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«Der Glarner Wein verdient Anerkennung»

Beim Weingenuss werden manche Menschen gar zu Philosophen. Wenn Roland Gisler über die Traube und den Wein spricht, bleibt er eher pragmatisch. Eine vertiefte Spurensuche.

Südostschweiz
25.10.22 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Die Trauben sind geerntet: Im Bürglirain hält der Herbst Einzug und für Winzer Roland Gisler (links) und den Autor Werner Beerli-Kaufmann ist zum Abschluss der Rebberg-Serie Zeit für ein Glas vom letztjährigen Wein.
Die Trauben sind geerntet: Im Bürglirain hält der Herbst Einzug und für Winzer Roland Gisler (links) und den Autor Werner Beerli-Kaufmann ist zum Abschluss der Rebberg-Serie Zeit für ein Glas vom letztjährigen Wein.
Bild Thomas Blum

von Werner Beerli-Kaufmann

Während der achtteiligen Serie begleiteten die «Glarner Nachrichten» vom Frühjahr bis zum Herbst den Hobbywinzer Roland Gisler durch das Rebenjahr. Die Aufgaben im Rebberg sind während der Vegetationsperiode vom Mai bis Juni besonders intensiv. Als Laie hat der Autor in den Gesprächen viel Wissenswertes über die Trauben und deren Pflege bis zur Ernte erfahren.

Aber auch, dass der Aufwand in einem Rebberg nicht zu unterschätzen ist. Zudem ist die Natur nicht berechenbar; Hagel, Nässe, Kälte, aber auch lästige Begleiter wie die Wespenplage lassen Winzer oft nicht sorgenlos schlafen.

Weinkenner und lebhafter Erzähler

Der Journalist hat bei seinen Recherchen den Pächter Roland Gisler kennen- und schätzen gelernt. Er ist ein Mensch, welcher sich mit viel Liebe und Engagement der Arbeit im Bürglirain widmet. Er stellt sich nicht in den Vordergrund; die Natur entscheidet, wie sich die Reben entwickeln, betont er immer wieder. Das ist seine Lebensphilosophie. Auch weiss er unzählige Anekdoten über den Bürglirain zu erzählen und schöpft aus dem grossen Fundus an Begegnungen mit Besuchern und Besucherinnen, Weinliebhabern und Möchtegernallesbesserwissenden.

Zum Abschluss der achtteiligen Rebberg-Serie beantwortet der Hobbywinzer aus Glarus, Roland Gisler, noch drei Fragen.

Wenn Sie als Pächter des Bürglirain auf die vergangenen Monate eine Rückschau halten, was bleibt Ihnen an der Rebberg-Serie in den «Glarner Nachrichten» besonders in Erinnerung?

Roland Gisler: Nach jedem Artikel wurde ich zum Teil von wildfremden Leuten, aber vor allem aus meinem Umfeld darauf angesprochen. Dies durchwegs im positiven Sinn, nämlich, dass manche viel Wissenswertes über den Rebberg und ganz allgemein über die Reben und den Wein erfahren haben. Und es kam auch immer wieder die Frage: Wann kommt der nächste Bericht?

Was bedeuten Ihnen der Wein und die Rebe ganz allgemein?

Ich bekunde eine hohe Wertschätzung gegenüber dem Prozess der Natur, der Kraft, welche aus dem Rebstock die Trauben entstehen lässt bis hin zur Ernte. Der produzierte Wein im Glarnerland ist ein regionales Produkt, welches Anerkennung verdient. Die Bewertung, ob ein Wein gut oder weniger gut ist, ist jedoch individuelle Geschmackssache. Das beurteile ich ganz pragmatisch. Die einen lieben diesen, die andern schätzen andere Weine. Oft ist es auch Gewohnheitssache, ein Entscheid aus dem Bauch. Man kennt die Etikette auf der Flasche, und der Preis stimmt. Als Produkt aus der Region ist er auch ein geeignetes Mitbringsel auf Besuche.

«Solange es mir gesundheitlich vergönnt ist – und ich als Pächter weitermachen darf –, werde ich den Bürglirain weiter bewirtschaften.»

Roland Gisler, Hobbywinzer

In einer Ihrer ersten Aussagen haben Sie betont, dass der Bürglirain für Sie auch ein Kraftort ist. Was werden Sie einmal tun, wenn Sie hier nicht mehr Pächter sind?

Die Natur allein ist für mich ein Ort der Kraft. Sei dies im Klöntal oder im Glarnerland ganz allgemein; wir haben hier so viel schöne Natur. Solange es mir aber gesundheitlich vergönnt ist – und ich als Pächter weitermachen darf –, werde ich den Kraftort Bürglirain weiter bewirtschaften. Das schaffe ich aber nur mit der Unterstützung aller freiwilligen Helfer und Helferinnen. Ihnen gehört ein grosses Dankeschön.

Die Rebberg-Serie

Die «Glarner Nachrichten»begleiteten Hobbywinzer Roland Gisler durch das Rebgartenjahr. In loser Folge erschienen Artikel über die Arbeiten, Freuden und Leiden des Pächters am Rebberg Bürglirain in Glarus. (wbk)

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