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Ein unbequemes Ein- und Aussteigen sorgte am Sonntag für Aufsehen

Ein Einwohner von Domat/Ems konnte am Sonntag ein gefährliches Aussteigen am Emser Bahnhof beobachten. Eine Frau mit Kinderwagen war dabei zwischen Zug und Barriere eingeschlossen.

Jasmin
Schnider
19.09.22 - 18:25 Uhr
Aus dem Leben
Kein Durchkommen: Die Frau war zwischen Bahn und Barriere gefangen und konnte das Gelände erst verlassen, nachdem der Zug weitergefahren war und die Barriere den Durchgang wieder freigab.
Kein Durchkommen: Die Frau war zwischen Bahn und Barriere gefangen und konnte das Gelände erst verlassen, nachdem der Zug weitergefahren war und die Barriere den Durchgang wieder freigab.
Bild Marco Rageth

Immer fünf Minuten nach der vollen Stunde hält der Interregio der Rhätischen Bahn (RhB) von Chur nach St. Moritz in Domat/Ems, damit Reisende den Zug verlassen oder in den Zug einsteigen können. So war dies auch am vergangenen Wochenende am Sonntag um 13.05 Uhr der Fall. Nur gestaltete sich das Ein- und Aussteigen nicht überall einfach.

«Der Zug fährt ein, über die Barriere an der Via da Munt, und kommt nach der Barriere zum Stehen», schildert der Emser Marco Rageth seine Beobachtungen vom Sonntag. Daraufhin stieg eine Handvoll Personen aus dem Zug aus. Die Fahrgäste mussten gemäss dem Emser zwischen der Barriere und dem Bahngleis durchlaufen, um den Bahnsteig verlassen zu können. Zurück blieb – zwischen Bahn und Barriere – eine Frau mit Kinderwagen. «Die Frau kam mit dem Kinderwagen weder links noch rechts durch und musste warten, bis der Zug losfährt und die Barriere sich wieder hebt.» Erst dann konnte die Frau die «Gefahrenzone» verlassen, so Rageth.

Solche Szenarien konnte Rageth von seinem Zuhause aus schon öfters beobachten. «Die einen Züge halten vor der Barriere, die anderen erst nach der Barriere.» So komme es immer wieder vor, dass Personen über oder unter der Barriere durchklettern müssten, um den Bahnsteig verlassen zu können. «Die Züge sind einfach zu lang, sodass sie im Bahnhof gar keinen Platz haben», mutmasst Rageth. 

Vorfall wurde bei der RhB gemeldet

Der Rhätischen Bahn ist der Vorfall vom Sonntag bekannt. Wie es auf Anfrage heisst, hat das Personal des betreffenden Zuges den Vorfall gemeldet und im Qualitätsmanagementsystem der RhB erfasst. Dass die Perrons zu kurz sind, liege jedoch nicht an zu langen Zügen, sondern an der aktuellen Baustellensituation in Domat/Ems. So könne nicht bei allen Türen ausgestiegen werden. Die überzähligen Türen am Zugende würden jeweils vor Abfahrt in Chur abgeschlossen.

Nun kam es am Sonntag im betreffenden Zug jedoch nicht zur nötigen Absprache zwischen dem Personal. Demnach war dem Lokführer vor der Einfahrt in Domat/Ems nicht bekannt, ob die hintersten Türen gemäss Anordnung abgeschlossen waren. «Er entschied daher, den Zug so anzuhalten, dass die hintersten Wagen, die das Lokpersonal vom Führerstand aus nur schwer beobachten kann, beim Perron zu stehen kamen. Dadurch kamen der vorderste Wagen und die Zugspitze ausserhalb des Bahnhofs beim Bahnübergang zu stehen», teilt die RhB mit.

Zugpersonal sprach sich mit Betroffener ab

Wie es weiter heisst, konnten alle Fahrgäste ausser der Reisenden mit dem Kinderwagen den Bereich über die Schrankenanlage problemlos verlassen. Die Frau mit Kinderwagen konnte sich aufgrund der Platzverhältnisse nicht wie die anderen Passagiere entfernen. So besprachen der Zugbegleiter und der Lokführer das weitere Vorgehen mit ihr. Schlussendlich blieb die Frau mit Kinderwagen neben dem Zug stehen und wartete, bis der Zug langsam an ihr vorbeigeführt wurde und sich die Schranke öffnete.

Dies sei auch das richtige Vorgehen gewesen, heisst es seitens RhB weiter. Wer also selbst einmal beim Aussteigen aus dem Zug  in eine solche missliche Lage kommt, sollte sich bei Unsicherheiten via Notsprechstelle beim Fahrpersonal melden und das weitere Vorgehen besprechen. 

Jasmin Schnider produziert als redaktionelle Mitarbeiterin Beiträge und Interviews für Radio Südostschweiz, zudem schreibt sie Geschichten für die Zeitung «Südostschweiz» und für «suedostschweiz.ch». Sie kommt aus Obersaxen und ist seit August 2020 Teil der Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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