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Mann stirbt, nachdem ÖKK Medikamente nicht bezahlt

In Chur ist Ende letzten Jahres ein HIV-positiver Mann gestorben, bei dem sich die Krankenkasse wegen Prämienausständen geweigert hatte, Medikamente zu vergüten.

Südostschweiz
Sonntag, 29. April 2018, 13:33 Uhr Prämienausstände
Der ÖKK-Hauptsitz in Landquart.
YANIK BÜRKLI

Die Kantone nehmen mit schwarzen Listen von säumigen Prämienzahlern offenbar Todesfälle in Kauf. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, starb in Chur Ende letzten Jahres ein HIV-positiver Mann, bei dem sich die Krankenkasse zuvor wegen Prämienausständen geweigert hatte, seine Medikamente zu vergüten.

Der Mann um die 50 starb den Angaben zufolge an einer Begleiterkrankung von Aids. Er hatte Betreibungen bei der Krankenkasse ÖKK. Deshalb kam er auf die schwarze Liste der säumigen Prämienzahler.

In solchen Fällen müssen die Kassen nur noch Notfälle vergüten. Zweimal ersuchte der Mann um die Bezahlung der Therapie. Einmal, als er HIV-positiv war, ein anderes Mal, als Aids bereits ausgebrochen war.

Ein ÖKK-Sprecher äusserte sich gegenüber der Zeitung zum konkreten Fall aus Datenschutzgründen nicht. Er bestätigte aber, dass HIV-positiven Patienten auf einer schwarzen Liste die Medikamente nicht bezahlt würden. HIV-Medikamente kosten rund 2000 Franken im Monat.

Immer mehr Menschen können ihre Krankenkassenprämien nicht mehr zahlen. Im Jahr 2016 beliefen sich die Ausstände für die Kantone aus Verlustscheinen auf 305 Millionen Franken. Wegen säumiger Zahler führten nebst Graubünden acht Kantone schwarze Listen ein. Heute sind über 33’000 Menschen darauf vermerkt. (sda)

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Erst wenn man miterleben musste, wenn einem die eigene Tochter oder Sohn unter den Händen wegstirbt, warum auch immer, kann man diese Tragweite nachvollziehen. Dass es in einem der reichsten Länder der Welt passiert ist beschämend. Auch wenn die KK dies gemäss Versicherungsbedingungen machen darf, ist dies nicht nachvollziehbar. Gleichzeitig macht die ÖKK im 2017 ein Gewinn von 33.5 Millionen. Man sollte mal genau analysieren, warum es so viele säumige Prämienzahler gibt. Persönlich bin ich nach wie vor der Meinung, dass eine Einheitskasse und pro Kanton eine Verwaltungsstelle, die Prämien senken würde. Vorausgesetzt diese Einheitskasse wird von den richtigen Personen geführt und überwacht. Wie viel verdient eigentlich ein CEO bei einer KK? Und wie viel verdienen bei den KK durch die Prämienzahler ihren “Lohn“.

So etwas darf nicht passieren!!!

hak

Hallo.. gemäss geschäftsbericht verdienen die 6 Herren der ökk Gl ca 1.7 Mio.
Der ceo, Stefan Schena hat mit Ca. Chf 400‘000. für die Grösse dieser kleinen ökk (anzahl versicherter) den schweizweit höchsten Lohn.. er hat vor drei jahren richtig werbung gegen die einheitskasse gemacht. Natürlich spielte hier das eigene Interesse eine gewichtige Rolle.... Schade dass ein mensch sterben musste

Ich frage mich, was denn ein Notfall ist, denn bei einem Notfall hätte die OeKK die Kosten übernehmen müssen. Ist es kein Notfall, wenn einem Patienten wegen fehlender Medikamente der Tod droht. Ich weiss nicht, was die OeKK dazu bewogen hat, den Fall nicht als Notfall einzustufen. Hat sich die OeKK im vorliegenden Fall mit Ärzten kurzgeschlossen, um die Notfallfrage zu klären? Aus meiner Sicht ist es ein krasser Fehlentscheid der OeKK, welche zur Rechenschaft gezogen werden sollte.

Eine wahre Schande für die Schweiz im allgemeinen und den Kanton Graubünden im speziellen!
OEKK ausschliessen und eine Strafverfolgung einleiten. Das war Mord.

Die Einheit KK endlich einführen damit solches nicht mehr vorkommt!!!

Wenn in einem sogenannten Sozial-und Rechtsstaat die lebensnotwendigen Medikamente für einen Patienten nicht zur Verfügung gestellt werden, wegen fehlender Prämienbeiträge, aber gleichzeitig für die medizinische Versorgung von Menschen aus dem Asylbereich riesige finanzielle Beträge fliessen, auch für solche, die für jede Bagatelle teure Arztbesuche in Anspruch nehmen können, obwohl weder sie noch ihre Angehörigen je einen fünfer Steuern noch Prämien bezahlt haben - dann hat ein solcher Staat versagt.
Dann sollen die verantwortlichen Stellen dazu stehen und zugeben, dass ihnen eigene Armutsbetroffene
nichts wert sind, aber Tausende von Leuten, die vermutlich das Asylrecht missbrauchen, schon.
Ein Flüchtlingsarzt berichtete, dass er in seiner Praxis wohl traumatisierte Flüchtlinge behandelt habe. die seien aber aus Syrien und dem Irak- bei Eritreern habe er den Eindruck von verwöhnten Kindern aus dem Mittelstand, die nur fordern -die kämen bei ihm in die Praxis um den Blutdruck zu messen und um zu fragen, ob sie die teure Pflegecrème auch noch über die Krankenkasse bezahlen lassen könnten. Wo so viel Gelder verschwinden im Gesundheitswesen und sonst-für Leute, die vermutlich nicht einmal zu Recht den Asylbewerberstatus haben, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dem eigenen Bürger, auch wenn er die Prämien der Krankenkasse-so wie der Asylbewerber auch nicht-nicht bezahlen kann. die notwendige medizinische Versorgung zu gewähren. Alles andere ist verfassungswidrig.
Zudem haben Ärzte aus dem Bereich Immunologie gewarnt vor hohen Kosten, die im Gesundheitswesen erwartet werden aufgrund von Krankheiten im Zusammenhang mit dem grossen Zustrom von Leuten aus der sogenannten Dritten Welt -sicher werden diese aber alle kostenlos im Schweizer Staat behandelt, da Sommaruga ja für zugewanderte Menschen die Grundrechte als nicht verhandelbar ansieht....
Zudem hat auch der verantwortliche kantonale Beamte, der für seine Klientel aus dem Asylwesen einen unvorteilhaften Kassenwechsel bei der Krankenkasse vornahm, einen Verlust in grosser Höhe eingefahren- dies wird dann wohl aber unter EXTRAs beim Asylwesen abgebucht und auch wenn die Kosten sicher um ein Vielfaches höher sind, als die für die Medikamente, die der oben erwähnte Patient zum Überleben gebraucht hätte, fallen die sicher nirgends in einer staatlichen Rechnung auf...
Dieter Meyer, dass Menschen in der Schweiz sterben, weil sie die medizinische Hilfe nicht erhalten, die sie benötigen würden, aufgrund von fehlenden Krankenkassenprämien, ist sicher nicht ein individuelles Problem-im Sinne von, "die sind halt selber schuld - " sondern ein strukturelles, System-immanentes Problem dieses Staates und der gesellschaftlichen Wahrnehmung- das passt auch dazu, dass die eigenen Armutsbetroffenen als Menschen zweiter Klasse abgestempelt werden und an den Kosten für das Asylwesen keine Kritik geduldet wird von sogenannten Gutmenschen.

Asylbereich? Hochschwanger schickte die Schweiz eine Schwangere Frau in eine Totgeburt. Zudem ist bekannt, dass die Schweiz für Asylsuchende eine mangelnde Gesundheitsversorgung hat und Sie schreiben so etwas? Das Problem der Schweiz ist, dass man für die Reichen eine sehr gute Versorgung hat und die anderen dafür kämpfen müssen, leider manchmal bis zu Tod wie in diesem Fall, ob dies Asylsuchende, Ausländer, Inländer oder Schweizer sind. Aufwachen bitte und auf die Richtigen zeigen und nicht am falschen Ort den Schuldigen suchen.

@Kall
Wenn Inländer, Ausländer, Asylbewerber, wer auch immer, zu Schaden kommen -gar das Leben verlieren- wegen mangelnder Hilfe, ist das ohne auf die Personengruppe zu sehen, in jedem Fall schlimm und jeder ist Fall einer zu viel -das war aber nicht der Inhalt meines Textes - es ging
darum, die Kosten aufzuzeigen, die andernorts scheinbar
schneller bezahlt werden, auch wenn nichts
Lebensbedrohliches vorliegt - denn dies war ja die
Begründung, wieso diesem schwerkranken Mann nicht
geholfen wurde, nämlich ein finanzieller Ausstand bei den
Krankenkassenprämien - da muss die Frage erlaubt sein,
wieso das bei anderen Gruppen keine Rolle spielt, auch
wenn die medizinische Hilfe nicht so dringend ist. (Genau lesen, nicht nur einfach kontern)

Jede Versicherunng stellt ihre Leistungen ein, wenn die Prämien nicht bezahlt werden. In der Schweiz gibt es die Sozialhilfe, welche solche Kosten übernimmt, wenn sie jemand nicht zahlen kann. Der Mann hätte mehr als genug Zeit gehabt, dies zu regeln. Und um auf der schwarzen Liste zu landen, braucht es viel. So tragisch die Geschichte ist, der Versicherung kann kein Vorwurf gemacht werden.

Möchte Sie mal schwer krank noch rumrennen sehen Ihre Finanzen zu regeln. Sie waren offenbar auch bis jetzt immer auf der sicheren finanziellen Seite, Sie können gerne mal Ihr Einkommen mit jemand tauschen, der von Sozialhilfe, IV oder kümmerlichen AHV lebt, so über eine Zeitdauer von ca. 6 Monaten, mal sehen wie gut Sie dann in dieser Zeit Ihre Dinge geregelt bekommen. Ausserdem geht es um einen strafrechtlich relevanten Aspekt, der hier durchaus erfüllt ist.

Ich möchte den Angehörigen dieses Mannes mein zutiefst empfundenes Beileid aussprechen. Die Verantwortlichen dieses Desasters sollte man alle vor Gericht bringen, wegen grobfahrlässiger oder eventualvorsätzlicher Tötung, oder Mord. Zumindest wurde billigend in Kauf genommen, dass der Mann stirbt, wenn man ihm die Therapie verweigert. In was für einer Welt leben wir??? Und ich meine nicht die ÖKK und Vertreter von irgendwelchen Behördenstellen oder dem Staat, sondern auch viele karitative Organisationen, die dem Mann hätten helfen können. Aber es ist ja einfacher z.B. Sonntag für Sonntag von Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu predigen, die Bibel zu zitieren, als dann wirklich zu helfen. Schämen sollt Ihr Euch alle, die verantwortlich sind dafür! In Grund und Boden!

Wie im Artikel richtig firmuliert handelt es sich um eine politische Vorgabe für die Versicherung. Gemäss Kanton sollten nur Personen auf die Liste kommen die ihre Prämien bezahlen könnten. Ansonsten sind die Sozialämter zuständig um entweder die Prämienrückstände zu regeln oder Vorschuss für die Kostenübernahme zu leisten. Nicht zuletzt sind es die Spitäler die eine Behandlung nicht durchführen. Hier die Schuld bei der Versichrung zu suchen mag journalistisch reizvoll sein, greift jedoch eindeutig zu kurz.

Ich hatte mal ein woanders ein Kommentar geschrieben und bekam sehr wenig Zustimmung. Hier nochmals meine harte aber wahre damalige Kritik an die Schweizerische Mentalität: So wie damals wundere ich mich gar nicht darüber, was hier geschehen ist, denn in der Schweiz, wie weltweit sonst fast nirgends so stark ausgeprägt, liegt das Geld an absoluter erster Stelle, also weit über alles andere, wie Liebe, Hilfsbereitschaft, etc. zu Mitmenschen nichts, dafür Banken in jeder Ecke. Ich erkenne tägliche diese arrogante und geldgierige Art, wie man hier mit anderen Menschen umgeht, völlige Gleichgültigkeit und das bei einem recht grossen Teil der Bevölkerung. Bis jetzt waren es «nur» Flüchtlinge die betroffen waren, kranke oder schwangere Personen, die keine ausreichende Gesundheitsversorgung bekamen. Man schickte hier Menschen hochschwanger in den Tot, zwar in ein sehr grossherziges Nachbarland aber es zu spät war. Jetzt wird es Tagesprogramm, dass auch ärmere und bedürftige Schweizer betroffen sind.

Es gibt bei uns bestimmt Anlaufstellen (Sozialamt, Aidshilfe etc.) an die sich dieser Mann hätte wenden können. Leider hat er dies nicht getan, sondern einfach seine Prämien nicht bezahlt. Das ist unfair gegenüber allen Versicherten, die ihre Prämien bezahlen. Insofern kann man der ÖKK keinen Vorwurf machen, sie hat nach ihren Vorschriften und nach dem Gesetz gehandelt und der Mann hätte genügend Möglichkeiten gehabt, den Eintrag auf der schwarzen Liste zu vermeiden.

Das stimmt leider nicht so ganz. WEnn ein Mensch nicht mehr in der LAge ist, sich um seine Finanzen zu kümmern, wie es hier ja ganz offensichtlich der Fall ist, kann die ÖKK eine Eigengefährdungsmeldung beim KESB abgeben. Es waere dann deren Aufgabe. Ob das KESB wiederum die Resourcen hat, um effizient hier einzugreifen, ist dann wiederum eine Sache des Staates, bzgl. AUsstattung der KESB.

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