Bruno Hug will mehr Wein keltern
Ex-Verleger und -Kandidat fürs Stadtpräsidium von Rapperswil-Jona, Bruno Hug, will seinen Rebberg in Bollingen massiv vergrössern. Auch mit den neuen Rebstöcken würde er aber ein Kleinproduzent bleiben.
Ex-Verleger und -Kandidat fürs Stadtpräsidium von Rapperswil-Jona, Bruno Hug, will seinen Rebberg in Bollingen massiv vergrössern. Auch mit den neuen Rebstöcken würde er aber ein Kleinproduzent bleiben.
Bruno Hug ist in Rapperswil-Jona eine bekannte Figur: Als Ex-Verleger und spitze Feder der «Obersee Nachrichten», als ehemaliger langjähriger Chef des örtlichen Eishockeyclubs und 2016 als Kandidat fürs Präsidium der Stadt. Öffentlich weniger bekannt ist Hugs Rebberg in Bollingen, wo er mit Frau und Kind wohnt.
Zehnmal mehr als bisher
Bisher nannte Hug auch relativ bescheidene 260 Rebstöcke unterhalb und seitlich der Kirche Bollingen sein Eigen. Daraus produzierte er 250 bis 300 Flaschen Wein pro Jahr, die er primär unter Freunden und Bekannten verteilte. Nun will Hug sein «Anbau-gebiet» allerdings stark ausweiten, wie aus einer Bauanzeige der Stadt Rapperswil-Jona hervorgeht, die ab heute während zwei Wochen aufliegt.
Neu kämen rund 3500 Quadratmeter oder 0,35 Hektaren dazu. Zum Vergleich: Das Weingut Höcklistein von Ex-«Zementbaron» Thomas Schmidheiny umfasst rund 10 Hektaren. Es ist das grösste zusammenhängende Weingebiet am Zürichsee.
Hug bliebe also auch mit den zusätzlichen Reben ein Kleinproduzent. Statt 260 könnte er künftig gegen 2000 Rebstöcke bewirtschaften, wie er auf Anfrage sagt. Je nach Rebsorte geht er von einem Maximalertrag von rund 2500 Flaschen pro Jahr aus.
Auf den zusätzlichen Flächen werde er wohl Weisswein produzieren. Bisher setzt Hug auf den in der Region typischen Pinot Noir oder Blauburgunder, den er von Manfred Meier in Zizers keltern und vinifizieren lässt.
Für Stadt «eine Aufwertung»
Hug äussert sich zu seinem Weinbau-Projekt zurückhaltend, weil noch einige Verfahrensschritte anstehen. Zum einen liegt nun die genannte Baubewilligung auf. Diese ist nötig, weil das Land terrassiert werden muss und es sich grösstenteils um Landwirtschaftsland ausserhalb der Bauzone handelt, wie Patrick Züger, Leiter Baubewilligungen der Stadt Rapperswil-Jona erklärt. Zudem handle es sich um ein Landschaftsschutzgebiet. «Für uns würde der Rebberg aber eher eine Aufwertung darstellen», so Züger.
Ob dies der Kanton und die Naturschutzverbände, denen die Bauanzeige ebenfalls zugestellt wurde und die laut Züger zur Einsprache berechtigt sind, auch so sehen, ist noch offen. «Wir haben die Anzeige noch nicht gesehen», sagt Antonia Zurbuchen von Pro Natura St. Gallen. Zudem muss das Landwirtschaftsland in einem separaten Verfahren ins Rebberg-Kataster aufgenommen werden, damit es Hug als Nicht-Bauer erwerben kann.
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