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Im Helikopter von Kalifornien ins «Ländle» geflogen

Kürzlich wurde Schweizer und Liechtensteiner Luftfahrt-Geschichte geschrieben. Die Valair AG in Balzers übersiedelte einen neuen Helikopter aus den USA gleich selbst – auf dem Luftweg.

Philipp
Wyss
Dienstag, 04. September 2018, 14:38 Uhr Luftfahrt-Geschichte

Die Robinson Helicopter Company im kalifornischen Torrance liefert ihre Maschinen üblicherweise in Kisten an ihre Kunden aus. Die Anfrage aus Balzers im Fürstentum Liechtenstein überraschte darum auch die Amerikaner. «Wisst ihr überhaupt, was ihr da vorhabt?», haben sie uns gefragt, erinnert sich Hansruedi Amrhein im «Liechtensteiner Vaterland». Amrhein ist Gründer und Inhaber des Helikopterdienstleisters Valair.

Im Namen eines Privatkunden machte sich Valair-Chefmechaniker Arthur Hofer auf und präparierte die Maschine in den USA; er montierte spezielle Displays und Höhenmeter sowie einen Zusatztank an der Maschine. Ende Juli folgte ihm Paul Campiche, Cheffluglehrer der Valair.

Wir sind glücklich und stolz dass die HB-ZVC nach langer Reise, mit Ausgangspunkt Torrance, USA wohlbehalten in Blazers,...

Gepostet von Valair Helikopter am Samstag, 1. September 2018

Und so startete am 30. Juli ein Abenteuer über 11'300 Kilometer und einer reinen Flugzeit von knapp 67 Stunden. «Es war eine wunderschöne Reise. Wir haben unglaublich viel gesehen», erinnert sich Campiche. Von den USA gings über Kanada, Grönland, Island, die Färöer Inseln, Schottland, Frankreich über die Schweiz bis nach Balzers. Und das bedeutete Schweizer und Liechtensteiner Luftfahrt-Geschichte.

Doch beim ganzen Abenteuer betont Campiche auch, dass der Flug keine Ferien waren, sondern eine Menge Arbeit bedeutete: «Ein wenig unter Strom stand ich immer». Nach Erreichen eines Etappenziels richtete sich der Blick des Piloten sogleich nach vorne. Den Reiseplan gab auch das Wetter vor. Über besiedeltem Gebiet plante er manchmal auch spontan, weil in den zahlreichen Dörfern und Städten immer genügend Tankmöglichkeiten vorhanden waren.

Aber über Eis oder Wasser fehlten diese Optionen und der Druck auf Pilot Campiche stieg. Nicht auszudenken, wenn es zu technischen Problemen oder Wetterstürzen gekommen wäre. Kam es aber nicht, und so setzte S66 am 16. August nach einer langen Reise in Balzers auf.

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Hey, super und Gratulation.Ich wollte vor ca. 20 Jahren eine Beach Bonanza 36 Tc selbst von den USA in die Schweiz fliegen, habe dann aber eine "günstige" in Deutschland gefunden. Eigentlich schade, denn ich hätte dieses Abenteuer gerne gewagt.
Herzliche Grüsse,
Peewee Windmüller