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Kampf der Schrott-Roboter in Näfels

Vom Schrott zum eigenen Sumo-Wettkampfroboter: Die Teilnehmenden der diesjährigen «Hebocon» haben mit viel Grips und Kreativität alten ausgedienten Spielsachen neues Leben eingehaucht.

Südostschweiz
28.09.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben

Sie heissen «Schrotti 1.0» oder «Monkeybot» und sind das Resultat vieler Stunden Tüftelarbeit, lustiger Ideen und Ambitionen auf den Sieg der diesjährigen «Hebocon». Das ist ein Wettkampf, bei dem selbst gebaute Roboter gegeneinander antreten. Zehn Schrottroboter sind am vergangenen Sonntag im Näfelser Bahnhofsgebäude in den Ring gestiegen, wie die Organisatoren mitteilen. Das Ziel? Den Gegner aus der Kampfarena schubsen oder ihn zu Fall bringen. 

Das japanische Adjektiv «heboi» beschreibt etwas, das technisch minderwertig hergestellt wurde. In Wettkämpfen auf der ganzen Welt treten deshalb eilig zusammengeflickte Roboter gegeneinander an. So soll das Basteln mit einfacher Technik zelebriert werden. Manche Roboter bewegen sich kaum vom Fleck, andere schleichen vibrierend über den Boden der Arena, bevor sie gnadenlos vom Gegner umgehauen werden. Das Ziel der «Hebocon» soll nicht sein, technisch einwandfreie Geräte herzustellen, sondern einen Blick auf das Ausgangsmaterial zu werfen und sich zu fragen: Wie kriege ich diese Teile dazu, sich irgendwie zu bewegen? 

Duelle in der Arena

An zwei Workshop-Halbtagen haben zwölf Kinder und Jugendliche alleine oder mithilfe ihrer Eltern die selber mitgebrachten ausgedienten Spielsachen oder Dekogegenstände zersägt, auseinandergeschraubt oder zerschlagen, nur um sie danach geschickt wieder zu einem wettkampftauglichen Sumo-Roboter zusammenzusetzen. Die Kursleiter der «Makers im Zigerschlitz» (MiZ) haben dafür das gesamte Arsenal an Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien auf den Tisch gelegt und dabei geholfen, Motoren zum Drehen zu bringen, Adapter am 3-D-Drucker herzustellen, mit der Stichsäge oder dem Laser Holzteile in Form zu bringen und Lösungsansätze für die Probleme der Teilnehmenden zu finden.

Daraus entstanden sind einzigartige Kreationen mit einer grossen Vielfalt an Lösungsansätzen: Der Roboter «Wonder-Woman» fegt seine Gegner mit einer Covid-Maske weg. Der «Affen-Bot» in der Holzkiste versucht, sein Gegenüber mit langen Armen nach hinten umzukippen. 

Siegerroboter «Wini» in Action (Quelle «Makers im Zigerschlitz»)

Gewonnen hat der Roboter «Wini», welcher piepsend mit wedelndem Stachelrochen-Schwanz und viel Körpermasse seine Konkurrenz aus dem Spielfeld drängte. Der Siegerroboter wurde von Anna und MiZ-Vizepräsident Reinhard pilotiert, wie die Veranstalter in einem Bericht mitteilen.

Die Freizeitkurse des gemeinnützigen Vereins «Makers im Zigerschlitz» werden im Rahmen des Projekts «MINTGL» vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Glarus unterstützt. Durch Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sollen Talente gefördert und dem Fachkräftemangel in der Region entgegengetreten werden.

(eing)

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