Mehrere Millionen Schaden und 7 verletzte Personen
Am Montagabend ist in St. Moritz Bad ein Bach überlaufen. Das Wasser überflutete ein Firmenareal. Beim Abpumpen kam es vermutlich zu einem weiteren Unglück, welches mehrere Personen verletzte.
Am Montagabend ist in St. Moritz Bad ein Bach überlaufen. Das Wasser überflutete ein Firmenareal. Beim Abpumpen kam es vermutlich zu einem weiteren Unglück, welches mehrere Personen verletzte.
Am Montagabend um 22.40 Uhr erhielt die Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden die Meldung, dass aufgrund des Starkniederschlags der Ovel da Staz verstopft sei und überlaufe. Aus mehreren Schachtdeckeln trete Wasser aus und überschwemme ein Firmengelände. Die Feuerwehr St. Moritz/Celerina rückte mit rund fünfzig Personen aus und stand während der ganzen Nacht sowie am Dienstag im Einsatz, wie es in einer Mitteilung der Kantonspolizei Graubünden heisst.
Die Büro- und Lagerräumlichkeiten sowie Unterstände und Fahrzeuge wurden beschädigt. Betroffen wurden auch umliegende Gebäude. Der Sachschaden beträgt laut der Polizei mehrere Millionen Franken. Gemäss Andrea Mittner, Regionenchef Engiadina, ist die Situation unter Kontrolle, wie er gegenüber Radio Südostschweiz erklärte.
Sieben Personen verletzt
Am Dienstag um 10.30 Uhr erhielt die Kantonspolizei Graubünden dann die Meldung, dass sich eine Person in der Nachbarschaft über Atemprobleme beschwere. Nach ersten Erkenntnissen gelangte Kohlenmonoxid eines Aggregates, welches zum Abpumpen eines überfluteten Kellers eingesetzt wurde, in drei Wohnhäuser.
Die Häuser wurden von der Kantonspolizei Graubünden unter Mithilfe der zusätzlich aufgebotenen Gesamtfeuerwehr St. Moritz/Celerina evakuiert. Fünf Leichtverletzte wurden mit zwei Ambulanzen der Rettung Oberengadin ins Spital Oberengadin nach Samedan sowie zwei schwerwiegender Verletzte mit der Rega ins Kantonsspital Graubünden nach Chur transportiert. Die Ermittlungen laufen, wie Mittner gegenüber RSO weiter erklärte. Ein Haus sei nun für die Bewohner wieder freigegeben.
Nicht das erste Mal
Markus Testa, Verwaltungsrat der betroffenen Firma, sorgt sich primär um die verletzten Personen. Er hoffe, dass es ihnen so schnell wie möglich wieder gut gehe. Der Schaden sei zwar schlimmer als auch schon, aber schliesslich sei man gut versichert.
Anwohnerin Madleina Schmid erklärt gegenüber Reporterin Nadja Simmen, dass auch sie das Kohlenmonoxid gerochen habe, als sie in den Keller ging. Es sei ein sehr intensiver Geruch gewesen und sie habe ein komisches Gefühl im Kopf bekommen. Glücklicherweise sei dieses relativ schnell wieder verschwunden. Zwar habe sie bereits einige Unwetter erlebt, aber so schlimm sei es noch nie gewesen. Man sei sich machtlos vorgekommen und hatte ein mulmiges Gefühl. «Man ist nie bereit für so etwas und bekommt einfach weiche Knie», so Schmid.
Anwohner Jörg Werner nimmt die Lage relativ locker. Erst mit dem Lärm am Morgen habe er festgestellt, dass das Gewitter wohl ungewöhnlicher als sonst war. Als er in die Tiefgarage und den Keller ging, standen diese bereits unter Wasser. Im Keller konnte er rund 20 Zentimeter messen. Nur kurze Zeit später sei er bereits gebeten worden das Haus zu verlassen. Deshalb habe er auch Badelatschen und kurze Hosen an. «Es gibt schlimmeres», kommentiert Werner den Schaden in seinem Keller gegenüber RSO. Zudem macht er den Rettungskräften ein Kompliment. «Es war alles sehr geordnet.» Wann er zurück ins Haus kann, war am Nachmittag noch unklar.

Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.