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«Ort der Erinnerung» eingeweiht

Was geschehen ist, soll nicht in Vergessenheit geraten. Regierungsrat Jon Domenic Parolini hat zusammen mit Opfervertretern den «Ort der Erinnerung für die Betroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in Graubünden» eingeweiht.

Südostschweiz
Freitag, 09. November 2018, 13:35 Uhr Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen
Der «Ort der Erinngerung» soll helfen das Geschehene zu verarbeiten.
SYMBOLBILD/PIXABAY

Kinder wurden grundlos fremdplatziert und lebten unter unvorstellbaren Bedingungen. Es ist ein dunkles Kapitel in der Bündner Geschichte. Die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in Graubünden ist der Regierung ein wichtiges Anliegen. Beim Fürstenwald neben dem Waldhausstall (Ecke Fürstenwaldstrasse/Prasserieweg) wurde am Freitag der «Ort der Erinnerung» eingeweiht. «Der Ort soll helfen, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät und soll Betroffenen eine Möglichkeit bieten, das Geschehene zu verarbeiten», schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Ein weiterer Schritt

Bereits vor einem Jahr hat sich Jon Domenic Parolini im Namen der Bündner Regierung bei den Betroffenen für das erlittene Leid entschuldigt. Als Zeichen der Erinnerung wurde damals in der Nähe des Waldhausstalls ein Nussbaum gepflanzt. Der Weitblick in das Churer Rheintal soll dazu einladen den Blick auch in die Zukunft zu richten.

Mit der aktuellen Einweihung ist die Auseinandersetzung mit dem Thema noch nicht abgeschlossen. Für 2020 ist im Rätischen Museum eine Ausstellung zum Thema geplant. Der «Ort der Erinnerung» ist öffentlich und jederzeit zugänglich.

Anlaufstelle
Die Opferhilfe Graubünden ist die Anlaufstelle für Direktbetroffene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen bis 1981. Sie ist für eine kostenlose Beratung unter der Telefonnummer 081 257 31 50 und der E-Mailadresse opferhilfe@soa.gr.ch erreichbar.

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