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Dem Mörder auf der Spur

Einen malerischen Ort besser kennenlernen und gleichzeitig in die Rolle einer Detektivin oder eines Detektivs schlüpfen? In Graubünden ist das möglich, und wir haben das Erlebnis getestet.

Anna
Panier
15.09.22 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben

Auch in diesem Jahr soll in Savognin wieder das legendäre «Swiss Elite Race» stattfinden, bei dem sich die besten Fahrerinnen und Fahrer des ganzen Landes messen. Doch die Betonung liegt auf soll. Denn beim Abschlusstraining geschieht das Unfassbare: Einer der Topfavoriten kommt mit dem Wagen von der Strasse ab und verunglückt tödlich. Doch war es wirklich ein Unfall? Oder steckt mehr dahinter? 

Mit diesen beiden Fragen befindet man sich auch schon mittendrin im interaktiven Krimi-Erlebnis von «Krimispass Swiss». Seit 2018 kann in Savognin auf spielerische Art und Weise ermittelt werden, was beim besagten Abschlusstraining wirklich passiert ist. 

Schnitzeljagd der besonderen Art

Das Rätselerlebnis könnt ihr euch als eine interaktive Schnitzeljagd durchs Dorf vorstellen. Es gilt, verschiedene Informationstafeln zu finden und am Ende durch die gesammelten Erkenntnisse und dem richtigen Mass an Scharfsinn herauszufinden, was passiert ist und wer hinter Gitter muss.

Um ein Rätsel zu beginnen, müsst ihr euch als Allererstes unter www.krimispass.ch registrieren. Anschliessend erhält ihr die Spielanleitung und alle notwendigen Informationen per Mail. Sobald ihr diese E-Mail bekommen habt, könnt ihr die besondere Schnitzeljagd auch schon starten. Ab jetzt kann das Rätsel jederzeit gespielt oder auch nach Lust und Laune pausiert werden. Wichtig ist nur, dass ihr immer euer Smartphone dabei habt, um die Indizien vollständig sammeln zu können. Dazu später noch mehr.

Vom Spielplatz zum See und zum Skilift 

Für das Erlebnis in Savognin empfehlen wir euch, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Je nach Tageszeit und Wochentag kann es ziemlich «tricky» sein, öffentliche Parkplätze in der Nähe des Starts zu finden. Packt ausserdem etwas zu trinken ein und einen kleinen Snack. Die Suche dauert nämlich rund zwei bis drei Stunden.

Sobald ihr startklar seid, könnt ihr euch mithilfe der Koordinaten in der Mail auf die Suche nach der ersten Informationstafel machen. Diese Tafeln sind immer gleich gestaltet. Ihr findet auf ihnen nebst dem Schriftzug «Krimispass Swiss» einen QR-Code sowie eine URL. Um die Hinweise des jeweiligen Postens zu erfahren, müsst ihr entweder den Code mit eurem Handy scannen oder die URL im Browser eingeben. 

Danach öffnet sich eine Website. Dort stehen dann beispielsweise Aussagen von Zeugen oder Berichte der Polizei. Meistens könnt ihr euch auch ein Audiofile anhören, in welchem euch jemand wichtige Details erzählt. Manchmal gibt es auch Bilder, beispielsweise von Fingerabdrücken. Wenn ihr schnell und effektiv ermitteln wollt, lohnt es sich, diese Bilder jeweils zu «screenshoten». Zudem empfehlen wir euch, alle Informationen, die ihr als wichtig empfindet, auf ein Blatt Papier aufzuschreiben. So behaltet ihr stets den Überblick.

Einfach gemacht: Auf jeder Hinweistafel an jedem Schauplatz befindet sich ein QR-Code, der gescannt werden kann. Alternativ sind die gleichen Informationen über die dazugehörige URL abrufbar.
Einfach gemacht: Auf jeder Hinweistafel an jedem Schauplatz befindet sich ein QR-Code, der gescannt werden kann. Alternativ sind die gleichen Informationen über die dazugehörige URL abrufbar.
Bild Anna Panier 

Dorfführung während der Mordaufklärung

In Savognin gibt es insgesamt elf Posten. An jeder der Stationen erhält ihr neue Informationen und Hinweise, um den Fall am Ende zu lösen: So hört ihr etwa die Aussagen von Personen, die dem Todesopfer nahestanden oder ihr werdet in die Erkenntnisse der Forensik eingeweiht. 

Wenn ihr von Posten zu Posten geht, wird euch ziemlich schnell auffallen, dass die Schauplätze nicht wild gewählt sind. In Savognin befinden sich die Informationstafeln an besonderen Orten. Unter anderem kommt ihr am Segantini-Denkmal vorbei, macht einen Stopp am Badesee Lai Barnagn und löst den Fall schliesslich bei der Bergkäserei Nossa Caschareia. Ihr rätselt also nicht nur während des Krimispasses, sondern lernt gleichzeitig auch den Ort besser kennen. 

Besondere Schauplätze: Ein Posten der Krimi-Schnitzeljagd durch Savognin befindet sich beim Segantini-Denkmal.
Besondere Schauplätze: Ein Posten der Krimi-Schnitzeljagd durch Savognin befindet sich beim Segantini-Denkmal.
Bild Anna Panier 

Wer einen Posten nicht findet oder anderweitig Problemen begegnet, kann sich per SMS an eine Hilfsnummer wenden. Der Krimispass ist kostenlos und kann bei jeder Witterung durchgeführt werden, was ein grosser Pluspunkt ist. Ausserdem lernt man durch die Schnitzeljagd die schönsten Plätze der Ortschaft kennen. Die Registrierung für einen Krimi ist sehr simpel und auch die Informationsbeschaffung per Smartphone funktioniert gut.

Von der Komplexität her sind die Fälle eher auf Erwachsene oder Jugendliche ausgelegt. In Begleitung von Erwachsenen können jedoch auch Kinder Spass daran finden. Dringend zu Beachten ist jedoch, dass sich die Fälle meist um Morde drehen und die Texte entsprechend gestaltet sind.

Des Weiteren ist ein Krimispass eher ein einmaliges Erlebnis, da der zu lösende Fall in der Region jeweils für mindestens ein Jahr derselbe bleibt. Für andere Rätsel müsstet ihr demnach eine andere Ortschaft, wie zum Beispiel Ramosch, Samedan oder Brigels besuchen. Insgesamt vergeben wir im Rahmen von #SOtestet dem Erlebnis deswegen vier von fünf möglichen Steinböcken. 

Bild suedostschweiz.ch

#SOtestet
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Anna Panier arbeitet als redaktionelle Mitarbeiterin bei Online/Zeitung und Social Media. Sie absolvierte ein Praktikum in der Medienfamilie Südostschweiz und studiert aktuell Multimedia Production im Bachelor an der Fachhochschule Graubünden in Chur. Mehr Infos

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