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Waschbär-Abschuss: «Mit Staupe ist nicht zu spassen»

Im Fall des in der vergangenen Woche im Prättigau erlegten Waschbären liegen nach wie vor keine gesicherten Informationen vor. Allerdings ist allein der Verdacht auf den hoch ansteckenden Staupe-Virus Grund genug, um Wildtiere zu schiessen.

Südostschweiz
Montag, 16. April 2018, 18:11 Uhr Verdacht auf Staupe
Beim abgeschossenen Waschbären besteht Verdacht auf die hoch ansteckende Viruserkrankung Staupe.
RALF FAUSCH

Auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» bestätigt Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden, dass der Waschbär aufgrund der sehr auffälligen Verhaltensweise und unter Verdacht auf das Staupe-Virus, und deshalb auch aus Tierschutzgründen, geschossen worden ist. Eine genauer Befund des Tierspitals Bern stehe aber noch aus.

Keine Waschbär-Population bekannt

Genaue Zahlen zur Anzahl Waschbären im Kanton Graubünden gibt es laut Jenny keine. «Es handelt sich um Einzeltiere, die jederzeit zum Abschuss freigegeben sind. Bisher wurde allerdings noch nie ein Tier geschossen, aber bereits als Verkehrsopfer festgestellt. Das zeigt, wie selten Waschbären in Graubünden sind», so Jenny.

Eine Beschwerde-Mail gab es

Nach dem Abschuss des Waschbären im Prättigau ging beim Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden eine Beschwerde-Mail ein. «Ansonsten gab es allerdings keinen grossen Medienwirbel um den Abschuss», erklärt Jenny.

Hochansteckender Virus

An Staupe erkrankte Tiere fallen durch ein verändertes Verhalten auf. Sie verlieren ihre Scheu und halten sich auch tagsüber in der Nähe von Siedlungen auf. Das kann auch für ungeimpfte Hunde gefährlich werden. «Staupe ist ein hoch ansteckender Virus, mit dem nicht zu spassen ist», so Jenny.

Das Virus wird zum einen im direkten Kontakt mit erkrankten Tieren übertragen. Zum anderen ist auch eine indirekte Ansteckung möglich, nämlich über Futter, Wasser oder Gegenstände, die mit Ausscheidungen oder Sekreten von kranken Tieren verunreinigt sind. Für Hunde, die sich mit Staupe anstecken, verläuft die Erkrankung in der Regel tödlich. Infektionen können verhindert werden, indem man Hunde impft. Für den Menschen stellt das Virus allerdings keine Gefahr dar.

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