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Rutschig? Mit diesen Tipps kommt ihr sicher durch den Winter

Oft sind ganz unspektakuläre Dinge herausfordernd. Damit ihr euch zu helfen wisst, gibt es die #SOfunktionierts-Artikel. Heute: Was muss ich beim Spazieren im Winter beachten, damit ich nicht stürze?

Simone
Zwinggi
18.01.23 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Auf alles gefasst: Auch wenn die Spazierwege geräumt sind, kann es immer wieder eisige Stellen haben.
Auf alles gefasst: Auch wenn die Spazierwege geräumt sind, kann es immer wieder eisige Stellen haben.
Bild Archiv

In den Wimpern sammeln sich kleine Eisklümpchen, vor Mund und Nase bilden sich Atemwölkchen, weil die Luft so eisig kalt ist. Die Füsse stecken in bereits etwas alten, «abgelatschten» Schuhe – die tun’s ja noch – und am Anfang ist der Grip noch gut, das Trottoir wurde erst gerade geräumt. Aber dann – zack – eine eisige Stelle, klein nur, aber in der Kurve, und man liegt am Boden.

So ähnlich könnte es einer der rund 5300 Personen passiert sein, die gemäss der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) in den vergangenen Jahren in den Wintermonaten von Dezember bis Februar beim Spazieren verunfallt ist. Im Jahr 2011 verzeichnete die Suva 3900 Unfälle pro Jahr, die bei Spaziergängen im Winter passierten, im Jahr 2020 bereits 5500. Die Zunahme solcher Unfälle, schreibt die Suva, sei darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen in ihrer Freizeit spazieren und wandern gehen würden, und das auch im Winter. Die meisten Unfälle geschehen dann, wenn es viel Schnee hat und kalt ist – normalerweise also im Januar. Dann kann die Beschaffenheit des Untergrundes immer wieder wechseln: griffiger Schnee, Eis, apere Stellen, glatter Schnee. Führt der Weg dann noch bergab oder um eine Kurve, ist es schnell geschehen: Man verliert das Gleichgewicht und stürzt.

Gute Schuhe, passende Kleider und genügend Zeit

Was also tun? Einfach aufs Spazieren im Winter zu verzichten, wäre der falsche Ansatz. Schliesslich hat Bewegung an der frischen Luft auch bei kalten Temperaturen viele positive Wirkungen, wie Suva-Präventionsexperte Erwin Von Moos ausführt: «Bewegung an der frischen Luft fördert die Gesundheit auch in der kalten Jahreszeit.Eine gute körperliche Fitness reduziert das Risiko von Verletzungen, egal ob in der Freizeit oder bei der Arbeit. Dabei sollte auf eine geeignete und der Witterung angepasste Kleidung und Schuhwerk mit Profil geachtet werden.»

Wer körperlich fit ist, hat eine schnellere Reaktionsfähigkeit und findet deshalb bei Ausrutschern das Gleichgewicht schneller wieder, ist generell beweglicher und kann heikle Situationen dank mehr Kraft besser meistern. Wer sich also in der warmen Jahreszeit fit hält, betreibt Sturzprävention für die kalten Monate. 

Am häufigsten verletzen sich Winterspaziergänger gemäss Suva an Unterschenkel, Knöchel und Fuss – rund ein Drittel (27 Prozent). Als nächstes folgen Verletzungen an Schultern, Ellbogen und Armen (19 Prozent), gefolgt von Verletzungen an Hüfte, Oberschenkel und Knie (16 Prozent). 

Ein paar Grundsätze für Winterspaziergänge

  • Angepasste Kleidung, die genug Bewegungsfreiheit bietet. Dank des Zwiebelprinzips ist schnell eine Kleidungsschicht weg, weg man ins Schwitzen kommt.
     
  • Schuhe mit gutem Profil. Nicht nur die Struktur des Profils selbst, auch die Gummimischung des Profils entscheidet über den Grip auf Schnee und Eis. Es gibt auch Sohlen, die mit mikroskopisch kleinen Glaspartikeln versetzt sind. Diese «krallen» sich gemäss den Herstellern wie Sandpapier in die Eisoberfläche.
Warm und rutschfest: So sollten Winterschuhe sein.
Warm und rutschfest: So sollten Winterschuhe sein.
Bild Freepik
  • Fitnesstraining: Wer körperlich fit ist, hat eine schnellere Reaktionsfähigkeit, ist oft beweglicher und hat mehr Kraft, um Ausrutscher, Misstritte und Stürze besser zu meistern.
Das ganze Jahr über: Das Fitnesstraining im Sommer zahlt sich im Winter aus.
Das ganze Jahr über: Das Fitnesstraining im Sommer zahlt sich im Winter aus.
Bild Freepik
  • Zeit: Wer im Winter zu Fuss unterwegs ist, sollte auch genügend Zeit einberechnen. Nicht selten rutscht man dann aus, wenn man versucht, auf schneebedeckten und eisigen Strassen schnell vorwärts zu kommen.

Zum Schluss noch etwas Statistik: Jährlich zahlen Unfallversicherer 34 Millionen Franken für die Folgen von Wander- und Spazierunfällen im Winter – das sind etwa 6500 Franken pro Person. Sechs Prozent dieser Unfälle haben mindestens drei Monate Arbeitsausfall zur Folge, zwei Unfälle pro Jahr enden tödlich und in zehn Fällen kommt es zu Invalidenrenten, wie die Suva festhält.

Aufwärmen mit Augenzwinkern

Wer sich jetzt besonders gewissenhaft auf einen Winterspaziergang vorbereiten möchte, kann beispielsweise einen Slogan befolgen, der in den Neunzigerjahren bei Skisportlern Bekanntheit erlangte: «Dance the warm up, feel the heat». Das hilft Wintersportlern aller Art bei der Vorbereitung auf ihre Bewegungseinheiten. Viel Spass!

Simone Zwinggi ist Redaktorin bei Zeitung und Online. Nach einem Sportstudium wendete sie sich dem Journalismus zu. Sie ist hauptberuflich Mutter, arbeitet in einem Teilzeitpensum bei der «Südostschweiz» und hält Anekdoten aus ihrem Familienleben in regelmässigen Abständen im Blog Breistift fest. Mehr Infos

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