Nun wird untersucht, wie gross die Gefahr ist
Beim Felssturz in Rüti ist ein Haus beschädigt worden. Der Bewohner darf derzeit nicht in dieses zurück. Die Gemeinde Glarus Süd hat eine Untersuchung angeordnet.
Beim Felssturz in Rüti ist ein Haus beschädigt worden. Der Bewohner darf derzeit nicht in dieses zurück. Die Gemeinde Glarus Süd hat eine Untersuchung angeordnet.
Einige Hundert Kubikmeter Fels sind am vergangenen Donnerstagabend unterhalb von Braunwald in Richtung Tal gedonnert. Ein rund sechs Tonnen schwerer Felskoloss kommt dabei gegen sieben Uhr kurz vor einem Wohnhaus in Rüti zu stehen. Ein Splitter löst sich vom Brocken, wird durch die Luft geschleudert und beschädigt das Dach.
«Es hat einen ‘Chlapf’ gegeben. Der Stein hat ein Loch im Täfer hinterlassen», berichtet Thomas Wey, der zum Zeitpunkt des Felssturzes zu Hause war. Von diesem als solchem habe er aber nichts mitbekommen. Die Schäden seien nicht gravierend, «und in der Schweiz müssen wir uns glücklicherweise über die Deckung der Kosten keine grossen Gedanken machen», sagt der 60-Jährige erleichtert. Zum Glück komme so etwas aber nicht alle Tage vor, ergänzt er mit einem Schmunzeln.
«Wir lassen die Situation von einem externen Ingenieurbüro untersuchen», sagt Adolf Tschudi, der Betriebsleiter der Abteilung Grün von Glarus Süd. Viel mehr könne er im Moment auch nicht sagen. «Sobald die Untersuchungen abgeschlossen sind, wissen wir mehr. Auch ob weitere Gefahr besteht.» Auf Anraten der Behörden ist das Haus momentan nicht bewohnbar.
«Wir lassen die Situation von einem Ingenieurbüro untersuchen. Dann wissen wir mehr.»
Hausbesitzer Thomas Wey nimmt die Situation ziemlich gelassen. «Es ist nun mal so, da kann man nicht viel machen. Ich vertraue aber unseren Behörden und warte nun einfach ab.» Auf der Strasse schlafen müsse er deswegen aber nicht, sagt er mit einem Lachen. «Die Hilfe von Verwandten und Kollegen ist toll, ich habe schon viele Schlafmöglichkeiten angeboten erhalten.»
Deswegen hat Wey keine Angst
Thomas Wey ist der einzige Hausbesitzer, der im Gebiet Bergguet in Rüti evakuiert wurde. Wann er zurückkehren kann, weiss auch Adolf Tschudi nicht. «Wir müssen abwarten.» Für den Betriebsleiter steht aber fest, dass der Felssturz überraschend kam. «Es war nicht zu nass, und er kam neben der Runse runter.» Die Strasse Bergguet – Kieligen ist bis auf Weiteres gesperrt.
Auch wenn natürlich nicht annähernd in diesem Ausmass: Der Felssturz weckt Erinnerungen an den Murgang im März 1999. Damals stürzten rund 500 Meter Luftlinie vom derzeitigen Schadenplatz entfernt 100 000 Kubikmeter Gestein über die Wüechtenrus in Richtung Rüti und richteten grosse Schäden an. Angst hat Thomas Wey dennoch keine. Er sieht die Sache pragmatisch. «Auch auf den Strassen kann täglich etwas passieren.» Er werde, sobald er darf und sich das Wetter bessert, auch wieder in seine eigenen vier Wände zurückkehren.
Paul Hösli ist Leiter Sport bei den «Glarner Nachrichten» in Ennenda. Er ist seit 1997 bei der «Südostschweiz», im Jahr 2013 wechselte er intern von der Druckvorstufe in die Redaktion. Zuerst in einem 40-Prozent-Pensum und seit 2016 zu 100 Prozent. Mehr Infos
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