Zu viel Wasser für Glarus Süd
Regen, Regen, Regen: Das viele Wasser sorgt im Hinterland an verschiedenen Orten für Hochwasser. Für einmal macht aber nicht die Linth Probleme.
Regen, Regen, Regen: Das viele Wasser sorgt im Hinterland an verschiedenen Orten für Hochwasser. Für einmal macht aber nicht die Linth Probleme.
Hanspeter Speich, Kommandant der Feuerwehr Glarus Süd, musste gestern am späten Nachmittag viele Telefonate entgegennehmen: Seine Feuerwehr musste an fünf bis sechs Orten gleichzeitig für Ordnung sorgen. Er koordinierte die Einsätze vom Feuerwehrdepot Linthal aus. Zu koordinieren gab es neben dem Wasser auf Strassen auch Wasser in Kellern und die Runsen, die Material transportieren.
Eines dieser Ereignisse findet sich in Diesbach: Ein Weg hat sich in einen kleinen Bach verwandelt, der die Kantonsstrasse zu überfluten droht. Mit Sandsäcken leiten die Feuerwehrleute das Wasser in einen Ablauf, der neben dem Weg liegt.
Nur wenige Hundert Meter in Richtung Rüti ist noch ein Feuerwehrmann im Einsatz: Er sorgt mit einer Schaufel dafür, dass das Wasser an dem Ort ablaufen kann, an dem es das auch soll.
Kein akutes Problem stellte gestern Nachmittag hingegen die Linth dar. «Im Moment sind Hochwasserschutzmassnahmen an der Linth trotz des Niederschlags noch nicht nötig», sagte der kantonale Feuerwehrinspektor Josef Gisler. Dieses Urteil stützte er dabei auf die Beurteilung des Prognoseteams der Fachstelle für Naturgefahren beim Kanton Glarus.
Dass nicht die Linth Probleme macht, ist gemäss Gisler nicht unerwartet: «Nach so viel Niederschlag sind die grössten Gefahren der gesättigte Boden, Seitenbäche und Erdrutsche.» Mindestens wegen einem Erdrutsch musste gestern auch die Feuerwehr Kärpf ausrücken, wie Gisler informiert.
SBB können wegen einem Erdrutsch nicht fahren
Gegen Abend mussten auch die SBB ihre Kurse nach Linthal aussetzen respektive durch einen Bus ersetzen. Ein Erdrutsch hatte die Strecke Luchsingen–Hätzingen nach Linthal unpassierbar gemacht.
Bis Stand gestern Nachmittag ging der Regen mindestens für die Menschen glimpflich aus. «Bis jetzt gab es keine Verletzten zu beklagen», sagte Daniel Menzi, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus.
Und der Wetterbericht sagt bereits ab heute Freitag, 5. Januar, eine Beruhigung des Wetters voraus. Der Niederschlag soll praktisch ganz aufhören bis am nächsten Dienstag.
Ob man deshalb allerdings jetzt schon Entwarnung geben kann, ist nicht sicher. Dazu sagt Feuerwehrinspektor Josef Gisler: «Prognosen sind natürlich schwer zu machen. Aber es ist klar: Wenn es noch lange so weiterregnet, kann es auch an anderen Orten Probleme mit dem Wasser geben.»
Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos
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