×

Halb so viele gerissene Tiere wie im Wallis

Immer wieder sorgt der Wolf für Schlagzeilen. Wie sieht die Situation in Graubünden aus? Wir liefern einen aktuellen Überblick.

Südostschweiz
Freitag, 07. Dezember 2018, 04:30 Uhr Auf der Lauer vor dem Wolf
Ein Bild aus dem letzten Jahr: Hier Riss Wolf M75 zwei Schafe.
ARCHIV/MARIANO COMINELLI

«Wolf reisst xy Schafe» oder «Erneuter Wolfangriff» sind Schlagzeilen, die wir kennen – auch in Graubünden. Allerdings ist seit den letzten Vorfällen in der Südostschweiz einige Zeit vergangen. Anders sieht die Situation im Wallis aus. Dort liegt die Zahl der Nutztiere, die von einem Wolf gerissen wurden, bereits bei 269 in diesem Jahr – das sind fast doppelt so viele wie in Graubünden. Weshalb? Immerhin gibt es in den beiden Bergkantonen fast genau gleich viele Nutztiere.

Herdenschutz wird grossgeschrieben

David Gerke von Wolf Schweiz ist davon überzeugt, dass die tiefe Wolfsriss-Rate in Graubünden mit den Massnahmen des Herdenschutzes zusammenhängt. So gebe es in Graubünden mehr Herden als im Wallis, die von einem Hirten bewacht, in der Nacht eingezäunt oder von einem Hund beschützt werden. «Damit hat Graubünden wesentlich bessere Voraussetzungen», so Gerke.

Am meisten Wölfe und doch am wenigsten Risse

Dass wir im Kanton Graubünden gut aufgestellt sind, was Herdenschutzmassnahmen betrifft, sei bekannt. Nichtsdestotrotz: Das Jahr 2018 wird auch bei uns als «schlechtes» Jahr in die Geschichtsbücher eingehen. Insgesamt gab es bis im Oktober 115 Fälle von Schafsrissen. Halb so viele wie im Wallis, aber dennoch viele, so Gerke abschliessend.

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Warum wird diesem Herr Gerke der "Pro Wolf Gruppe Schweiz" so viel Aufmerksamkeit gegeben in Presse und Radio?
Dieses Gruppe bezeichnet Leute, die die Menschen und Nutztiere vor dem Wolf schützen wollen auf ihrer HP als Zitat: "militante Raubtiergegner"! Das zeigt doch gerade, dass die Gruppe Wolf Schweiz militant ist!
Ich hoffe, dass mein Leserbrief doch noch abgedruckt wird, auch wenn zwischenzeitlich angeblich nicht mit der DNA nachgewiesen werden konnte, dass es ein Wolf war. Das heisst aber noch lange nicht, dass es kein Wolf war! Hier mein noch nicht gedruckter Leserbrief:

Wolf greift Gärtner an
Und schon wieder ein riesiger, einseitiger „pro Wolf Artikel“ von Ursina Straub über die Wölfe, die nichts nützen, viel Schaden anrichten und den Steuerzahler pro Jahr zwischen 4 bis 10 Millionen Franken kosten wenn man wirklich alles rechnet. Seltsamerweise wird im einen Artikel gross ein angeblich gewildeter und angefressener Wolf gezeigt. Es FEHLEN aber die grausamen Bilder von halblebenden oder getöteten Nutztieren. Weshalb wohl? Vielleicht weil Frau Straub im Auftrag des WWF, Pro Natura oder anderer Verbände immer wieder verharmlosende Artikel über den Wolf schreibt mit ach so harmlosen Bildern von Jungwölfen und damit dem Volk Sand in die Augen streut? Leider wird es nicht mehr lange dauern, bis der erste Mensch auch in der Schweiz von Wölfen angegriffen und/oder getötet wird, wie letzte Woche in Deutschland, wo ein Friedhofsgärtner von einem Wolf angegriffen und gebissen wurde. Warum spielen die Verantwortlichen mit dem Volk "Russisches Roulette"? Was nützt es dann den Betroffenen, wenn die Verantwortlichen, die Grossraubtiere immer noch verharmlosen, es bedauern? Die gehören dann alle ins Gefängnis! Es ist höchste Zeit zu handeln und es sind alle Grossraubtiere aus der Schweiz zu entfernen! Schauen Sie sich unbedingt die 14 Minuten des Films: Der Wolf – Verschwiegene Fakten und Gefahren bei Youtube an.
Pius Wihler aus Zizers, Menschenschutz Schweiz

Ausgabe vom 19.11.18 Seiten 1 und 3,
Ausgabe vom 24.11.2018, Seiten 1,2 und 3