch kann mehr oder weniger der Ernte vom Herbst schon vor dem Heranwachsen zerstört werden. In den vergangenen vier Jahren kam dies dreimal vor. Bei Temperaturwerten knapp unter dem Gefrierpunkt schützen Winzer die Triebe mit sogenannten Frostkerzen. Diese erhöhen die Temperatur in Bodennähe um einige Grade. Damit können Frostschäden abgewendet werden. Was tolle Bilder gibt, macht manch einem Bündner Winzer Existenzsorgen.

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