×

Eine Reise in die Vergangenheit im Unterengadin

Eine Kombination aus einer geschichtlichen Zeitreise und moderner Kunst – in den Mauern vom Schloss Tarasp erwartet euch so einiges.

06.04.22 - 15:19 Uhr
Aus dem Leben

Als Wahrzeichen des Unterengadins überblickt das Schloss Tarasp majestätisch die Region. Eingebettet zwischen dem Bergdorf und der Naturlandschaft zählt es zu den imposantesten Schlössern Graubündens. Bereits die Zugfahrt nach Scuol ist ein Erlebnis in der – so scheint es – unberührten Natur des Engadins. Von Scuol kommt man schnell mit dem Bus oder mit dem Auto in das historische Dörfchen Tarasp. Dieses ist auf jeden Fall sehenswert. Und wer gute Augen hat, entdeckt bereits im Dorf oder auf dem Weg zum Schloss verschiedene Kunstwerke des Bündner Künstlers und jetzigen Schlossbesitzers Not Vital.

Vom 11. Jahrhundert bis heute

Die Mauern des Schlosses haben schon so einiges erlebt. Erstmals erbaut wurde es im Jahr 1040 und gehörte bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu Österreich. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war das Schloss in einem desolaten Zustand: Zu diesem Zeitpunkt wurde es von K.A. Lingner, Kurgast und Erfinder des Odol-Mundwassers, gekauft und aufwendig renoviert. Seit 2016 ist der bekannte Engadiner Künstler Not Vital der neue Besitzer. Moderne Kunst ist in fast jeder Räumlichkeit anzutreffen. Die Kunstwerke und das Innere des Schlosses können mit Führungen besichtigt werden. Diese finden im Frühling jeweils ein bis zwei Mal pro Woche zu einem Preis von 15 Franken statt. Dafür ist eine Anmeldung über die offizielle Webseite notwendig. 

Eigenes Kunstwerk: Auch von Not Vital sind im Schloss überall Werke anzutreffen, so zum Beispiel im Innenhof des Schlosses.
Eigenes Kunstwerk: Auch von Not Vital sind im Schloss überall Werke anzutreffen, so zum Beispiel im Innenhof des Schlosses.
Bild Philomena Koch

Ein Höhepunkt der Besichtigung: Die eingebaute Holzorgel ist mit den rund 3000 Pfeifen die grösste Privatorgel in Europa. Immer wieder finden Konzerte im Schloss Tarasp statt und wer während der Führung Glück hat, darf den starken Klängen einen Moment lang zuhören. Vom Inneren des Schlosses dürfen keine Fotoaufnahmen gemacht werden.

Sentiner Schlossherr

Geboren ist der heutige Besitzer in Sent, das heute zur Gemeinde Scuol gehört. Schritt für Schritt stattet Not Vital das Schloss Tarasp mit zeitgenössischer Kunst aus. Gleichzeitig bewahrt er Altes und respektiert die Geschichte des Gebäudes. «Auf dem Dach des Schlosses weht immer eine Fahne. Es ist die Fahne des Landes, in dem sich Not Vital gerade befindet», erzählt der Schlossführer.

Immer auf Reisen und auf der Suche nach Inspiration und künstlerischen Andenken sei der Engadiner Künstler. Auch auf dem Weg zum Schloss hinauf kommt man an Not Vital nicht vorbei. Auf dem Lai da Tarasp, dem kleinen See, schwimmt eine grosse Metallkugel. «Das ist eben keine Kugel, wie immer alle sagen. Das stellt nichts anderes als den Mond dar», erklärt der Schlossführer. Ein Ausflug zum Schloss Tarasp ist nicht nur für Geschichtsinteressierte spannend, auch Kunstliebende kommen auf den Geschmack.

Offene Kunstausstellung: Im Dorf Tarasp begegnet man im Freien verschiedenen Skulpturen von Not Vital.
Offene Kunstausstellung: Im Dorf Tarasp begegnet man im Freien verschiedenen Skulpturen von Not Vital.
Bild: Philomena Koch

Engadiner Tradition geht durch den Bauch

Wer mit einem Blick auf das Schloss Tarasp auch ein kulinarisches Highlight erleben möchte, sollte bei der «Ustaria Schlosshotel Chasté» vorbeischauen. Mit regionalen und saisonalen Spezialitäten und Produkten hat das Gasthaus eine traditionelle rätoromanische Speisekarte. 

Noch mehr Freizeittipps findet ihr in unserer Rubrik «wuchanendlich». Hier kostenlos den Newsletter abonnieren und schon bekommt ihr «wuchanendlich» regelmässig zu lesen. Viel Spass!

Philomena Koch ist freie Mitarbeiterin bei der «Südostschweiz» und schreibt für «suedostschweiz.ch». Sie studiert aktuell im sechsten Semester Multimedia Production an der Fachhochschule Graubünden und schliesst im September 2022 ihr Bachelorstudium ab. Mehr Infos

Kommentieren
Kommentar senden
Mehr zu Aus dem Leben MEHR