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Diphtherie-Ausbruch sorgt in Graubünden kaum für Aufregung

Lange galt die Krankheit Diphtherie in der Schweiz als ausgerottet. Kürzlich kam es im Bundesasylzentrums Bern jedoch zu Fällen. Der Leiter des Bündner  Gesundheitsamtes ordnet ein.

Südostschweiz
04.08.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Hohe Impfquote: In der Schweiz sind die allermeisten Personen gegen die Krankheit Diphtherie geimpft und somit gut geschützt. 
Hohe Impfquote: In der Schweiz sind die allermeisten Personen gegen die Krankheit Diphtherie geimpft und somit gut geschützt. 
Bild Gaetan Bally / Keystone

von Fiona Bugmann und Hans Peter Putzi

In der Schweiz war es lange ruhig um die Krankheit Diphtherie, im Jahre 1983 kam es letztmals zu einer nachgewiesenen Erkrankung. Nun wurde im Bundesasylzentrum (BAZ) die Erkrankung bei sechs Personen festgestellt. Diese Personen befinden sich zurzeit in Isolation. Verantwortliche des BAZ treffen jegliche Massnahmen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Bewohnerinnen und Bewohner des Bundesasylzentrums wurden geimpft, es wurde in betroffenen Stockwerken eine Antibiotika-Prophylaxe durchgeführt und ausserdem gilt im ganzen Gebäude Maskenpflicht.

Diphtherie ist eine Infektionskrankheit, welche durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst wird. Der Infekt betrifft primär die oberen Atemwege und die Rachenschleimhaut. Die Übertragung findet überwiegend über Tröpfcheninfektion statt. Eine Erkrankung kann lebensbedrohliche Folgen wie Atemnot, Nierenversagen oder eine Entzündung der Herzinnenhaut nach sich ziehen.

Nun hat sich Rudolf Leuthold, Leiter des Gesundheitsamtes Graubünden, zur Frage geäussert, ob sich die Schweizer Bevölkerung derzeit vor einer Erkrankung fürchten muss. Leuthold gibt Entwarnung: «Derzeit stellt die Krankheit für uns keine grosse Bedrohung dar. Die Schweiz gilt als gut geschützt, denn rund 96 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben die Grundimmunisierung, sprich haben drei Impfdosen erhalten. Wenn man geimpft ist, gilt der Schutz als sehr hoch.» Aber auch für Personen, die nicht geimpft sind, sei die Chance, sich in der Schweiz zufällig zu infizieren, gering.

Wenn sich Ungeimpfte schützen möchten, dann sollten sie gemäss Leuthold Länder wie Russland und Afrika  meiden, denn dort gilt die Krankheit noch als weit verbreitet. Der Leiter des Gesundheitsamtes sieht Graubünden gegen die Krankheit als gut vorbereitet an. Er rät der Bevölkerung, nicht in Panik zu verfallen und schlicht den Impfstatus im Auge zu behalten und zu überprüfen, ob allenfalls eine Auffrischimpfung nötig wäre.

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Bei diesem Artikel fehlt die Quelle der Aussagen von Herrn Leuthold. Zunächst einmal gibt es veraltete Informationen über Russland. Russland hatte im Jahr 2000 eine hohe Diphtherie-Rate und deshalb wurde die Impfung obligatorisch und die Zahl der Fälle drastisch auf das Niveau des restlichen Europas reduziert.

Zur Information: Deutschland, Frankreich, Grossbritannien hatten in den letzten 10 Jahren mehr Fälle als Russland (anteilig sogar mehr).

Es ist auch schade, alle Länder Afrikas in einem "Land" zusammenzufassen. Afrika ist kein Land.

Die Top 10 Länder mit Diphtherie-Fällen im Jahr 2021 (absolute Zahlen laut WHO) (https://apps.who.int/gho/data/node.main.WHS3_41?lang=en)

Äthiopien, Indien, Jemen, Indonesien, Pakistan, Burkina Faso, Afghanistan, Zentralafrika, Uganda, Philippinen. Afrika zählt für 4 Länder zu den Top 10.

Bitte überprüfen oder korrigieren Sie Ihren Artikel im Hinblick auf die Aussagen von Wissenschaftlern, wie Herrn Leuthold. Ich glaube nicht, dass ein Wissenschaftler wie er Afrika als Land nennen würde. Allerdings sollte er seine Informationen auch auf dem neusten Stand aktualisieren.

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