Von der Suche nach einem passenden Zuhause
Was, wenn das Haustier nicht mehr versorgt werden kann? Das Tierheim Arche in Chur und das NF Dogshome in Bad Ragaz raten dazu, Tiere mit Bedacht anzuschaffen – damit es gar nicht so weit kommt.
Was, wenn das Haustier nicht mehr versorgt werden kann? Das Tierheim Arche in Chur und das NF Dogshome in Bad Ragaz raten dazu, Tiere mit Bedacht anzuschaffen – damit es gar nicht so weit kommt.
Von Sarina von Weissenfluh und Andrea Sabadi
Tiere in Tierheimen suchen ein Zuhause, das ist bekannt. Oft werden Tiere dort aber auch nur vorübergehend abgegeben. Doch wie ausgelastet sind Tierheime eigentlich im Moment? «Während den Sommerferien wurden wenig Tiere abgegeben», sagt Melanie Wildhaber, Abteilungsleitung Katzen im Tierheim und Tierhotel Arche Chur. In dieser Zeit seien vor allem Tiere für die Ferienbetreuung bei ihnen im Tierhotel. Diese Tiere würden von ihren Familien wieder abgeholt. Die Ferienzeit sei sehr arbeitsintensiv, weil dann am meisten Tiere zu betreuen seien.
Schwieriger zu vermitteln
Während Ferienzeiten werden laut Wildhaber weniger Tiere vermittelt, da viele Leute in den Ferien sind. Die Arche sei aber vor allem bei den Hunden ausgelastet. «Es sind vorwiegend Hunde, die wir als Langzeitschützlinge betreuen.» Die meisten von ihnen seien vorbelastet wegen einer schwierigen Vergangenheit, was es oft schwerer mache, ein passendes Zuhause zu finden.
Sowohl bei der Abgabe als auch bei der Vermittlung gibt es Zeiten, in denen mehr Leute Interesse zeigen, wie Wildhaber sagt. «Vor Weihnachten legen wir im Tierheim Arche einen Vermittlungsstopp ein.» Das solle ein Zeichen dafür sein, dass Haustiere keine Geschenke seien. Man solle Tiere mit Bedacht anschaffen und sich vorher Gedanken über Ferien, Krankheit oder Arbeit machen. Denn wenn ein Tier plötzlich irgendwo untergebracht werden müsse, würden Probleme entstehen.
Sich Zeit lassen
Laut Wildhaber erhält das Tierheim Arche immer noch regelmässig Anfragen zur Abgabe von Tieren, die während der Coronapandemie angeschafft worden seien. So geht es auch dem NF Dogshome in Bad Ragaz. «Wir im Hundeheim erhalten täglich Anfragen für Rückgaben von Hunden», sagt Geschäftsführerin Nicole Fröhlich gegenüber Radio Südostschweiz. Viele Leute würden nun nicht mehr im Homeoffice arbeiten oder wieder verreisen. Der während der Pandemie angeschaffte Hund sei dann «überflüssig". Manche Leute sind mit ihrem Hund auch überfordert und wollen ihn deshalb abgeben, wie Fröhlich weiter sagt.
Auch Fröhlich sieht ein Problem im unbedachten Anschaffen von Haustieren. Es gebe aber auch schlechte Tierschutzorganisationen, welche die neuen Tierhalterinnen und -halter ihrem Schicksal überlassen würden. Die Leute haben dann einen Hund, der nicht ihren Vorstellungen entspricht, und wollen ihn deshalb nicht mehr, wie Fröhlich meint.
Die guten Organisationen erkenne man daran, dass sie auch nach der Vermittlung Unterstützung böten. Fröhlich empfiehlt deshalb, vorab über die Tierschutzorganisationen zu recherchieren. Sie rät zudem, sich bei der Auswahl eines Hundes Zeit zu lassen und eine Bindung zwischen Hund und Halter entstehen zu lassen. «Eine Tiervermittlung ist ein längerer Prozess.»
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