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Die Bahnverbindung Mals-Scuol im strategischen Kontext 2020–2030

Uhr
ZVG
Hans Peter
Danuser

Hans Peter Danuser und Amelie-Claire von Platen sind im Engadin zu Hause und zeigen uns ihren Blickwinkel. Was bewegt Land und Leute? Wo ist das Engadin stark und wo hinkt es einzelnen Mitbewerbern hinterher? Und was geschieht auf politischer Bühne? Der Blog «Engadin direkt» berichtet persönlich und authentisch.

In den nächsten zehn Jahren werden in Europa zwei Infrastrukturprojekte realisiert, die den internationalen Personen- und Warenverkehr prägen und verändern werden: der Brenner-Basistunnel Nord/Süd und der westliche Teil der Seidenstrasse Ost/West/Nord. Die autonome italienische Provinz Bozen Südtirol ist in beide Projekte involviert, insbesondere beim Brenner Basistunnel, der 2028 eröffnet wird. Der logistische Nutzen der beiden Vorhaben für Südtirol liegt auf der Hand. Frage ist, wie die Region die neuen Möglichkeiten auch für den Tourismus optimieren kann, der für ihre Wirtschaft zentrale Bedeutung hat.

Der touristische Erfolg Südtirols basiert stark auf der perfekten Symbiose von Natur und Kultur, die die Region ihren Gästen in hoher Qualität und Wertschöpfung bietet. Wie kann die Region diese Stärken mit den neuen Verkehrsmöglichkeiten kombinieren und so in ihre Strategie integrieren, dass sie auch vom international boomenden Touring-Trend profitiert?

Eine interessante Option bietet die erfolgreiche Eisenbahn von Bozen (Südportal Brenner-Basistunnel) nach Meran und Mals: schöne Panoramastrecken, beliebt bei Gästen und Tirolern, umweltfreundlich und bald klimaneutral, da elektrifiziert. Eine Verlängerung der Bahn um 26 km nach Scuol im Engadin schliesst die letzte Lücke zu einer touristischen Art 'alpine Seidenstrasse auf Schiene': Meran–Mals–St. Moritz–Matterhorn, die Verbindung der berühmten Südtiroler Messmer Mountain Museums MMM mit dem bekanntesten Gebirgszug und Berg der Welt, dem Glacier Express und dem Matterhorn.

Und diese «M-Verbindung» ist Teil der Grand Tour Venedig–St. Moritz–Matterhorn, deren Strecke mit neun Unesco-Welterben gesäumt ist - eine weltweit einzigartige Kombination von Kultur- und Natur-Highlights der touristischen Champions League, und eben nicht auf der Strasse oder in der Luft, sondern umweltfreundlich, landschaftsintegriert  und durchgehend mit der Eisenbahn. 

Dass solche Parade- und Panoramastrecken auch Marge und Wertschöpfung gewährleisten, zeigt die neue Excellence Class des Glacier Express.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Graubündens mit Nachbarregionen der Alpensüdseite hat Tradition. Vor 200 Jahren baute das damalige Österreich/Habsburg die Militärstrasse Mailand-Wien. Um diese zu stärken und aufzuwerten, baute und finanzierte der Kaiser nach Absprache mit den Bündnern die 'Zubringer-Passstrasse von Splügen nach Chiavenna...

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