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Abfallsünder im Fürstenwald

Die Schulabschlussfeiern hinterlassen gerne mal ihre Spuren. So zum Beispiel im Churer Fürstenwald.

Patrick
Kuoni
05.07.18 - 04:30 Uhr
Ereignisse

Der Fürstenwald in Chur ist für viele Menschen ein Erholungsgebiet. Spaziergänger, Sportler, Patienten des nahe gelegenen Kantonspitals, Kinder, «Hündeler» sowie Wildtiere fühlen sich in diesem Wald wohl. Besonders im Sommer ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Doch leider hat dieser Umstand nicht nur positive Auswirkungen. Wie mehrere Bilder einer Leserin beweisen, lassen einige Personen ihren Abfall sorglos liegen. Flaschen, Kartonschachteln, Dosen und Verpackungen sind achtlos am Boden verteilt. Es sind wohl die Überbleibsel einer wilden Party.

Problemzeiten statt Problemzonen

Gemäss dem Leiter der Grün- und Werkbetriebe der Stadt Chur, Urs Crotta, ist der Fürstenwald keine spezielle Problemzone. Der Zeitpunkt für diesen Fund ist für Crotta allerdings nicht überraschend: «Wir stellen jeweils bei Schulschluss anfangs Juli eine Häufung solcher Meldungen fest.» Vor allem bei schönem Wetter fänden dann viele Schulabschlussfeiern statt und nicht überall würden danach die Spuren wieder beseitigt. Typische Stellen für dieses Problem sind gemäss Crotta auch die Zone rund um den Rhein und beim Kleinwaldegg.

«Die Abfälle häufen sich jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit. So beispielsweise bei den ersten warmen Temperaturen zu Frühlingsbeginn sowie an den Pfingst- und Osterwochenenden.» Das Hauptproblem ortet Crotta bei der Verwöhntheit: «Die Leute wissen, dass wir am nächsten Morgen aufräumen kommen.» Deshalb sei bei einigen ab einem gewissen Punkt eine gewisse Gleichgültigkeit festzustellen.

Abfalleimerkapazität nicht das Problem

Wer am Rhein entlang läuft, dem fällt häufig vor allem am Ende eines Wochenendes auf, dass die vorhandenen Kübel teilweise überquellen. Den Vorwurf, dass teilweise zu wenig grosse Kübel vorhanden sind, lässt Crotta nicht gelten: «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Ordnung bei kleineren Kübeln besser vorhanden ist.» Dies aus dem Grund, weil ansonsten die Kübel vermehrt zur Entsorgung von Haushaltskehricht verwendet würden. Ausserdem gibt Crotta auch zu bedenken, dass am Wochenende dort keine Abfallräumung stattfinde.

Vogelboden kein Problem mehr  

Keine Problemzone mehr ist gemäss Crotta heute der Vogelboden, der Richtung Mittenberg liegt. «Vor zehn Jahren hatten wir dort teilweise mehrere Hundert Schüler, die unkontrolliert Feuer machten und grillierten.» Nachdem die Polizei- und Feuerwehrpräsenz vor Ort erhöht wurde, kehrten die Schüler dem Ort zunehmend den Rücken.

Patrick Kuoni ist Redaktor und Produzent bei Südostschweiz Print/Online. Er berichtet über Geschehnisse aus dem Kanton Graubünden. Der Schwerpunkt seiner Berichterstattung liegt auf den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Tourismus. Wenn er nicht an einer Geschichte schreibt, ist er als einer der Tagesverantwortlichen für die Zeitung «Südostschweiz» tätig. Patrick Kuoni ist in Igis (heutige Gemeinde Landquart) aufgewachsen und seit April 2018 fester Teil der Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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