Kindergarten Wiesen schliesst für drei Jahre
Oberste Prämisse bei der Einteilung der Schülerinnen und Schüler in den Kindergarten sei, dass die Kinder den Unterricht wenn immer möglich in der Nähe ihres Wohnorts besuchen könnten, erklärte Hauptschulleiter Martin Flütsch kürzlich an einer Online-Elterninformation zum Thema. Zuvor aber begrüsste die Kleine Landrätin Iris Hoffmann-Stiffler die mehr als 20 Zugeschalteten und erklärte, man habe die Situation in den lokalen Kindergärten nicht für das kommende Schuljahr, sondern auch für die Jahre darauf analysiert. Und man habe feststellen müssen, dass selbst kleinste Schwankungen im Unterschnitt grosse Auswirkungen haben können. Derzeit besuchen 164 Buben und Mädchen die Davoser Kindergärten, wobei es in Wiesen nur deren vier sind.
Mehrere starke Jahrgänge
Eine Kindergarten-Klasse sollte mindestens aus fünf und maximal aus zwanzig Kindern bestehen, wie Flütsch erklärte. Man habe die Schülerzahlen in den letzten Jahren beobachtet und sei nicht wirklich überrascht, dass auf das neue Schuljahr hin ein enorm geburtenstarker Jahrgang komme. Solches habe man schon bei den Jahrgängen 1985 bis 1998 erlebt, als durchschnittlich 110 bis 120 Kindergarten-Neueintritte jährlich zu verzeichnen waren. Danach ist die Zahl drastisch gesunken bis gegen 70 Eintritte jährlich. Dies blieb damals nicht ohne Konsequenzen, wie der Hauptschulleiter in Erinnerung rief: So habe man etwa die Kindergärten Monstein, Quisisana, Val Meisser und Alberti II schliessen müssen. In den letzten Jahren lag der Durchschnitt der Neueintritte bei 85 Kindern, und auf die Periode 2022/23 werden 108 Neueintritte verzeichnet – also eine Steigerung um rund 30 Prozent. Da auch die nächsten Jahrgänge – 2018 bis 2021 – stärker als der aktuelle Durchschnitt seien, habe man sich etwas einfallen lassen müssen. Der Haken bei der Sache: Die Kindergarten-Eintritte sind nicht gleichmässig über die Landschaft verteilt: Während es in Dorf und Platz viele Kinder gibt, für die der «Ernst des Lebens» beginnen wird, sind es im Unterschnitt – und vor allem in Wiesen – nur wenige. Daher habe man über die Bücher gehen müssen, stellte Flütsch fest. Denn die Unterschnitter Kindergärten hätten noch Kapazitäten, derweil jene im Oberschnitt diesbezüglich an ihre Grenzen stossen würden.
Drei Jahre Frist
Für 2022/23 wurde nun beschlossen, den Kindergarten Wiesen vorübergehend zu schliessen und die vier Buben und Mädchen in den Kindergarten Glaris zu schicken – wobei sie mit dem Schulbus transportiert werden sollen. Ab 2025/26 soll der Wiesner Kindergarten dann wieder in Betrieb genommen werden, da dann mindestens neun Schülerinnen und Schüler den Kindergarten besuchen werden. Man habe zunächst auch noch das Modell «Basisstufe» verfolgt, bei der die Kindergärtler mit den Erst- und Zweitklässlern zusammen die Schulbank drücken, sagte Flütsch. Diese Idee sei jedoch vom Kanton nicht unterstützt worden.
Da die Kindergarten-Abteilungen maximal gefüllt sind, wird im Schulhaus Bünda eine neue, temporäre Abteilung mindestens mal für den Jahrgang 2017 eröffnet. Sie soll in der ehemaligen Aula beheimatet sein, und die Infrastruktur wird vom Kindergarten Wiesen dort hingezügelt. Auch diese Abteilung soll auf maximal drei Jahre befristet geführt werden. Auf diese Weise können alle Abteilungen in Dorf und Platz optimal ausgelastet werden. Allerdings müsse man sich bereits auf das Schuljahr 2023/24 hin weitere Gedanken machen, stellte Flütsch fest. Denn dann werden die Abteilungen im Platz an ihre Platzgrenzen stossen, und es werden Schülerinnen und Schüler einem anderen Kindergarten als jenem in ihrer unmittelbaren Umgebung zugeteilt werden müssen. Wie dies vonstatten gehen soll, ist aber noch nicht beschlossen – auch weil die genauen Wohnorte der Kinder des Jahrgangs 2018 im nächsten Jahr noch nicht abschliessend bekannt sind.
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