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Wer hat die Schafe auf der Trinser Alp gerissen?

Das Amt für Jagd und Fischerei bestätigt Schafrisse auf der Trinser Alp. DNA-Spuren sollen nun Aufschluss über den Täter geben.

Donnerstag, 24. August 2017, 14:55 Uhr DNA-Untersuchung
Ein gerissenes Schaf.
ARCHIVBILD

Die «Vereinigung zum Schutz der Weidetiere und ländlichem Lebensraum» hat am Donnerstagmittag gemeldet, dass auf den Trinser Alpen Schafe gerissen wurden. Georg Brosi vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei bestätigte den Vorfall auf Anfrage von «suedostschweiz.ch». Es seien mehrere Schafe an verschiedenen Tagen gerissen worden. Unklar ist, wer hat die Schafe gerissen.

Zur Klärung dieser Frage wurden DNA-Proben eingeschickt. Bis die Resultate vorliegen, dauere es jedoch noch eine Zeit.

Der Wolf kommt für den Angriff nicht zwangsläufig in Frage, wie Brosi weiter ausführte. Es sei untypisch, dass Wölfe an mehreren Tagen Schafe auf der gleichen Weide angreifen würden. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass es Herdenschutzhund gewesen sein könnte. Es sei für ein abschliessendes Urteil aber noch zu früh.

Dem widerspricht Jan Boner. Der Herdenschutzbeauftragte vom Bildungszentrum Plantahof in Landquart hat die gerissenen Schafe vor Ort gesehen. Er glaubt nicht, dass ein Herdenschutzhund die Schafe gerissen hat. Ausschliessen mag Boner aber nichts.

«Grundsätzlich würden wir andere Rissbilder sehen, hätte tatsächlich ein Herdenschutzhund die Schafe getötet», sagte Boner auf Anfrage. Es sei zwar grundsätzlich möglich, dass  Herdenschutzhunde in Ausbildung Lämmer verletzen. Meist dann, wenn ein Schaf einen Hund beim Fressen stört. «Dabei kann es zu Verletzungen kommen, weil der Hund während dem Fressen ein anderes Verhalten an den Tag legt als es sich das Schaf gewohnt ist», so Boner weiter.

Herdenschutzhunde werden in der Ausbildung darauf trainiert, dass sie Schafe schützen und sie nicht reissen. Dieses Verhalten ändert sich laut Boner nicht schlagartig von einem Tag auf den anderen. Aber auch Boner weiss, dass die Natur unberechenbar ist.

Bis zur Auswertung der DNA-Spuren bleibt somit unklar, ob ein Herdenschutzhund, ein Wolf oder ein anderes Tier die Schafe auf der Trinser Alp gerissen hat.

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