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Im Shutdown auf den Hund gekommen

Im Shutdown auf den Hund gekommen

Denise
Erni
vor 5 Monaten in

Jeweils weit über eine halbe Million Katzen und Hunde leben in der Schweiz – ein Teil von ihnen bei Mitgliedern der Redaktion. Im Blog «Hund und Katz» erfahrt Ihr, wie das Zusammenleben von Redaktorinnen und Redaktoren mit Katzen und Hunden funktioniert.

Ich gebe es zu, wir gehören zu jenen, die sich während des Shutdowns ein Haustier angeschafft haben. Und es handelt sich dabei weder um eine Maus noch um einen Papagei, sondern um den besten Freund des Menschen: einen Hund. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass wir schon länger planten, einen Vierbeiner anzuschaffen. Der Shutdown im vergangenen Frühling hat diesen Plan nur etwas beschleunigt.

Aber der Reihe nach: Einfach ist es nicht, an einen Hund zu kommen, schon gar nicht, wenn die Schweiz im Shutdown ist und viele auf den Hund gekommen sind. Der Run auf Haustiere war im letzten Jahr bei Herrn und Frau Schweizer besonders gross. Hunde und Katzen erfreuten sich grosser Beliebtheit, die Nachfrage im Internet explodierte und bei Züchterinnen und Züchtern waren Welpen innert kürzester Zeit vergeben. Im letzten Dezember waren rund 530 000 Hunde in der Schweiz registriert, ein Jahr zuvor waren es etwas mehr als 513'000.

Nachdem wir uns nach langen Diskussionen, mehrmaligem Abwägen von Pro- und Kontraargumenten und Gedanken, ob das Familienauto auch mit Hund gross genug ist, für die Anschaffung entschieden hatten, ging die Suche nach dem passenden Züchter los. Für die Rasse hatten wir uns schon länger entschieden. Ein Labrador sollte es sein. Ein typischer Familienhund. Und auch hier schienen wir im letzten Jahr nicht die einzige Familie gewesen zu sein, die nach einem Labrador-Welpen Ausschau hielt. 

Die Suche nach einem Züchter oder einer Züchterin war deshalb eine grosse Herausforderung. Es sollte ja ein reinrassiger Welpe von einer zertifizierten Zucht sein, und kein Hund aus dem Internet. Farbe und Geschlecht waren uns egal – das erhöhte unsere Chancen beträchtlich.

Voller Elan machte ich mich auf die Suche, die Antwort kam prompt: «Es tut uns leid, aber unsere Welpen sind alle bereits vergeben. Die Wartezeit beträgt zwei Jahre.» Nächste Homepage mit süssen Welpenbildern und einer klaren Ansage darauf: Wir nehmen derzeit keine Anfragen für Welpen entgegen. Die Enttäuschung wuchs. Weiter zur nächsten. Ah, immerhin: Eine Zucht, bei der man ein Formular ausfüllen konnte. Wahrheitsgetreu beantworteten wir alle Fragen. Ein Wunder, wurde nicht noch das steuerbare Haushaltseinkommen sowie ein Strafregisterauszug aller im Familienverbund lebenden Zweibeiner verlangt. Aber auch hier die Antwort: Negativ. «Vor Ende 2021 gibt es keine Welpen, und diese sind bereits vergeben.» 

Ich war kurz davor, mich nach einer anderen Rasse zu erkundigen. Yorkshire Terrier, Zwergdackel, Mops – aber mein Mann sagte immer: «Ich will einen Hund, und keine frisierte Katze.» Gut, und was anderes Grosses? Eine deutsche Dogge zum Beispiel? Kommt nicht in Frage, da fehlt uns das Haus mit viel Umschwung. Wir blieben also beim Labrador.

Und wurden belohnt. Ich fand einen bodenständigen Züchter im Kanton St. Gallen. Auch er wollte viel von den neuen Welpen-Besitzern wissen – und liess mich im Gegenzug wissen, dass zwei seiner Hündinnen Welpen erwarten. Wir kamen auf die Warteliste. Im November konnte ich mich erneut melden. Er fragte nach unseren Präferenzen. Hatten wir nicht. Er hätte braune Rüden. Ich sagte freudig zu. Mitte Dezember wurde der Wurf geboren, Mitte Januar suchten wir unser neues Familienmitglied aus. Vor zehn Tagen ist Leo eingezogen und hat seither unseren Alltag ziemlich auf den Kopf gestellt. 

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