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Ennet der Linth daheim

Ennet der Linth daheim

Milena
Caderas
24.04.17 - 14:07 Uhr
Linthwerk
MAYA RHYNER

In regelmässigen Abständen schreibt ein Redaktor der Zeitung «Südostschweiz», Ausgabe Gaster-See, ein paar persönliche Zeilen zu einem Thema, dass ihn gerade beschäftigt. Erhaltet hier einen kleinen Einblick in die Welt der Menschen hinter den Artiklen, die Ihr täglich lest.

Bald ist es soweit. Am Samstag, 4. März, lancieren wir mit dem Start der neuen «Südostschweiz am Wochenende» auch eine neue Serie. «Fernsicht» heisst sie. Es soll um spannende Persönlichkeiten aus dem Linthgebiet gehen, die heute nicht mehr hier leben. In loser Folge stellen wir bekannte, erfolgreiche oder einfach beseelte Menschen aus der Region vor, die fernab der Linth Erfahrungen gesammelt und etwas zu erzählen haben. Das können Sportler, Wirtschaftsvertreter, (Lebens-)Künstler, Kirchenleute oder andere Helden des Alltags sein. Ein paar Treffen haben bereits stattgefunden. Ich frage die Interviewten dann jeweils nach ihrer Kindheit. Viele erinnern sich noch sehr lebhaft an ihre Ursprünge. Nicht wenige sind auch heute noch mit der Heimat verbunden. Einige haben ja noch Familie in der Gegend.

 

Warum ich zur Autorin dieser Serie geworden bin: Was soll ich sagen? Es gibt viele Gründe, in den Journalismus zu gehen. Sehr viele. Antrieb für mich waren und bleiben die Begegnungen mit faszinierenden Mitmenschen. Da sind dynamisch mitreissende Politiker dabei oder beeindruckend mächtige Geschäftsmänner. Ganz besonders berühren mich die zarten Künstlerseelen. Wenn es gelingt, mit einer solchen in Kontakt zu treten, erlebe ich das jedes Mal als kostbare Bereicherung. Interview-Treffen finden in einem strukturell vorgegebenen Rahmen statt. Dieser bietet natürlich Schutz. Gleichzeitig setzt er Grenzen. In aller Regel treffe ich mich mit den Porträtierten zu Hause, im Büro oder an einem anderen Ort, den sie vorschlagen. Die Zeit scheint jeweils zu rasen.

 

Es begleitet mich (praktisch ausnahmslos) die Angst, dem Gegenüber nicht gerecht zu werden. Das eine oder andere Mal haben sich die Ängste kleinschreiben lassen. Immer wieder behaupten sie sich hartnäckig. Auf jeden Fall habe ich mir fest vorgenommen, dagegen anzutreten. Mir stehen hoffentlich noch viele Zusammenkünfte bevor. Vielleicht kennen ja auch Sie jemanden, der die Heimat verlassen hat. Über Hinweise auf interessante Personen, die wir in unserer neuen Serie vorstellen könnten, freuen wir uns sehr. Es ist mir eine grosse Freude, wenn Sie meine Leidenschaft für Menschen teilen und fortan mit mir gemeinsam regelmässig in die Ferne schauen.

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