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Islam-Flyer: Ermittler haben Verdächtigen im Visier

Im Fall der Postkarten, die im Namen eines Islamischen Zentralrats unter anderem in Eschenbach verschickt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Verdächtigen. Er ist kein Unbekannter.

Christine
Schibschid
Mittwoch, 18. Oktober 2017, 17:27 Uhr Kein Unbekannter
So sahen die Postkarten aus.
ARCHIV

Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz hat die Ermittlungen bezüglich der Islam-Flyer übernommen, die Ende August unter anderem in der Gemeinde Eschenbach verteilt wurden. Nun ist klar, warum.
Wie die leitende Staatsanwältin Marianne Gerber mitteilt, konnte die auf den Postkarten angegebene E-Mail-Adresse einem Verdächtigen aus dem Kanton Schwyz zugeordnet werden. «Gegen diese Person läuft bei uns schon eine andere Untersuchung in einem völlig anderen Zusammenhang», sagt Gerber. Deshalb habe ihr Haus den Fall übernommen.

E-Mail-Adresse zurückverfolgt

Die Postkarten tauchten nicht nur in Briefkästen in Eschenbach auf, sie wurden ebenso in den Gemeinden Schwyz, Lachen und Herrliberg verteilt. Als Kontaktmöglichkeit war die E-Mail-Adresse sharia_pride@gmx.ch angegeben.

Die Ermittler haben diese nun offenbar über den E-Mail-Anbieter zurückverfolgt. Gerber möchte sich nicht dazu äussern, wie die Staatsanwaltschaft dem Verdächtigen auf die Schliche gekommen ist.

Details zum mutmasslichen Verfasser sind nicht bekannt. Es wurde darüber spekuliert, dass die Person aus dem rechtsextremen Milieu kommen könnte.


Aufruf zur Verschleierung

Auf den Postkarten waren unter anderem Bilder der einzelnen Gemeinden zu sehen. Durch Fotomontage war ein Minarett eingefügt worden. Als Absender war ein Islamischer Zentralrat angegeben. Im Text hiess es: «Höflich weisen wir darauf hin, dass wir nun bald in der Überzahl sind.» Weiter unten stand dann: «Wir möchten darum bitten, dass sich die Frauen wenn möglich doch verschleiern würden.»

Anfangs hatte wegen der Postkarten in Eschenbach auch die Staatsanwaltschaft St. Gallen ermittelt. Es wurde geprüft, ob es sich um Rassendiskriminierung, Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit, Gebrauch unzulässiger Zeichen, mutwillige Belästigung oder einen Verstoss gegen das Wappenschutzgesetz handelt. Auf den Flyern waren auch die Wappen der jeweiligen Gemeinden abgedruckt.

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