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Eine Engadiner Kaffee-Geschichte

Aus dem Leben
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Badilatti in Zahlen
  • 1912: Giuseppe Badilatti eröffnet nach seiner Zeit in Rom in Zuoz einen eigenen Lebensmittelladen, in dem er auch den eigenen Kaffee verkauft.
  • 1948: Giacomo Badilatti führt das Unternehmen in zweiter Generation weiter, bildet sich zum Kaffee-Spezialisten aus und richtet die erste Rösterei ein.
  • 1976: Nach einigen Lehr- und Wanderjahren in Anbauländern und Kaffeekonzernen übernimmt Daniel Badilatti in dritter Generation den Familienbetrieb und macht diesen zum führenden Kaffeeunternehmen im Kanton Graubünden.
  • 2003: Badilatti lanciert erfolgreich die Marke «St. Moritz Cafè» mit dem geschützten Label der Feriendestination.
  • 2019: In vierter Generation wird die Geschäftsleitung des Unternehmens der langjährigen Badilatti-Mitarbeiterin Sabina Cloesters übertragen. Die beiden Söhne von Daniel Badilatti - Livio und Aligi Badilatti - nehmen im Verwaltungsrat Einsitz. Daniel Badilatti selbst übernimmt die Rolle des VR-Präsidenten.

 

Cafè Badilatti SA
Chesa Cafè, 7524 Zuoz
+41 81 854 27 27
badico@cafe-badilatti.ch

Hört man im Engadin den Namen Badilatti, steigt einem unwillkürlich der Duft von köstlichem, frisch geröstetem Kaffee in die Nase. Denn der Familienbetrieb Café Badilatti in Zuoz ist nicht nur das führende Kaffeeunternehmen Graubündens, sondern auch der Inbegriff von Kaffeegenuss. 

Eigentlich sollte er ja Priester werden. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen seiner Eltern gegangen wäre. Doch der junge Giuseppe Badilatti hatte damals, Anfang es 20. Jahrhunderts, andere Pläne. Ganz andere. Es war nicht die Welt von Auferstehung und Bibelversen, die den jungen Mann aus dem Puschlav umtrieb, sondern vielmehr jene der Bohne - der Kaffeebohne, um genau zu sein. So zog Giuseppe Badilatti von seiner beschaulichen Heimat aus nach Rom, wo er bei einem Verwandten eine Lehre in einer Kaffeerösterei absolvieren konnte. Das war, wenn man so will, der Anfang der Marke Badilatti Kaffee. Eine Marke, die man heute weit über die Bündner Kantons- und Schweizer Landesgrenzen hinaus kennt und schätzt.

Kaffee im Blut

Dass Giuseppe Badilatti im Jahr 1912 von Rom wieder in die Schweiz respektive nach Zuoz ins Engadin zurückkehrte und seinen eigenen Lebensmittelladen inklusive Kaffeeverkauf eröffnete, war derweil noch einem persönlichen Rückschlag geschuldet. Erhielt er, just in der Zeit, in der die italienische Wirtschaft am Boden lag, doch keine Arbeitsbewilligung mehr und musste das Land verlassen. Allerdings tat er dies nicht alleine. So haben sich im Engadin genau zu dieser Zeit über 600 italienische Gastarbeiter mit dem Bau der Eisenbahnlinie beschäftigt und ihre Quartiere in Zuoz eingerichtet. Da hat Giuseppe Badilatti schnell erkannt, dass die Exil-Italiener auch richtig verpflegt werden mussten - und dazu gehörte nun mal auch die Versorgung mit köstlichem Kaffee, wie ihn die Gastarbeiter sonst nur aus der eigenen Heimat kannten. Das war die Grundsteinlegung für Cafè Badilatti. Alles was danach folgte, ist die berühmte Geschichte. Eine Geschichte von einem Engadiner Kaffeeunternehmen, eine Geschichte einer Familie, eine Geschichte von Leidenschaft, eine Geschichte des Erfolgs.

1948 übernahm Giuseppe Badilatti’s Sohn Giacomo das Unternehmen und machte aus dem ehemaligen Einkaufsladen eine eigentliche Kaffeerösterei. Seit dieser Zeit wird der Badilatti-Kaffee in Zuoz also nicht bloss verkauft, sondern auch hergestellt. Zur eigentlichen, weitherum bekannten und beliebten Marke wurde der Badilatti Kaffee dann hauptsächlich unter Daniel Badilatti, der den Familienbetrieb in den 1970er-Jahren übernahm und in dritter Generation weiterführte. Man munkelt, dass bei Daniel Badilatti schon damals Kaffee statt Blut durch die Adern floss. So tat der umtriebige Geschäfts- und Kaffeemann alles, um das Unternehmen Cafè Badilatti und mit ihm die Marke Badilatti so richtig gross zu machen. Und das mit Erfolg. So hat er beispielsweise kurzerhand das Markenrecht von St. Moritz erworben und den «St. Moritz Cafè» lanciert. Ein Name, der weltweit Bekanntheit hatte und hat und dementsprechend auch für das Unternehmen selbst zu globaler Bekanntheit führte. So erzielte Cafè Badilatti damals rund 80 Prozent der Einnahmen in anderen Kantonen oder anderen Ländern. Was Daniel Badilatti in all den Jahren stets ein grosses Anliegen war und in der Firmenphilosophie auch heute immer noch fest verankert ist, ist der direkte Kontakt mit den Produktionsländern und die faire Behandlung der Kaffeebauern. So liess es sich Daniel Badilatti nicht nehmen, regelmässig die Anbauplantagen in Indonesien zu besuchen, wo er auch an mehreren Genossenschaften beteiligt war und so sein Engagement für die Kaffeebauern unterstrich.

Livio, Daniel, Aligi Badilatti und Sabina Cloesters
Livio, Daniel, Aligi Badilatti und Sabina Cloesters

Neue Leitung, gleiche Werte

Themen wie Fairtrade, Kaffe-Knowhow und engen Kontakt zu den Anbauländern - heute hauptsächlich Nicaragua -, sind bei Cafè Badilatti auch heute, in der vierten Unternehmensleitungsgeneration unter der Führung von Sabina Cloesters noch zentrale Punkte. Cloesters ist nicht bloss die erste Frau an der Spitze des mittlerweile auf zehn Angestellte angewachsenen Betriebs, sondern auch die erste Führungskraft ausserhalb des Badilatti-Clans. Obwohl, auch wenn Sabina Cloesters keine eigentliche «Badilatti» ist, gehört sie schon seit 2008 zur Badilatti-Kaffeefamilie. Umso geehrter habe sie sich damals vor drei Jahren gefühlt, als die Familie Badilatti ihr das Vertrauen entgegen gebracht und ihr die Geschäftsleitung des Unternehmens übertragen habe.

Auch unter der neuen Leitung bleibt Cafè Badilatti das führende Kaffeeunternehmen Graubündens und steht weiterhin für qualitativ hochstehenden, selbst gerösteten Kaffee. Nur die Ausrichtung hat sich mittlerweile ein wenig verändert. Nicht zuletzt auch aufgrund der Pandemie-Jahre, wie Sabina Cloesters erklärt. So habe man den Fokus wieder etwas vermehrt auf Regionalität gelegt und sei neu - neben den gewohnten Abnehmern im Bereich der Gastronomie, Hotellerie und dem ausgewählten Detailhandel - auch im Privatkundenbereich tätig, wofür man eigens einen neuen Online-Shop eingerichtet hat. Doch ganz egal, ob der Badilatti-Kaffee nun im Restaurant, im Hotel, im Büro oder Zuhause in den eigenen vier Wänden genossen wird. Bei jedem Schluck dürften sich die Kaffeeliebhaberinnen und -liebhaber immer wieder auf’s Neue glücklich und erleichtert fühlen, dass damals, Anfang des 20. Jahrhunderts, ein junger Puschlaver nicht auf die Berufsvorstellungen seiner Eltern gehört hat, sondern seinen eigenen Weg gegangen ist.

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