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Glarus zu Gast bei den Ürnern

Glarus zu Gast bei den Ürnern

Was für ein freundeidgenössisches Klausen-Happening: Altdorf empfängt Glarus herzlich zum Geburtstagfest der Schweiz.

Martin
Meier
vor 3 Jahren in
Ereignisse
Rund 300 Glarnerinnen und Glarner, angeführt von Christian Marti, reisten an die Geburtstagsfeier der Schweiz nach Altdorf.
MARTIN MEIER

Über dem Klausenpass lockt cool das «Iswändli», die Schlüsselstelle im Aufstieg zum Clariden. Cool, wenn auch heiss, ists auch unten in Altdorf. Cool, da die Glarner den Ürnern, beziehungsweise ihrem Stier, – für einmal – die Hörner aufsetzen und zeigen dürfen, was sie zu bieten haben. Glarus ist zu Gast in Altdorf, an der traditionellen Geburtstagsfeier der Schweiz.

Die Werbetrommel rührt Glarus bereits mit der Ankunft der Car-Karawane – mit «Tödi-Reisen». Vor dem Tell-Denkmal gehts mit Glarner-Tüechli, auf dem Winkelplatz mit Gössi-Glace, Altenoren-Käse und Kalberwürsten weiter. 400 Stück habe er mitgenommen, verrät Metzgermeister Albert Hösli. «Dazu 30 Kilogramm Netzbraten.» Vor Ort sind auch die 300 Menschen, die mit «Liib und Seel» Glarner sind. Das verraten die Rämlers allerdings erst später, nach dem «Singen» der Nationalhymne, die im Stile der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft zum Besten gegeben wird.

«Sie kennen das Elmer Citro, den Ziger und Vreni Schneider. Auch wissen sie von der Gemeindefusion.»

Urs Kälin, Gemeindepräsident von Altdorf, sagt, was die Schweizer über Glarus denken: «Sie kennen das Elmer Citro, den Ziger und Vreni Schneider. Auch wissen sie von der Gemeindefusion.» Der Politiker weiss allerdings noch mehr: Er kennt auch die Landsgemeinde, wo ihn am meisten beeindruckt hat, dass bei Abstimmungen nicht ausgezählt wird. «Das letztlich der Landammann entscheidet.»

«Froh, dass wir pünktlich in Altdorf eingetroffen sind»

Christian Marti, der Gemeindepräsident von Glarus zeigt sich froh, dass die Glarner für einmal pünktlich in Altdorf eingetroffen sind. Dies in Anspielung an ein Missgeschick, das zur Folge hatte, dass die Glarner das Heu mit den Urnern seither nicht mehr auf demselben Boden haben. Heute schreit allerdings kein Hahn mehr danach. «Im Winter gehört der Urnerboden ja ohnehin uns», meint Witzbold Richi Bertini. «D Urner chiämed ja gar nüd durä.»

«Ihr hab den Gotthard und wir das Martinsloch»

Dann richtet das Ziger-Mandli auch ein paar Worte an die anwesenden Behördenvertreter: «Die Politiker stellen sich der Öffentlichkeit zur Verfügung, um Probleme zu lösen, die das Volk gar nicht hätte, würde es die Politiker nicht geben.» Da schmunzelt gar Mario Branda, der Stadtpräsident von Bellinzona, dessen Ort im kommenden Jahr in Altdorf zu Gast ist.

Die offizielle 1.-August-Ansprache hält in Altdorf ein Glarner, der total Heimweh hat. Heimweh nach «Blueme» und «Rosmarie», nach «Dankbarkeit» und «Drhäime»: Die Rede hält «Heimweh»-Sänger Markus Stadelmann, der Uri mit Glarus vergleicht. Beide Kantone hätten ihr Loch. «Ihr habt den Gotthard, und wir haben das Martinsloch.»

Die Glarner haben allerdings noch mehr: Beispielsweise den «Kleentaler-See», wie die Ürner den Alpenfjord aussprechen, den die Rämlers in Altdorf besingen: «Mit Sagg und mit Pagg, mit dä Liebschtä zämä gsi si» und «füdliblutt baded, z’mizt i dr Nacht, bim Bärätritt nuch, ä Muetprob gmacht.» Schön wars, die Geburtstagsfeier bei den Nachbarn.

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