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15 Millionen wurden im Bergell eingesetzt, 30 weitere dürften folgen

Anderthalb Jahre nach dem Bergsturz am Piz Cengalo wurden im Bergell bisher rund 15 Millionen Franken für Sofortmassnahmen und Instandsetzungen eingesetzt. Der Kanton rechnet mit rund 30 weiteren Millionen bis Ende 2023.

Südostschweiz
Dienstag, 02. April 2019, 09:39 Uhr Bergsturz am Piz Cengalo

Über 14 Millionen Franken haben Herr und Frau Schweizer in den Wochen und Monaten nach dem Bergsturz am Piz Cengalo im August 2017 für die Opfer des Unglücks im Bergell gespendet. 2,1 Millionen Franken dieser Spendengelder konnten bisher zugewiesen werden, wie der Kanton Graubünden nun, rund anderthalb Jahre danach, mitteilt. Was auf den ersten Blick nach wenig klingen mag, hat damit zu tun, dass Spendengelder erst eingesetzt werden, nachdem die Subventionsbeiträge der öffentlichen Hand sowie Leistungen der Versicherungen, des Schweizerischen Elementarschädenfonds, der Elementarschadenkasse Graubünden oder anderer Geldgeber ausbezahlt worden sind. Allein die Gebäudeversicherung Graubünden habe bisher rund 13 Millionen Franken für Schäden an Liegenschaften beigesteuert, heisst es etwa.

Die bisher eingesetzten Mittel setzen sich wie folgt zusammen:

Soformassnahmen für die Instandstellung der Infrastruktur durch die Gemeinde Bergell (alle Zahlen gerundet):

  • Total: rund 15 Millionen Franken
  • davon Subventionen Bund/Kanton: 9,9 Millionen Franken
  • Privatversicherung Gemeinde und Gebäudeversicherung GR: 2,9 Millionen Franken
  • Restkosten: Spendengelder 1,5 Millionen Franken

Spendengelder direkt an Private, Vereine und Gewerbe:

  • Total: 544'000 Franken
  • davon Soforthilfe: 164'000 Franken
  • 2. Phase auf Gesuch: 380'000 Franken

Die rund 2,1 Millionen Franken eingesetzten Spendengelder stammen aus diesen Quellen:

  • Schweizerische Patenschaft für Berggemeinden: 650'000 Franken
  • Glückskette: 931'000 Franken
  • Caritas Schweiz: 50'000 Franken
  • Spendenkonto der Gemeinde: 452'500 Franken

Eingegangene Spenden an diese vier Organisationen:

  • Schweizerische Patenschaft für Berggemeinden: 2,4 Millionen Franken
  • Glückskette: 5,9 Millionen Franken
  • Caritas: 1,3 Millionen Franken
  • Spendenkonto der Gemeinde: 4,8 Millionen Franken

Die effektiven Kosten der Folgen des Bergsturzes sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau bezifferbar, weil diese massgeblich vom weiteren Wiederaufbau im Dorf Bondo abhängen. Der Kanton schätzt, dass die Gemeinde in den Jahren 2019 bis 2023 mit Kosten von rund 30 Millionen Franken für den Wiederaufbau von Infrastrukturen, Strassen, Brücken und Wegen sowie für Schutzmassnahmen konfrontiert sein wird. Bund und Kanton werden dafür Subventionen bereitstellen, zusätzlich werden weitere Spendengelder zur Minderung der Restkosten eingesetzt. (ofi)

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