Olympia-Gold dank Davoser Infrastruktur?
Anfang Woche sind die Spieler der kanadischen Eishockey-Olympiamannschaft in Davos zum rund einwöchigen Trainingslager für die Olympischen Winterspiele eingerückt. Zudem holen sich derzeit Langläufer und Biathleten aus Australien, Deutschland, Norwegen oder der USA auf den Loipen der Landschaft den letzten Formschliff. Sie alle kommen aus den gleichen Gründen nach Davos: Einerseits ist die Davoser Höhenlage mit jener zu vergleichen, auf welcher die Langläufer und Biathleten in China ihre Wettkämpfe austragen werden. Andererseits profitieren die Teams von der vorhandenen Infrastruktur – nicht nur aktuell, sondern das ganze Jahr über. So sind mehrere Delegationen regelmässig in Davos anzutreffen und übernachten jeweils in den gleichen Hotels. Man kennt sich also, und die Hoteliers wissen um allfällige Spezialwünsche ihrer Klientel.
Testen, was das Zeug hält
In Corona-Zeiten kommt noch ein wichtiger Aspekt hinzu: Das Spital Davos sei eines von wenigen Testzentren, das von den chinesischen Behörden akzeptiert werde, wurde im Regionaljournal Graubünden vermeldet. Damit sich ja niemand unmittelbar vor der Reise nach China – und damit zum dümmstmöglichen Zeitpunkt – mit Omikron ansteckt, trainieren die Teams zu Randzeiten, und sie haben in den Hotels beispielsweise separate Essräume – und wenn möglich auch eigene Ausgänge. Kontakt mit Dritten ist unerwünscht, und selbst die Mitglieder der einzelnen Teams haben nur wenig Kontakt zueinander. Zudem wird ausserordentlich viel getestet. Auf diese Weise sollen Ansteckungen möglichst verhindert werden. Nicht dass es einem Team ergeht wie momentan den norwegischen Langläuferinnen: Nach zwei positiven Fällen müssen sie ihre Reise vom Südtirol nach China um mehrere Tage verschieben.
Eine spontane Sache
Für die Belange des kanadischen Nationalteams sind Fredi Pargätzi, «Head of Sports Spengler Cup», sowie David Solèr – Leiter Eis- und Sommersportanlagen bei der Gemeinde – zuständig. Pargätzi kennt die Kanadier von seiner ehemaligen Funktion als OK-Chef des Spengler Cups bestens. Als festgestanden sei, dass die National Hockey League keine Spieler für Olympia freigeben würde, sei die Anfrage betreffend Trainingsmöglichkeiten in Davos relativ spontan eingetroffen, stellt Pargätzi auf Anfrage fest. Man habe Bedürfnisabklärungen vorgenommen und fungiere nun als Koordinationsstelle. Während Pargätzi für Fragen betreffend Davos allgemein verantwortlich zeigt, ist Solèr für die Belange rund um die Trainingsmöglichkeit im Eisstadion zuständig ist. Denn die Kanadier trainieren jeweils ein Mal pro Tag. Man könne zwar zuschauen, Autogrammwünsche würden aber nicht erfüllt – aus den bereits genannten Gründen betreffend Corona, erklärt Pargätzi. Auch die Kanadier verfolgten ein strenges Schutzsystem, träten ansonsten jedoch kaum mit Spezialwünschen an ihn heran. «Die Delegtion sorgt für sich selber und ist recht pflegeleicht. Wir sind für sie da, aber nicht 24 Stunden pro Tag.» Davos sei unter anderem auch deshalb als Trainingsort ausgewählt worden, weil man relativ zentral gelegen sei für die Spieler, die aus ganz Europa angereist seien. Die Kanadier sind mit sehr viel Gepäck angekommen, denn nach einem Trainingsspiel gegen die Schweiz werden sie Mitte nächster Woche direkt nach China fliegen, wo das Herren-Hockeyturnier am 9. Februar beginnen wird.
Pargätzi sieht sich in erster Linie als Dienstleister: «Wir sind uns das als Tourismus-Destination aber auch gewohnt. Gute Dienstleistungen sind unser Kapital.» Wenn Davos dadurch einen kleinen Beitrag zu Olympia-Erfolgen beitragen könne, sei dies natürlich gut.
«Besuche von Profis sind enorm wichtig»
Medaillengewinne von Athletinnen und Athleten, die sich in Davos auf die Olympischen Winterspiele vorbereitet haben, wären auch für Reto Branschi, CEO der Destination Davos Klosters (DDK), eine tolle Sache. «Dass Spitzensportler ihre Trainingslager in Davos absolvieren, ist für uns, nicht zuletzt wegen unserer Positionierung ‹Sports Unlimited›, enorm wichtig. Wenn Profisportler, wie aktuell die kanadische Hockey-Nationalmannschaft und die Langlauf-Nationalteams aus Deutschland oder sogar Australien ihre Vorbereitung in unserer Destination abhalten, spricht das sehr für unsere Sportkompetenz. Dies zeigt sich regelmässig auch zu Beginn der Wintersaison, wenn sich auf der Snowfarming-Loipe die weltbesten Nationalteams in Davos den letzten Schliff holen. Dazu kommt, dass heute jeder Sportler diverse Social-Media-Accounts mit unzähligen Fans und Followern bespielt. Durch ihre Posts aus und über Davos Klosters sind sie wichtige, authentische Botschafter für unsere Destination.» Natürlich mache man an Messen, an Auftritten im Ausland und vor allem durch die Sport-Events (zum Beispiel Spengler Cup, Davos Nordic, Davos X-Trails, Swiss Epic) auf die vorhandene Sportkompetenz aufmerksam. «Weiter arbeiten wir mit Botschafterinnen und Botschaftern, aber auch Teams zusammen, die Davos Klosters und seine Trainingsmöglichkeiten in die Welt hinaustragen. Schlussendlich ist aber das gute Image, welches wir in diesem Bereich über die Jahre aufbauen konnten, entscheidend. Teams und Sportler empfehlen Davos Klosters als Trainingsort weiter und machen so beste und vor allem authentische Werbung für unsere Destination.»
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