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Leistungsmessung in freier Natur

Erstmals wurden in Davos Forschungsdaten für sportmedizinische Zwecke im Feld gesammelt.

Béla
Zier
30.03.22 - 11:00 Uhr
Leben und Freizeit
Forschung auf der Loipe: Mittels Spirometer werden in Davos bei einem Langläufer die Atemgase sowie die relative Sauerstoffsättigung der Muskulatur gemessen.
Forschung auf der Loipe: Mittels Spirometer werden in Davos bei einem Langläufer die Atemgase sowie die relative Sauerstoffsättigung der Muskulatur gemessen.
Bild Spital Davos

Die Sportarten Langlauf, Trailrunning oder Biken sind gross im Trend. Für Ungeübte würden sie aber das Risiko bergen, den Körper zu überlasten, weshalb sich eine gute Trainingsplanung empfehle, heisst es in einer Medienmitteilung des Davoser Spitals. Gemäss dieser basiert die Trainingsplanung im Optimalfall auf einem Leistungstest, wobei sich dafür der sogenannte Lactatstufentest etabliert habe. Da die meisten Ausdauersportarten im Freien ausgeübt würden, habe sich die Spital Davos AG mit ihrem sportmedizinischen Fachbereich Davos Sports & Health das Ziel gesetzt, die Leistungsmessung in der freien Natur durchzuführen, also dort zu messen, wo der Sport auch stattfindet. Dazu seien diesen Winter erste Probetestungen auf einer auch als «Davoser Meile» bekannten Langlaufloipe vorgenommen worden. Laut Mitteilung waren Top- sowie Hobby-Athletinnen und -Athleten dabei, welche die Loipe in unterschiedlich vorgegebenen Intensitätszonen abgelaufen haben.

Diese Sportlerinnen und Sportler seien mit GPS-Sensoren ausgestattet worden, welche Daten zu Loipenprofil und Distanz, aber auch Informationen über die Geschwindigkeit und Lauftechnik geliefert hätten. Zudem sei die Herzfrequenz aufgezeichnet und bei einzelnen Testpersonen mittels eines sogenannten Spirometers auch die Atemgase sowie die relative Sauerstoffsättigung der Muskulatur gemessen worden.

Daten dienen auch Hobbysportlern

Die ersten Messungen und Analysen seien vielversprechend ausgefallen und hätten das zuständige Team motiviert, diese in der Natur durchgeführten Leistungsmessungen weiterzuentwickeln. Gemäss Mitteilung ist dazu in den diesjährigen Sommermonaten eine weitere Runde auf der «Davoser Meile» mit Läuferinnen und Läufern geplant. In der Zwischenzeit werde am Davoser Swiss Research Institute for Sports Medicine – einer Zusammenarbeit von Davos Sports & Health und dem in Davos ansässigen Institut für Allergie- und Asthmaforschung – mit den bisher ermittelten Daten weitergeforscht.

Dies zu dem Zweck, die Ursachen für eine erhöhte Infektanfälligkeit bei Spitzensportlerinnen und -sportlern zu erkennen und daraus Präventions- und Therapiemöglichkeiten zu schaffen. Es seien Daten, «die später auch Hobbysportlerinnen und –sportlern zur Verfügung gestellt werden können und somit indirekt auch dem Bündner Tourismus von Nutzen sein werden». (red)

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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